1. #556
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    Zitat Zitat von Heimann Beitrag anzeigen
    Leider ist das Niveau in weiten Zügen nicht nur so, wie von Ihnen beschrieben; aber insgesamt wird dieser Meinungsaustausch doch recht engagiert und zunehmend sachlich geführt - das ist gut so!
    Wir befinden uns hier nicht im Hörsaal... Glauben Sie mir, das Niveau ist sehr gut.

    Ich (und ganz sicher auch Frau Pfeiffer) wäre auch lieber für die selbstreinigenden Werkzeuge am Markt: Aufklärung und Vermittlung von Medienkompetenz auf breiter Front, an die Verantwortung der Spieleindustrie und der erwachsenen User appellieren und Verantwortung für unsere Kinder übernehmen ...
    Aber das hat ja auch in anderen Bereichen leider nicht funktioniert!
    Z.B. TV: beim Fernsehen können wir doch alle nur froh sein, dass es (wer weiß wie lange noch) in Form der Öffentlich-Rechtlichen Sender Alternativen gibt zu den in weiten Teilen volksverdummenden Sendungen bei den Privaten - und diese Kanäle werden ja auch nicht in hinreichendem Maße abgeschaltet (u.a. zum Schutz der Kinder), weil entsprechende Eltern - warum auch immer - nicht in der Lage sind, ausreichend Verantwortung zu übernehmen.
    Z.B. Nichtraucherschutz: jeder halbwegs Gebildete - ganz sicher jeder Kinderarzt - weiß heute Bescheid über die immensen Gefahren, die Nikotin für die Gesundheit unserer Kinder (und Jugendliche) mit sich bringt. Ich unterstütze daher einen weitreichenden gesetzlichen Nichtraucherschutz für alle Ungeborenen, Kinder und Jugendlichen aber auch für die Erwachsenen mit Nachdruck; und da freiwillige Lösungen (z.B. durch die Gastronomie) wenig weiterhalfen, ist es wunderbar, dass es inzwischen dank entsprechender Gesetze in den meisten Gaststätten möglich ist, rauchfrei sein Essen zu genießen.
    Sorry, den Vergleich von Nichtraucherschutz und Medienkonsum kann ich nicht nachvollziehen. Das Rauchen schädigt direkt, muss verhaltenswissenschaftlich ganz anders betrachtet und kann gesetzlich viel einfacher sanktioniert werden. Ist relativ schwierig, sich eine Zigarette aus dem Internet zu ziehen... .

    Beim volksverdummenden Privatfernsehen bin ich auf Ihrer Seite, möchte aber daran erinnern, dass es eine politische Entscheidung zur Zulassung kommerzieller Sender gab. Unter anderem mit der Begründung, die Bildungsmöglichkeiten weiter auszubauen. Eine fatale Fehleinschätzung. Die Jahrgänge ab 1983 brechen weg. Konzentrations- und Leseschwächen, Hyperaktivität, Übergewicht... Da brauche ich Ihnen mit Sicherheit nichts erzählen.

    Einspruch: diese Entwicklung wird eben meiner Meinung nach gerade von den älteren Jahrgängen, die hier warnend oder appellierend auftreten (ich bin z.B. Jahrgang 1950) in ihrer Tragweite sehr wohl wahrgenommen! Aber Medienkompetenz-Schulung alleine wird hier nicht weiterhelfen, und würde sie noch so intensiv betrieben, solange da nicht immer wieder die riesen Lücken in vielen Elternhäusern bestehen - und keine Gesellschaft kann es sich leisten, derart flächendeckend mit dem Jugendamt ins Haus zu fallen!
    Meiner Meinung nach führt kein Weg daran vorbei, den primären Jugendschutz zu intensivieren!

    Der Erfolg beim Kampf gegen das Rauchen von Kindern und Jugendlichen wurde weniger dadurch relativ erfolgreich geführt, dass Zigaretten demnächst nur noch mit Chipkarte am Automaten gezogen werden können; es war vielmehr die allgemeine Ächtung des Rauchens in der Gesellschaft, die den Wandel vollzogen hat. (Glaubt mir, da kann ich mitreden; denn ich war diesbezüglich sehr engagiert in meinem Berufsverband und in der Politik beteiligt!)
    Wieder der Vergleich von Rauchen und Mediennutzung. Aber auch darüber hinaus erscheint mir Ihre Argumentation nicht schlüssig. Das "Ächten" (geht übrigens auf altgermanisches Recht zurück und bedeutete dort das Ausstoßen aus der Gemeinschaft, völlige Isolierung, Beistandsverbot und Erlaubnis der Ermordung...) aus der Gesellschaft heraus kann nur funktionieren, wenn ausgeprägte Medienkompetenz nicht nur bei einer elitären Minderheit vorhanden ist.
    Um Ihre Auffassung zur Intensivierung des primären Jugendschutzes ganz banal zu erden, sage ich Ihnen, dass wir in Deutschland in dieser Hinsicht bereits die härtesten Bestimmungen im Bund der demokratischen Industrienationen haben. Wo wollen Sie da noch hin? Ich will jetzt hier nicht die Totalitarismus-Keule schwingen, aber viel mehr fällt mir dazu nicht ein. Deutschland ist zudem, was die Schöpfung von Videospielen angeht, ein Entwicklungsland. Wir verschlafen die Evolution dieser jungen Kulturform völlig. Und dass die Bedeutung interaktiver Unterhaltung, mit all ihren Chancen und Risiken, nicht aufzuhalten ist, werden Sie wohl hoffentlich nicht bestreiten.

