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Dr. Calcolon

Laserlight Tennis

Bewertung: 5 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
von am 02.06.2012 um 23:36 (508 Hits)
Es war ein schöner Abend. Tim und Lisa standen mit der Mutter in der Küche, kochten und unterhielten sich über das kommende Schulfest am nächsten Wochenende. Zwischen Kartoffel schälen und Möhren hacken war es ein heiteres Miteinander.

Plötzlich ertönte das Geräusch, was sie täglich immer zum Verstummen führte. Das Geräusch des rotierenden Schlüssels im Schloss wenn Vater Egon von der Arbeit nach Hause kommt.
"Hallo, ich bin da" verkündete er, wie er es täglich tat, bei seiner Ankunft.
"Hallo Papa", fast emotionslos und leise kam es aus Tim raus, als ob man ihn aus einem Traum rausgerissen hätte.
"Du bist ja heute früh dran Schatz, Essen ist noch nicht fertig". Mutter Susanne konnte besser schauspielern.
"Hab heute eh keine Zeit, muss noch zu einer Vorführung, den neuen Prototypen vorstellen. Weisst Du was das Beste ist Timi? Du kommst heute mit."
Tims Gesicht wurde blasser aber auch Susanne musste ihre echten Emotionen unterdrücken. Aber Egon registrierte ihre Reaktionen eh nicht. Er redete begeistert weiter.
"Ich brauche einen Jungen für die Vorführung des neuen Laserlight Tennis Prototyps. Wir machen hier mal schnell ne Testrunde damit Du Dich nicht ganz so dumm anstellst dort." Diese kleine aber eindeutige Erniedrigung in seinem Satz lies seinen freundlichen und begeisterten Tonfall kein bisschen verändern.

In ein paar Handgriffen hatte er das Spiel auf dem Wohnzimmertisch aufgebaut. Es sah eigentlich wie ein gewöhnliches Laserlight Tennis aus, nur war es etwas größer als die Gewöhnlichen, so dass es den Wohnzimmertisch komplett füllt. Als Egon den kleinen Power Knopf betätigte blinkte das rote Lämpchen kurz und blieb dann konstant am leuchten. An den Schultern packend dirigierte er Tim an das eine Ende des Tisches und drückte ihm einen Schläger in die Hand. Egon positionierte sich an dem anderen Ende des Tisches. Mutter und Tochter hatten ihre eigentliche Arbeit in der Küche unterbrochen und sahen zu. Beide waren still und Susanne sah nun mittlerweile extrem besorgt aus.

Nachdem der Vater den Start Knopf betätigt hatte, kam ein leichtes Summen aus der Laserlampe in der Mitte des Spielfeldes. Als der Laser sich aktivierte war er auf Timi´s Spielseite gerichtet. Noch bevor der Junge reagieren konnte, traf ihn der Laser im Gesicht. Die Mutter konnte noch sehen, wie es aus seinem Hinterkopf austrat. Egon fing an zu fluchen und drückte schnell auf den Stop Knopf. Tim lag da schon auf dem Boden. Susanne war schon zu ihm rüber gehastet und hielt ihn in den Armen. Da wo sein linkes Auge war, klaffte jetzt ein durchgehendes Loch. Noch zuckte sein Körper aber der Mutter war klar, dass hier nichts mehr helfen könnte. Aus seinem Mund und seinen Ohren kam schon Blut raus, und von dem Blut was durch die Wunde gespritzt kam, hatte sich schon ne Lache gebildet.

Sie registrierte eh nichts mehr, mit zitternder Stimme kam nur ein "Nein nein". Sie hörte nicht Egons Fluchen, "Du blöder Vollidiot, wie soll ich jetzt die Präsentation machen? Wo soll ich jetzt noch einen Jungen auftreiben?" Auch hörte sie nicht wie Lisa schrie und ihr Gesicht schon rot anlief.
Erst als sie im Augenwinkel sah dass Egon einen Schritt auf Lisa zumachte, kam Susanne etwas zu sich. Mit einer Entschlossenheit und einer Wut die sie Egon noch nie gezeigt hatte und eigentlich keinem Menschen auf der Welt stellte sie sich ihm in den Weg und fing an ihn zu schupsen. "Sie lässt Du in Ruhe! Hast Du heute nicht genug angerichtet? Ihr wirst Du nichts tun, das werde ich nicht zulassen" daraufhin entgegnete ihr Egon: "Dafür habe ich jetzt kleine Zeit Weib".

Susanne merkte wie ihr die Luft wegblieb als Egon mit voller Wucht in ihren Bauch boxte. Sofort sackte sie zu Boden und konnte auch nicht reagieren als ein Tritt gegen ihre Rippen folgte. Bewegungslos musste sie ansehen, wie Egon Lisa am Arm packte und mit ins Bad nahm.
Als sie wenige Zeit später wieder raus kamen, waren Lisas Augen schon knallrot vom Weinen. Aber etwas anderes hatte sich auch geändert. Lisas Haare waren kurz geschoren. So das sie wie ein Junge aussah.
"Die Klamotten von diesem Nichtsnutz passen Dir leider nicht, wir kaufen Dir unterwegs was." sagte Egon. Hastig packte er noch das Laserligt Tennis Spiel ein und zerrte Lisa mit sich zur Haustür. "Guck das Du hier die Sauerei sauber machst und denk daran das Essen fertig zu kochen." Mit diesen Worten verabschiedete er sich und nahm Lisa mit zu der wichtigen Präsentation. Susanne wäre ihm noch hinterher gerannt, aber sogar das Atmen viel ihr im Moment schon schwer.
Sie hörte noch wie der Wagen ansprang und losfuhr.
Dann Stille.
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Kommentare

  1. Avatar von StHubi
    Der Blog ist wirklich gut geschrieben. Aber irgendwie hinterlässt der doch einen ziemlichen "WTF-Eindruck" bei mir... Fast so wie die Kurzgeschichten Sammlung von Harlan Ellison, die ich neulich gelesen habe
  2. Avatar von Forsta
    Ein herrlich böser Blog, ich mag solche verrückten Geschichten!
  3. Avatar von d.night
    was will uns der Künstler damit sagen?
    Soll das schwarzer Humor sein? Iwie find ich den Humor nicht. Was übrig bleibt ist Verwirrung. Sorry. ^^