    mein Fazit:
    es muss auch hinsichtlich gewaltverherrlichender Spiele zu einer breiteren Aufklärung und (Medien-)Kompetenz-Entwicklung in der Gesellschaft kommen; dafür muss mehr als bisher im Bereich Bildung und Erziehung ausgegeben werden; es muss in Folge - wie z.B. beim Rauchen - zu einer sensibleren Wahrnehmung der Gefahren für Kinder und Jugendliche und letztlich zu einer Art Ächtung solcher Spiele dadurch kommen, dass sie weniger gekauft werden!
    Dies ist ein langer Prozess - beim Rauchen hat es immerhin 40 Jahre gedauert!
    Unterstützend bedarf es eindringlicher Appelle an und Verhandlungen mit der Spiele-Industrie! Auch an die USK müssen die Appelle eindringlicher werden - "Selbstkontrolle" alleine reicht hier nicht aus!
    Am wichtigsten allerdings erscheinen mir Appelle an die (erwachsenen) User; denn sie bestimmen den Markt! Wenn es gelingt, den erwachsenen Gamer dahin zu bringen, sich mitverantwortlich zu fühlen für das, was in diesem Bereich schief läuft, dann bin ich hoffnungsvoll gestimmt.
    Mein Fazit:
    Ächten sollten wir im 21. Jahrhundert am besten nichts und niemanden. Wir brauchen Medienkompetenz auf allen Ebenen. Schwerwiegende Defizite bei der Problemerkennung sehe ich auch insbesondere in Reihen der deutschen Spitzenpolitik, da hier aus Zeitmangel der Medienkonsum ganz anders wahrgenommen wird. Die Politikberatung muss sich sehr viel intensiver und ausgewogener mit der Thematik befassen. Was aus Reihen der Bundesregierung und den Landesregierungen an Initiativen gestartet wird, ist ganz überwiegend von erschreckender Kenntnislosigkeit geprägt.
    Herstellungs- und Verbreitungsverbote für gewaltverherrlichende Spiele existieren bereits. Was dagegen überhaupt nicht existiert, ist die Definition für diese Art der Spiele. Man muss nur die Inflation des Wortes "Killerspiele" betrachten. Da müsste es jeden gebildeten Menschen gruseln.
    Für den Appell an die erwachsenen Gamer schließe ich mich Ihnen abschließend wieder an. Diese werden unseren Aufruf aber nur verstehen, wenn sie über die nötige Kompetenz verfügen...

    Ganz zum Schluss noch ein persönliches Wort:
    Ich zocke seit meinem 9. Lebensjahr. Ich liebe gute Spiele. Viele davon verlangen es mir ab, virtuell Gewalt anzuwenden. Meine Eltern haben mir aber schon vor der Einschulung beigebracht, dass es einen Unterschied zwischen echtem Blut in der Tagesschau und "Ketchup-Blut" in erfundenen Geschichten gibt. Wir sollten in Deutschland die Vermittlung von Medienkompetenz nicht wissenschaftlich überhöhen, sondern an den Verstand der Menschen glauben. Es muss nicht alles 40 Jahre dauern...

    Edit:
    Ich habe erst nach meinem Statement hier gesehen, dass Jürgen Mayer sich zum Begriff "Ächten" sehr ähnlich geäußert hat. Das hat sich also unabhängig voneinander überschnitten. Ein Grund mehr für Sie, Herr Heimann, Ihre Wortwahl kritisch zu hinterfragen. Absoluter Nichtraucher bin ich zudem auch noch. :-)
    Geändert von Falconer (21.02.2009 um 00:53 Uhr)
    Scots Wha Hae!

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  2. #557
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    Zitat Zitat von Jürgen Mayer Beitrag anzeigen
    Ich kann ja nicht wissen wie es anderen hier damit geht, aber möchte dazu jetzt ganz unabhängig von der Debatte über Gewalt in Computer- und Videospielen und den seinerseits für mich völlig indiskutablen Vergleich mit Zigaretten doch noch etwas sagen: "GEÄCHTET" Sollte aus meiner Sicht nichts und niemand auf der Welt werden, der nicht anderen bewusst und vorsätzlich Schaden zugefügt hat.
    Zitat Zitat von Falconer Beitrag anzeigen
    Das "Ächten" (geht übrigens auf altgermanisches Recht zurück und bedeutete dort das Ausstoßen aus der Gemeinschaft, völlige Isolierung, Beistandsverbot und Erlaubnis der Ermordung...) aus der Gesellschaft heraus kann nur funktionieren, wenn ausgeprägte Medienkompetenz nicht nur bei einer elitären Minderheit vorhanden ist.
    Edit:
    Ich habe erst nach meinem Statement hier gesehen, dass Jürgen Mayer sich zum Begriff "Ächten" sehr ähnlich geäußert hat. Das hat sich also unabhängig voneinander überschnitten. Ein Grund mehr für Sie, Herr Heimann, Ihre Wortwahl kritisch zu hinterfragen. Absoluter Nichtraucher bin ich zudem auch noch. :-)
    Nur so viel noch zum Begriff der "Ächtung":
    "Das Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung vom 2. November 2000, am 6. Juli 2000 vom deutschen Bundestag verabschiedet, beinhaltet eine Neufassung des § 1631 BGB. Darin wird das Recht auf gewaltfreie Erziehung verankert. 1631 BGB Absatz 2 wird darin wie folgt gefasst:
    „(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“
    (siehe Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung ? Wikipedia)

    Gewalt hat verschiedenste Ausprägungsformen, Gewalt muss nicht "körperlich empfunden" werden, um schwerste Schäden anrichten zu können! Die Forderung nach einer "Ächtung von Gewalt", insbesondere die "Ächtung von Gewaltverherrlichung" erscheint mir daher völlig berechtigt!
    Eltern, die den Anspruch erheben, ihre Kinder gewaltfrei zu erziehen, werden ihnen nicht Spiele erlauben, in denen ihr Erziehungsanspruch möglicherweise wieder zunichte gemacht wird.
    Also:
    nicht Menschen sollen hier geächtet werden, sondern die Gewalt - im Fernsehen wie in Computer- Videospielen! In letzteren nimmt diese teilweise Formen an, die nicht nur offen und "blutspritzend" sondern zudem noch sehr subtil und äußerst bedrohlich ausgetragen wird (siehe z.B. die Rolle der "Little Sisters" in "Bioshock" - bitte jetzt nicht den Einwand bringen, dass dieses "Spiel" ja nur für Erwachsene erlaubt ist!). Ich bin als Erwachsener von solchen Darstellungen einfach nur "geschockt".
    Bei aller Faszination ob der Machart und Machbarkeit solcher "Spiele": ich bin der Überzeugung: sie setzen (auch beim Erwachsenen) "Wunden" und machen "Stress"; und wer das leugnet oder anders empfindet, hat sich vermutlich ein großes Stück weit an Gewaltdarstellungen gewöhnt!
    Ich jedenfalls will mich nicht an Gewalt gewöhnen und kann solche Spiele - mit gutem Gewissen, der "Unterhaltung" dienend - nicht spielen! (Aber vielleicht bin ich ja einfach nur zu sensibel oder denke zu viel an das reale Elend in dieser Welt, das man leider oft genug mit ansehen muss, ohne wirklich helfen zu können!).

  3. #558
    Avatar von Pweitmann
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    Zitat Zitat von Heimann Beitrag anzeigen
    Nur so viel noch zum Begriff der "Ächtung":
    "Das Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung vom 2. November 2000, am 6. Juli 2000 vom deutschen Bundestag verabschiedet, beinhaltet eine Neufassung des § 1631 BGB. Darin wird das Recht auf gewaltfreie Erziehung verankert. 1631 BGB Absatz 2 wird darin wie folgt gefasst:
    „(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“
    (siehe Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung ? Wikipedia)

    Gewalt hat verschiedenste Ausprägungsformen, Gewalt muss nicht "körperlich empfunden" werden, um schwerste Schäden anrichten zu können! Die Forderung nach einer "Ächtung von Gewalt", insbesondere die "Ächtung von Gewaltverherrlichung" erscheint mir daher völlig berechtigt!
    Eltern, die den Anspruch erheben, ihre Kinder gewaltfrei zu erziehen, werden ihnen nicht Spiele erlauben, in denen ihr Erziehungsanspruch möglicherweise wieder zunichte gemacht wird.
    Also:
    nicht Menschen sollen hier geächtet werden, sondern die Gewalt - im Fernsehen wie in Computer- Videospielen! In letzteren nimmt diese teilweise Formen an, die nicht nur offen und "blutspritzend" sondern zudem noch sehr subtil und äußerst bedrohlich ausgetragen wird (siehe z.B. die Rolle der "Little Sisters" in "Bioshock" - bitte jetzt nicht den Einwand bringen, dass dieses "Spiel" ja nur für Erwachsene erlaubt ist!). Ich bin als Erwachsener von solchen Darstellungen einfach nur "geschockt".
    Bei aller Faszination ob der Machart und Machbarkeit solcher "Spiele": ich bin der Überzeugung: sie setzen (auch beim Erwachsenen) "Wunden" und machen "Stress"; und wer das leugnet oder anders empfindet, hat sich vermutlich ein großes Stück weit an Gewaltdarstellungen gewöhnt!
    Ich jedenfalls will mich nicht an Gewalt gewöhnen und kann solche Spiele - mit gutem Gewissen, der "Unterhaltung" dienend - nicht spielen! (Aber vielleicht bin ich ja einfach nur zu sensibel oder denke zu viel an das reale Elend in dieser Welt, das man leider oft genug mit ansehen muss, ohne wirklich helfen zu können!).
    Hallo Herr Heimann,
    auch an Sie stelle ich die Frage: Sind Computerspiele Kulturgut? Ja oder Nein
    Oder sind Computerspiele gar Kunst? Ist das Computerspiel Bioshock ein Kunstwerk?
    Frau Pfeiffer hat ihre Meinung zum Kulturgut elektronische Spiele, mit ihrer Unterschrift unter dem Kölner Aufruf, klar kundgegeben und sich hier nur sehr unscharf zu Kunst und Kultur geäußert.

    mfg
    Pweitmann

  4. #559
    Gelöscht
    Avatar von Dr. Kratos666
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    Zitat Zitat von Heimann Beitrag anzeigen
    Eltern, die den Anspruch erheben, ihre Kinder gewaltfrei zu erziehen, werden ihnen nicht Spiele erlauben, in denen ihr Erziehungsanspruch möglicherweise wieder zunichte gemacht wird.
    Würde ich auch nicht, aber was hat das damit zu tun, dass ich solche Spiele nicht spielen können darf?
    Es geht bei Pfeiffers Feldzug doch schon lange nicht mehr um Jugendschutz und der gleichen, alles was ich aus ihren Worten herauslese ist Hass, Hass auf Computerspiele.
    Und der Hass wird immer größer, weil sie im Grunde genau weiß, dass sie nichts tun kann, um diese zu verbieten.
    Anstatt die Eltern gegenüber dem Medium Computerspiel zu sensibilisieren, bringt sie nichts als Propaganda ans Tageslicht, welche die Eltern wahrscheinlich in Angst und Schrecken versetzen soll.
    Ich achte genau drauf, was mein Sohn spielen kann und was nicht, dass liegt aber daran, dass ich mich eben mit dem Medium beschäftige und mich meiner Meinung nach auch damit auskenne.
    Und genau hier liegt das Problem.
    Die Meisten Eltern ab 40 haben 0 Ahnung von dem ganzen und achten dem zu folge auch nicht darauf mit was sich Ihre Kinder beschäftigen.
    Genau dort muss SACHLICHE Aufklärungsarbeit geleistet werden, aber da ist bei Pfeiffer und Co keine Spur davon zu erkennen.
    Ich drücke es jetzt mal ganz Krass aus, wenn die Generation ab 40 ausgestorben ist, wird es solche Diskussionen sicher nicht mehr in dem Ausmaß geben.
    Denn die Leute sind nun mal nicht mit dem Medium aufgewachsen.
    Viele haben keine Lust, sich noch auf "Neue" Sachen einzulassen und aus Unkenntnis darüber wird es halt entweder verteufelt oder ignoriert.
    Das ist aber in Zukunft nicht mehr der Fall, wir sind damit aufgewachsen und können unseren Kindern auch diese Sachen rüber bringen.
    Klar gibts auch unter den jungen Leuten welche, die nichts mit technik und der gleichen anfangen können oder wollen, aber der Prozentsatz dürfte verschwindend gering sein.

    Jugendschutz fängt eben nicht mit einem Verbot des betreffenden Mediums an, sondern mit SACHLICHER Aufklärung.


    Zitat Zitat von Heimann Beitrag anzeigen
    Also:
    nicht Menschen sollen hier geächtet werden, sondern die Gewalt - im Fernsehen wie in Computer- Videospielen! In letzteren nimmt diese teilweise Formen an, die nicht nur offen und "blutspritzend" sondern zudem noch sehr subtil und äußerst bedrohlich ausgetragen wird (siehe z.B. die Rolle der "Little Sisters" in "Bioshock" - bitte jetzt nicht den Einwand bringen, dass dieses "Spiel" ja nur für Erwachsene erlaubt ist!).
    Genau der Einwand, den wir aus welchen Gründen auch immer, nicht bringen sollen ist aber der Ausschlaggebende Punkt.
    Mir hat keiner vorzuschreiben was ich als Krank, beängstigend oder was auch immer zu empfinden habe und was nicht.
    Mit 28 Jahren habe ich das Verdammte Recht mir selber eine Meinung dazu bilden zu dürfen.




    Zitat Zitat von Heimann Beitrag anzeigen
    Ich bin als Erwachsener von solchen Darstellungen einfach nur "geschockt".
    Bei aller Faszination ob der Machart und Machbarkeit solcher "Spiele": ich bin der Überzeugung: sie setzen (auch beim Erwachsenen) "Wunden" und machen "Stress"; und wer das leugnet oder anders empfindet, hat sich vermutlich ein großes Stück weit an Gewaltdarstellungen gewöhnt!
    Ich zocke jetzt schon seit gut 10 Jahren unter anderem auch "Brutale" Spiele und stehe unheimlich auf Gore und Splatterfilme.
    Aber glauben sie mir, wenn ich im realen Leben einen zerfetzten Körper sehen würde, dann würde sich auch bei mir der Magen umdrehen.
    Was ich damit sagen will ist, dass Realität und Virtualität nun mal zwei verschiedene Paar Schuhe sind.
    Nur weil ich mir gerne sowas anschaue heißt das nicht, dass ich das auch gerne in Echt mache.
    Abgestumpft gegenüber Gewalt bin ich dadurch eben so wenig.
    Bei mir dürfte da sogar eher das Gegenteil der Fall sein.


    Zitat Zitat von Heimann Beitrag anzeigen
    Ich jedenfalls will mich nicht an Gewalt gewöhnen und kann solche Spiele - mit gutem Gewissen, der "Unterhaltung" dienend - nicht spielen!
    Ist ja auch absolut in Ordnung, da es eben Ihre Meinung ist.
    Geändert von Dr. Kratos666 (21.02.2009 um 12:43 Uhr)

  5. #560
    Avatar von Heimann
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    Zitat Zitat von Kratos666 Beitrag anzeigen
    Ich zocke jetzt schon seit gut 10 Jahren unter anderem auch "Brutale" Spiele und stehe unheimlich auf Gore und Splatterfilme.
    ...Abgestumpft gegenüber Gewalt bin ich dadurch eben so wenig.
    Bei mir dürfte da sogar eher das Gegenteil der Fall sein.
    Darf ich mal nachfragen, was genau Sie an den "Brutalen" Spielen und an Splatterfilmen so fasziniert? Könnten Sie das hier mal beschreiben?
    Und woran messen Sie, dass diese Faszination bei Ihnen sogar das Gegenteil von "Abstumpfung" bewirkt?

  6. #561
    Avatar von Jürgen Mayer
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    Zitat Zitat von Heimann Beitrag anzeigen
    Nur so viel noch zum Begriff der "Ächtung":
    "Das Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung vom 2. November 2000, am 6. Juli 2000 vom deutschen Bundestag verabschiedet, beinhaltet eine Neufassung des § 1631 BGB. Darin wird das Recht auf gewaltfreie Erziehung verankert. 1631 BGB Absatz 2 wird darin wie folgt gefasst:
    „(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“
    (siehe Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung ? Wikipedia)

    Gewalt hat verschiedenste Ausprägungsformen, Gewalt muss nicht "körperlich empfunden" werden, um schwerste Schäden anrichten zu können! Die Forderung nach einer "Ächtung von Gewalt", insbesondere die "Ächtung von Gewaltverherrlichung" erscheint mir daher völlig berechtigt!
    Also, auch weil es scheinbar ignoriert wird, dass "gewaltverherrlichende" Spiele in Deutschland bereits verboten sind, nehme ich mal an, das bezieht sich dann grundsätzlich zumindest lose auf Ansichten wie sie auch hier vertreten werden:

    Höynck, T. (2008). Stumpfe Waffe? Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung von § 131 StGB auf gewalthaltige Computerspiele am Beispiel "Der Pate - Die Don Edition". Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik 4/2008, (206-217).

    Wurde glaub ich im Laufe dieses Threads sogar schon einmal zitiert, von Matthias Dittmayer wenn ich mich richtig erinnere.
    Dem kann ich sogar teilweise zustimmen, vor allem deshalb weil ich den "Paten" ebenfalls für gewaltverherrlichend halte. Und für gewaltverherrlichende Spiele möchte ich mich auch nicht einsetzen, geschweige denn diese selbst spielen.
    Dazu fallen neben dem "Paten" auch das indizierte "Army of Two", die "Hitman"- oder "50 Cent"-Spiele für mich. Soviel zu meinen Ansichten, welche ich aber auch keineswegs als objektive Wahrheiten geltend machen will - darüber lässt sich eben streiten.
    Der springende Punkt ist für mich, dass ich nach all den Ausführungen keineswegs wissen kann was so alles für "gewaltverherrlichend" gehalten wird, und da können bloße Darstellungen für mich für gewöhnlich keine Grundlagen bilden - allein schon weil diese gewisse Grenzen, über die ich jetzt vermutenderweise schon mehrmals hier schrieb, ohnehin nicht überschreiten, und auch Hersteller aus meiner Sicht sehr wohl Tabus kennen (Darstellung von Kindern etc.).
    Das entscheidende Kriterium ist die Position und das Setting, aus welchem Gewalthandlungen in Spielen passieren, und da sehe ich eben vielfach noch bei tatsächlich verbotenen Titeln keine "Gewaltverherrlichung" gegeben, wobei ich überhaupt stark anzweifle, dass eine solche nach objektiven Kriterien mittels Interpretation von Richtern eigentlich feststellbar wäre.

    Das Problem was ich hier sehe ist, dass ständig von der bloßen Darstellung, Thematisierung von Sachen, auf eine bejahende Bedeutung geschlossen wird.
    Anders kann ich mir diese Schlussfolgerungen auf tatsächliche physische oder psychische Gewalt nicht erklären.
    So werden auch ständig "Täter" und "Opfer" in Spielen gesehen, auch wenn diese unter Umständen gar nicht vorhanden sind. Ob diese Sichtweise auf erfundene Darstellungen in Medien nicht ihrerseits eine Verharmlosung realer Gewalt ist möchte ich dabei offen lassen.

    Die andere Kritik, an der Abwesenheit von Kriegsverbrechen oder Sklavenhandel, einmal komplett außen vor gelassen.

    Zitat Zitat von Heimann Beitrag anzeigen
    Darf ich mal nachfragen, was genau Sie an den "Brutalen" Spielen und an Splatterfilmen so fasziniert? Könnten Sie das hier mal beschreiben?
    Und woran messen Sie, dass diese Faszination bei Ihnen sogar das Gegenteil von "Abstumpfung" bewirkt?
    Ich denke, das hat der User schon selbst beantwortet:

    Zitat Zitat von Kratos666 Beitrag anzeigen
    ...
    Ich zocke jetzt schon seit gut 10 Jahren unter anderem auch "Brutale" Spiele und stehe unheimlich auf Gore und Splatterfilme.
    Aber glauben sie mir, wenn ich im realen Leben einen zerfetzten Körper sehen würde, dann würde sich auch bei mir der Magen umdrehen.
    Mir geht es übrigens genau so.
    Und auch ich werde demnächst 29 Jahre alt, und falls ich in absehbarer Zeit bei einer unveränderten politischen Stimmungslage aus privaten Gründen nach Deutschland ziehen werde, habe ich mich schon damit abgefunden, dass ich womöglich viele meiner liebgewonnen Spiel- und Filmkunstwerke hier in Österreich lassen muss, weil diese in Deutschland verboten sein werden.

    Dabei ist von den ersten Splatterszenen aus der Filmgeschichte ("Der andalusische Hund" sollte auch in vielen Mediensammlungen an deutschen Universitäten zu finden sein) bis zum Gore-Film eines H.G. Lewis zuallererst (bloß) ein verändertes Körperbewusstsein innerhalb der Moderne auszumachen, und Gewaltverherrlichung hatte (zumindest früher) eher die Bedeutung einer sauberen Befreiuung unversehrter Körper, zum Beispiel eben im Faschismus, und nicht soviel mit dem Leid und Schrecken geöffneter Körper zu tun - diese waren ihrerseits schon von vornherein eher verboten.


    Also hoffe ich jetzt doch, dass etwa einem "Bioshock" so von vornherein keine "Gewaltverherrlichung" mehr unterstellt wird.
    Von "Faszination" für Gewalt würde ich dabei übrigens nicht sprechen, aber das schließt wohl eine weiterhin hoffentlich nicht allzu pauschale Wahrnehmung von "Gewaltverherrlichung" mit ein.
    Explizite Gewaltdarstellungen können dennoch durchaus Spaß machen, etwa seit den Achtziger Jahren im "Splat-Stick", einer Mischung aus "Splatter" und "Slapstick". Aber schon gewöhnlicher Schwarzer Humor oder Ironie wird von manchen ja nicht geteilt, verstanden, akzeptiert oder als Zynismus abwertend betrachtet.


    Zitat Zitat von Falconer Beitrag anzeigen
    ... Das "Ächten" (geht übrigens auf altgermanisches Recht zurück und bedeutete dort das Ausstoßen aus der Gemeinschaft, völlige Isolierung, Beistandsverbot und Erlaubnis der Ermordung...)
    Danke noch für den schnellen Verweis auf die ursprüngliche, historische Bedeutung dieses Wortes.


    Und abschließend kann ich somit allen Spielegegnern nur empfehlen sich erstmal mit der Moderne zu beschäftigen, bevor sich überhaupt auf postmoderne Sachen wie Computerspiele gestürzt wird - noch dazu ohne diese überhaupt wirklich zu spielen...

  7. #562
    Avatar von usern
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    Ich erkenne keinen Unterschied zwischen dieser Debatte und der Debatte gegen Comics: Comics Code ? Wikipedia
    Sie etwa?

    Zitat Zitat von Heimann Beitrag anzeigen
    (siehe z.B. die Rolle der "Little Sisters" in "Bioshock" - bitte jetzt nicht den Einwand bringen, dass dieses "Spiel" ja nur für Erwachsene erlaubt ist!).
    Daran sieht man das sie dieses Spiel nie gespielt haben.
    "Little Sisters sind nicht zwangsläufig eure Gegner. Im Grunde sind sie eigentlich nichts weiteres als arme, ausgebeutete Seelen, die den durch Adam erzeugten Wahnsinn an Bord von Rapture mit ihren Sammelaktionen aufrechterhalten müssen."
    Da halte ich die Rolle des Mädchens von The Ring (Buch/Film) viel verwerflicher.
    (Aber vielleicht bin ich ja einfach nur zu sensibel oder denke zu viel an das reale Elend in dieser Welt, das man leider oft genug mit ansehen muss, ohne wirklich helfen zu können!).
    Aber Krimis, Western und die Bibel können Sie ohne Probleme konsumieren? (Es gibt sogar eine Studie die zeigt, dass das alte Testament aggressiv macht...)

    "Mehr als 9,5 Millionen Menschen konsumieren in Deutschland Alkohol in gesundheitlich riskanter Form - 1,3 Millionen gelten als alkoholabhängig. Nur etwa 10 Prozent unterziehen sich einer Therapie - oft erst viel zu spät nach 10 bis 15 Jahren einer Abhängigkeit. 20 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren trinken regelmäßig Alkohol. Die volkswirtschaftlichen Kosten alkoholbezogener Krankheiten werden auf mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Jährlich sterben ca. 42 000 Personen direkt (durch Alkoholmissbrauch) oder indirekt (u.a. durch alkoholbedingte Unfälle) an den Folgen des Alkoholkonsums.

    kein Land der Welt neben Russland hat mehr alkoholabhängige Jugendliche als DE

    allein im Kreis München werden pro Woche an Wochenenden knapp 100 Jugendliche wegen Alkoholvergiftung ins KH eingeliefert

    kein Land toleriert so offen den Umgang mit dieser Droge

    kein Land erlaubt so eine Offensive in der Werbung. Selbst im Nachmittagsprogramm (MTV) wird für Wodka geworben."

    Und Sie sagen COMPUTERSPIELE sind ein Problem?

  8. #563
    Avatar von Regine Pfeiffer
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    Zitat Zitat von usern Beitrag anzeigen
    Ich erkenne keinen Unterschied zwischen dieser Debatte und der Debatte gegen Comics: Comics Code ? Wikipedia
    Sie etwa?


    Daran sieht man das sie dieses Spiel nie gespielt haben.
    "Little Sisters sind nicht zwangsläufig eure Gegner. Im Grunde sind sie eigentlich nichts weiteres als arme, ausgebeutete Seelen, die den durch Adam erzeugten Wahnsinn an Bord von Rapture mit ihren Sammelaktionen aufrechterhalten müssen."
    Da halte ich die Rolle des Mädchens von The Ring (Buch/Film) viel verwerflicher.

    Aber Krimis, Western und die Bibel können Sie ohne Probleme konsumieren? (Es gibt sogar eine Studie die zeigt, dass das alte Testament aggressiv macht...)

    "Mehr als 9,5 Millionen Menschen konsumieren in Deutschland Alkohol in gesundheitlich riskanter Form - 1,3 Millionen gelten als alkoholabhängig. Nur etwa 10 Prozent unterziehen sich einer Therapie - oft erst viel zu spät nach 10 bis 15 Jahren einer Abhängigkeit. 20 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren trinken regelmäßig Alkohol. Die volkswirtschaftlichen Kosten alkoholbezogener Krankheiten werden auf mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Jährlich sterben ca. 42 000 Personen direkt (durch Alkoholmissbrauch) oder indirekt (u.a. durch alkoholbedingte Unfälle) an den Folgen des Alkoholkonsums.

    kein Land der Welt neben Russland hat mehr alkoholabhängige Jugendliche als DE

    allein im Kreis München werden pro Woche an Wochenenden knapp 100 Jugendliche wegen Alkoholvergiftung ins KH eingeliefert

    kein Land toleriert so offen den Umgang mit dieser Droge

    kein Land erlaubt so eine Offensive in der Werbung. Selbst im Nachmittagsprogramm (MTV) wird für Wodka geworben."

    Und Sie sagen COMPUTERSPIELE sind ein Problem?
    Zu diesem Missbrauch der Bibel als Argument für Computerspielegewalt wollte ich schon lange etwas sagen:

    Erstens ist es grundsätzlich unlogisch Gewalt in einem Medium mit dem Hinweis auf schlimmere in einem anderen zu entschuldigen. Auch wenn es Schlimmeres gibt, kann ich das lediglich Schlimme kritisieren. Jeder beschäftigt sich halt mit dem, was ihm so biografisch in die Quere gekommen ist.
    Aber mit der Bilbel ist ja anders: Es gibt dort Beschreibungen heftieger Gewalt: Ein Kopf wird abgeschlagen und dann auf einem Teller präsentiert und einiges mehr dergleichen.
    ABER: Sie übersehen den Unterschied zwischen Geschichten, die in der Bilbel erzählt werden und Geboten. Das Gebot der Bibel heißt: Du sollst nicht töten.
    Die Gebote der Spiele heißen aber : Du sollst töten. Tausendfach. Ich erlebe es gerade in WoW wieder. Letzte Woche war ein Quest dran, da mussten die Krieger vom Scharlachroten Ansturm getötet werden, und dann musste man ihre Köpfe in einen riesigen Topf werfen,das wurde zu einem Stärkungstrank gebraut. Und WoW ist ab 12.

    Jetzt werden Sie wieder sagen: Sind ja nur Pixel. Aber als vor zwei Jahren in einer Panoramasendung irrtümlich gesagt wurde, in GTA SA gäbe es Vergewaltigungen, kam ein Riesenaufschrei mit tausenden von Protestmails: Wir sind doch keine Vergewaltiger.
    Da waren es plötzlich nicht nur Pixel.

    Noch eine Kleinigkeit zu WoW: Der Poker für die kleinen Affen gibt jedesmal Blitze, wenn man ihn anwendet. Es ist nicht nur ein Piekser, wie hier behauptet wurde. Nur das Symbol sieht so harmlos aus. Und abgesehen davon, ist ja das Üble, dass man die Kleinen schikaniert, um die Mutter anzulocken.

  9. #564
    Avatar von SethSteiner
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    Gott tötet, das Gebot der Bibel kann daher nicht sein, das Töten nicht richtig ist. Und die Bibel ist nicht ab 12, die Bibel ist für alle Altersklassen. Kinder werden direkt in diese Religion reingeboren und mit ihr erzogen, mit einem Gott der Städte und Kontinente vernichtet und den Verkauf von Frauen und Kindern befürwortet.
    Wahre Heldinnen besitzen noch mehr als nur einen geilen Körper

  10. #565
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    Ausrufezeichen @ Heimann

    Zitat Zitat von Heimann Beitrag anzeigen
    Also:
    nicht Menschen sollen hier geächtet werden, sondern die Gewalt - im Fernsehen wie in Computer- Videospielen! In letzteren nimmt diese teilweise Formen an, die nicht nur offen und "blutspritzend" sondern zudem noch sehr subtil und äußerst bedrohlich ausgetragen wird (siehe z.B. die Rolle der "Little Sisters" in "Bioshock" - bitte jetzt nicht den Einwand bringen, dass dieses "Spiel" ja nur für Erwachsene erlaubt ist!). Ich bin als Erwachsener von solchen Darstellungen einfach nur "geschockt".
    Bei aller Faszination ob der Machart und Machbarkeit solcher "Spiele": ich bin der Überzeugung: sie setzen (auch beim Erwachsenen) "Wunden" und machen "Stress"; und wer das leugnet oder anders empfindet, hat sich vermutlich ein großes Stück weit an Gewaltdarstellungen gewöhnt!
    Ich jedenfalls will mich nicht an Gewalt gewöhnen und kann solche Spiele - mit gutem Gewissen, der "Unterhaltung" dienend - nicht spielen! (Aber vielleicht bin ich ja einfach nur zu sensibel oder denke zu viel an das reale Elend in dieser Welt, das man leider oft genug mit ansehen muss, ohne wirklich helfen zu können!).

    Wenn Sie sagen, Sie jedenfalls wollen sich nicht an Gewalt gewöhnen, leben Sie aber leider
    in der falschen Welt, denn die Rasse Mensch ist geprägt von Gewalt!!!
    Die Realität sieht wie wir Alle wissen weitaus grausamer aus, als Videospiele sein könnten!

    Auch schreiben Sie in der Klammer:
    "Aber vielleicht bin ich ja einfach nur zu sensibel oder denke zu viel an das reale Elend in dieser Welt, das man leider oft genug mit ansehen muss, ohne wirklich helfen zu können!"

    Vielleicht verstehe ich diese Aussage ja falsch, bitte belehren Sie mich in diesem Falle, aber für mich stellen Sie somit Videospiele fast auf das gleiche Level, wie das "reale Elend dieser Welt"!
    Und dem muss ich doch mit jeder Faser meines Körpers widersprechen!!!
    Videospiele sind kein potenzielles Problem, Personen wie Sie wollen es zu einem machen!
    Videospiele als Mitgrund für Gewalt, Jugendkriminalität & zukünftige Kriege durch Massenrekrutierung & Vorbereitung auf den Krieg durch eben diese, ich kann dem einfach auch
    nach langer Diskussion nicht zustimmen! Jedenfalls zu 98 %!
    Ursachen sind falsche Erziehung, Unterdrückung, Perspektivlosigkeit, Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung, Misshandlung, Drogen, und dergleichen!!!
    Und auch Personen wie Sie wissen das!
    Und hier lässt mich eine Frage seit Beginn der Diskussion nicht los:

    WARUM GREIFEN WIR NICHT DIE GROSSEN URSACHEN/PROBLEME AN????
    (Diese Frage richtet sich zugleich an Frau Pfeiffer)

    Ich wünsche Allen noch ein schönes Wochenende!

    MFG
    Kevin S.
    Love for e-Sports <3

  11. #566
    Avatar von Regine Pfeiffer
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    Zitat Zitat von Risingstarhawk Beitrag anzeigen
    Erwarten Sie dann allenernstes noch, dass Ihre Kritiken wahrgenommen werden?? Rumnörgeln kann jeder, aber Alternativen sind es, die man zur Problemlösung braucht.

    Sie wissen ganz genau, dass bei Anno keine Sklaverei vorkommt - trotzdem scheren Sie diese Reihe mit GTA und Der Pate über einen Kamm.
    Anno hat - wie oft genug klargestellt - keine Ansprüche auf historische Genauigkeit.

    Ich gebe mal ein Beispiel, das auf Ihrer Argumentation aufbaut:
    In den USA hat eine Frau den Hersteller ihre Mikrowelle verklagt, weil sie - kein Witz - in ihrer Bedinungsanleitung des Gerätes keinen Warnhinweis "Dieses Gerät ist nicht zur Trocknung von Haustieren geeignet" gefunden hat und dem entsprechend ihre Katze in der Mikrowelle getrocknet hat.
    Die Frau bekam zwar recht und Schadensersatz, aber ich denke, dass wir hier keine amerikanischen Verhältnise aufkommen lassen müssen.
    Oder habe
    Wie wäre es denn , wenn Sie mal lesen, was ich dazu geschrieben habe:
    Ich habe kritisiert, dass der Titel des Spiels den Anschein erweckt, als ginge es um historische Realität. Es wird ja oft behauptet, man könne mit der Serie Geschichtskenntnisse vermitteln,. Die hier dargestellte Geschichte enthält aber gravierende Lücken. Also, habe ich geschrieben, sollte man den Titel ändern. Ich habe auch klipp und klar, dass ich nur über 1701 Bescheid weiß, nicht über die anderen. Es ist völlig grotesk, dass sie behaupten, ich stelle die Annno Reihe neben den Paten. Ich habe die Titel als Vorschlag für Diskussiosthemen nebeneinenader gestellt.

    Nach allem, was ich hier gesehen habe, unterstelle ich Ihnen keine böse Absicht. Computerspielen ist halt keine Leseförderung.
    Geändert von Dominic Eskofier (22.02.2009 um 22:47 Uhr) Grund: Zitat gefixt

  12. #567
    Avatar von 1UP-LIFE
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    Ausrufezeichen @ Frau Pfeiffer

    Zitat Zitat von Regine Pfeiffer Beitrag anzeigen

    Nach allem, was ich hier gesehen habe, unterstelle ich Ihnen keine böse Absicht. Computerspielen ist halt keine Leseförderung.
    Entschuldigen Sie Frau Pfeiffer,
    aber dieser Satz zeigt wohl doch eine etwas herablassende Sicht Ihrerseits auf uns.
    Oder verstehe ich da was falsch?

    MFG
    Kevin S.
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  13. #568
    Avatar von Regine Pfeiffer
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    Zitat Zitat von Heimann Beitrag anzeigen
    Auch ich kenne die Forschungsergebnisse des KFN (www.kfn.de ) und ich kann sie aus der eigenen kinderärztlichen Perspektive nur bestätigen. Ich erlebe immer wieder, dass Kinder, die mit ihren (PC-) Spielen allein gelassen werden, ein deutlich höheres Risiko haben, sozial auffällig zu werden und/oder in der Schule schlechtere Noten zu erreichen.

    zu „Gewaltinhalten“:
    Ich habe mir – aus beruflicher Neugierde – angeblich gewalthaltige Spiele verschiedener Genres angesehen (hier in diesem thread sind ja reichlich Hinweise gegeben worden) und ich muss sagen, ich bin entsetzt!
    Was hier den Kindern/Jugendlichen (zunächst einmal unabhängig von der Altersfreigabe und ob sie eben nicht doch an diese Spiele dran kommen – da ist ja inzwischen alles möglich, wie sogar in diesem thread von Usern beschrieben und erfahren) zugemutet wird, ist für meinen Geschmack zum Teil unerträglich. Wie sollen Kinder oder auch Jugendliche das verarbeiten ?
    Es reicht mir schon, was mit dem scheinbar harmlosen „Spongebob“ im Fernsehen (wird von 3-jährigen an aufwärts regelmäßig und stundenlang gesehen) teilweise geboten wird (gefunden bei YouTube z.B.: „die krossen Knochenbrecher“ SpongeBob Videos - NICK.de
    Das kann man als harmlos oder allenfalls nervig abtun, aber wisst Ihr, was das bei einem 4-jährigen auslösen kann, der nachher noch nicht einmal mit seinen Eltern darüber reden kann, weil die im Nebenzimmer online sind oder gerade WOW spielen und nicht gestört werden wollen? Vielleicht endet das ja dann so, wie bei „Megadoomer“ in YouTube: YouTube - SpongeBob Wrestling 3!

    Also ich kann diese systematische Glorifizierung von fiktiver, realistisch dargestellter Gewalt (wie in GTA IV oder in DER PATE ) absolut nicht verstehen. Da hilft mir auch nicht der Hinweis einiger User hier in diesem thread auf die reichlich vorhandene reale Gewalt draußen überhaupt nicht weiter.
    Im Gegenteil: reicht es uns nicht, die täglichen Horror-Meldungen über Kriege, Selbstmord-Anschläge und Vergewaltigungen?
    Selbst Kritiker der Gewaltwirkungsforschung mussten einräumen, "… was die untersuchten Computerspiele in Hinblick auf den Gefährdungsaspekt nicht bewirken:
    Sie bewirken keine Empathie. Das "Gegenüber" im Computerspiel fordert kein Mitgefühl, sondern taktisches Kalkül, strategisches Denken und reaktionsschnelles Handeln. Computergegner kennen keine Gefühle und keine Empathie. Ihr Handeln folgt ausschließlich programmierten Algorhythmen. "

    Jeder Kinder-Psychologe (und mit solchen habe ich beruflich häufiger zu tun) weiß, welche Folgen sich allein aus dieser Feststellung für die Kinder ableiten lassen.

    Wenn wir uns eingestehen können, dass (dauerhaft einwirkende) Gewalt in Bildschirmmedien (in besonders ausgeprägter Form in den hier immer wieder erwähnten Computerspielen) auf Kinder/Jugendliche (und möglicherweise auch auf Erwachsene?) aus den beschriebenen Gründen und Umständen eine teilweise sehr ungünstige Wirkung hat auf die Entwicklung dieser Kinder, weil für sie sorgende Menschen nicht mehr hinreichend präsent oder kompetent sind, dann muss die Gesellschaft eingreifen!

    Ich kann den Mut und das Engagement von Frau Pfeiffer hier in diesem Medium Rede und Antwort zu stehen nur bewundern. (Normalerweise finden sich in einem solchen Forum ja nur Gleichgesinnte mit gleich lautenden Überzeugungen.) Aus dem, was ich ihren Aussagen entnehmen kann, gewinne ich den Eindruck, dass sie sich sehr intensiv mit den Spieleinhalten auseinandergesetzt hat.
    Auch ich habe es mir nicht leicht gemacht, hier meine Meinung zu posten. Aber auch ich bin der Überzeugung, dass hier eine Firma (eine von vielen anderen möglicherweise) mit viel „Schweinerei“ einen sehr lukrativen Markt bedient, sprich sehr viel Geld verdient. Und die „Schweinerei“ wird offensichtlich von vielen angenommen, ohne - hinsichtlich der Wirkungen auf „unkontrollierte“ Kinder/Jugendliche – hinreichend hinterfragt zu werden. Und die noch größere Schweinerei ist, dass diese auch noch mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen der Kölner Fachhochschule für Medien unterstützt wird.
    Und auch ich frage mich – entsprechend dem Kölner Aufruf gegen Computergewalt: „Wie kommt der Krieg in die Köpfe - und in die Herzen“ unserer Kinder? Selbstverständlich ist am Gewalt-Elend unserer Welt vieles Schuld, und vieles müsste von vielen engagierten Menschen geändert werden. Diese Spiele sind nur ein Spiegel dieser Welt – allerdings mit sehr einseitiger Sichtweise – und müssen sie wirklich sein? Die Gefahr der Vermüllung der Köpfe unserer Kinder (und der gesamten Gesellschaft) ist auch ohne diese Gewalt-Spiele noch immer groß genug! Müssten nicht auch wir als Erwachsene (Spieler) mit Verantwortung zeigen?

    Und genau das ist eine Alternative zur Problemlösung: Problembewusstsein schaffen, sich offen und nachdenklich den Argumenten der „anderen“ gegenüber zeigen und Verantwortung übernehmen, und sei es „nur“ gegenüber den eigenen Kindern!

    Zum Schluss habe ich nur noch die Bitte an Euch, meinen Standpunkt einfach nur zu respektieren!
    Na sowas! Bin ich hier nicht mehr so allein.

    Bitte, Heimann, könnten Sie nicht auch ein paar aufklärende Worte zu dem Streit über Sims sagen. Ich habe oben ausgeführt, dass Spiele wie die Sims die falschen Körpervorbilder des Fernsehens damit die Gefahr für Essstörungen verstärken. Was ist Ihre Erfahrung als Kinderarzt.


    Als ich dann von den V-förmigen Körpern der virtuellen Körpervorbilder für Männer sprach - extrem breite Schultern, schmale Hüften - wurde behauptet, ich gehe in Richtung Menschen Vermessen, dem Kommentierenden schauderte es.
    Das fand ich heftig.

  14. #569
    Avatar von Crizzo
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    Zitat Zitat von Heimann Beitrag anzeigen
    Also:
    nicht Menschen sollen hier geächtet werden, sondern die Gewalt - im Fernsehen wie in Computer- Videospielen! In letzteren nimmt diese teilweise Formen an, die nicht nur offen und "blutspritzend" sondern zudem noch sehr subtil und äußerst bedrohlich ausgetragen wird (siehe z.B. die Rolle der "Little Sisters" in "Bioshock" - bitte jetzt nicht den Einwand bringen, dass dieses "Spiel" ja nur für Erwachsene erlaubt ist!). Ich bin als Erwachsener von solchen Darstellungen einfach nur "geschockt".
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    Ich jedenfalls will mich nicht an Gewalt gewöhnen und kann solche Spiele - mit gutem Gewissen, der "Unterhaltung" dienend - nicht spielen! (Aber vielleicht bin ich ja einfach nur zu sensibel oder denke zu viel an das reale Elend in dieser Welt, das man leider oft genug mit ansehen muss, ohne wirklich helfen zu können!).
    Dann sollte sie diese Spiele einfach meiden. Aber was hat ihre Empfindung, ihr Geschmack damit zu tun, dass andere Erwachsene damit kein Problem haben und diese Spiele spielen möchten?
    Eher nichts, denn auf die Gesamtheit zählt ihr Empfinden nichts und mir ist es dabei auch herzlich egal. Ich muss mich aber nicht einschränken lassen. Weder durch die USK, die BPjM oder sonst wem. Schon gar nicht, wenn außerhalb der Grenzen Deutschland nicht so ein Theater gemacht wird.
    Victorypoint.de, garantiert werbefrei! :)

    •   Alt

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  15. #570
    Avatar von Pweitmann
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    Zitat Zitat von Regine Pfeiffer Beitrag anzeigen
    Na sowas! Bin ich hier nicht mehr so allein.

    .
    Guten Abend Frau Pfeiffer
    Was für ein Zufall. Und der Nichtspieler, Herr Heimann erzählt uns was von Little Sisters aus Bioshock...
    Daraus schließe ich dass Herr Heimann ein Bekannter von Ihnen ist. Denn ein nicht Spiler verirrt sich nicht zufällig hier ins Forum, und zieht Little Sisters aus dem Hut.
    ABER. Das ist nicht schlimm Frau Pfeiffer, auch ich habe den ein oder anderen gebeten sich hier zu beteiligen. Ich warte übrigendes immer noch auf eine Antwort bezüglich meiner Frage: Kulturgut.

    mfg

    Pweitmann
    Geändert von Pweitmann (21.02.2009 um 19:20 Uhr)

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