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Katharina Reuss

Schwein sein

Bewertung: 9 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
von am 08.07.2011 um 13:10 (550 Hits)
Gewisse Studien sagen ja, dass Frauen einfühlsamer sind als Männer. Laut Wissenschaft hat die weibliche Bevölkerungshälfte durchschnittlich einen höheren emotionalen IQ als Männer, sie können sich also besser in andere hineinversetzen und nehmen häufiger Rücksicht auf Gefühle.

Keine Ahnung, ob das stimmt. Aber beim Durchblättern der letzten Ausgabe ist mir etwas aufgefallen.

Andy hat Duke Nukem Forever getestet. Er fand das Spiel gut, so wie viele andere Zocker und Redakteure weltweit. Gleichzeitig gab es aber auch eine Menge negativer Wertungen. In den meisten dieser Reviews wurde der Duke persönlich als Hauptproblem der Serie ausgemacht. Und nachdem ich Duke Nukem Forever gespielt habe, muss ich diesen Personen beipflichten. Ich habe nichts gegen Spielfiguren mit Ecken und Kanten, ich habe nichts gegen Antihelden ? aber ich möchte kein zynisches ****loch sein, nicht einmal in einem Videospiel. Ich möchte meine beiden weinenden, todgeweihten Freundinnen, die von Aliens entführt und geschwängert wurden, nicht mit einem herablassenden Spruch verarschen, sobald ich sie sehe. Der Duke macht es trotzdem. Ich will die hilflose Gefangene in Poseidons Tempel nicht grundlos töten. Kratos in God of War tut das dennoch.

Klar, nicht zu jedem Spiel passt ein Moral-System und die Möglichkeit, dynamische Entscheidungen zu treffen. Doch diese beiden Beispiele haben bei mir dazu geführt, dass ich keine Lust mehr hatte, weiter in der virtuellen Haut der Hauptfigur zu stecken. Blasse Helden sind eine Sache, Psychopathen eine andere.

Wie seht ihr das? Reagiere ich über? Immerhin handelt es sich nur um Pixel auf dem Bildschirm und nicht um lebende Personen. Oder fühlt ihr gar ähnlich? Zu einer wissenschaftlichen Studie wird es wohl nicht reichen, aber ich freue mich über Kommentare!

Dieser Text stammt übrigens aus der GA 07/11 und ist auf den Leserbriefseiten in der Kolumne zu lesen.
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Kommentare

  1. Avatar von Getz
    Ich finde nicht, dass du überreagierst.

    Wir (die Spieler) übernehmen in den Spielen die Rolle eines Bewohners der jeweiligen Phantasie-Welt und können so eine mal mehr, mal weniger spannende, lustige oder traurige Geschichte erleben. Die Geschichte ist aber ein zweischneidiges Schwert: Zum einen wollen wir (zumindest bei guten Spielen) immer wissen, wie es weitergeht, bis uns irgendwann der Abspann siganlisiert, dass die Geschichte zu einem Ende gekommen ist. Auf der anderen Seite schreibt die Geschichte dem Protagonisten vor, wie er zu sein hat und wir müssen uns damit abfinden. Das ist vor allem bei solchen Szenen, wie du sie genannt hast sehr ärgerlich.

    Schließlich ist man nach einer gewissen Zeit so ins Spiel vertieft, dass man meinen könnte selbst in der virtuellen Welt zu sein. Ich meine wer sagt denn: "Link kämpft jetzt gegen Ganon" oder "Mario rettet jetzt die Prinzessin", wenn man selbst spielt? Die meisten werden doch eher sagen: "Ich kämpfe...." oder "Ich rette....". Umso mehr stört es, wenn man gerade mitten im Spielfieber ist und die Figur etwas macht, was man selbst nie machen würde...

    Da lob ich mir Spiele wie Fallout 3 oder BioShock, wo die Entscheidungen des Spielers bestimmen, ob der Protagonist nun eher gut oder böse ist.
  2. Avatar von Falconer
    Gute Idee, Deine Kolumne auch hier zu veröffentlichen. Zum Thema: Es sind doch nur Pixel? Wenn das Argument gebracht wird, geht mir regelmäßig der Hut hoch. Jeder, der in unserer Medienwelt sozialisiert wurde, ist zu einem gewissen Grad abgestumpft. Wie hochgradig und bei welchen Themen, hängt natürlich von der jeweiligen Persönlichkeit ab. Ich finde es eher beruhigend, dass Dich gewisse Spielsituationen emotional nicht völlig kalt lassen. Empathievermögen zeugt nicht unbedingt von Dummheit. Im Gegenteil.

    Die von Dir angeführten Games wecken bei mir keine negativen Empfindungen. Dafür sind sie mir deutlich zu fiktional. Mit zynischen Arschloch-Kunstfiguren habe ich kein Problem. Anders geht?s mir bei Spielen, die auf Realismus getrimmt sind. Ich kann keinen Shooter in wirklichkeitsnahen Szenarien zocken, ohne nicht auch daran zu denken, dass vielleicht irgendwo zeitgleich ein echter Soldat/Zivilist im Staub verreckt. Entertainment hier, weinende Familien dort? Kriegsbilder im TV, die sich von Videospielen optisch nicht mehr unterscheiden lassen? Da kommen mir häufiger Zweifel an unserem Hobby. Und ich bin beileibe kein Pazifist. Der Spielspaß siegt auch bei mir häufig über das schlechte Gewissen.
  3. Avatar von d.night
    ich hab beide Spiele nicht gespielt, aber nach allem was ich über den Duke gelesen habe, ist er ein blödes, brutales, sexistisches Arschloch...man möge mich korrigieren wenn ich falsch liege.
    Was uns das über die Fans des Dukes die gerne in seine Rolle schlüpfen sagt, will ich mal nicht beurteilen, aber mal ein bisschen fies sein find ich in Videospielen nicht so schlimm. Bin ich selber gerne mal.
    Mein allerliebstes Lieblingsspiel aller Zeiten, KOTOR, machte mir als fiese Sith mehr Spaß als als strahlende Jedi. Ob das mit den von dir genannten Szenen vergleichbar ist kann ich nicht wirklich beurteilen, aber ich glaube nicht so ganz. Also es gibt dann schon auch Grenzen und Sachen die ich nicht mal virtuell tun würde.

    Ob du über reagierst? Find ich nicht, jeder hat im Detail seinen eigenen moralischen Kompass und so lang der nicht zu stark in die falsche Richtung geht, kann man dagegen eigentlich nix sagen. Und bei "ich fühl mich nicht wohl dabei" erst recht nicht.

    PS: Du solltest noch dein Ava neu hochladen. ;D

    @Crank94: Muss ich es wirklich hin schreiben oder kommst du von alleine drauf was ich von deinem schwachsinnigen Blabla halte?
  4. Avatar von StHubi
    Wieder mal eine sehr interessante Kolumne, Katha. Allerdings dürfte die wohl erst in Ausgabe 08/11 erscheinen, oder? Kleiner Tippfehler mit großer Wirkung => Ich renne zum Regal, reiße die 07/11 heraus, blättere zitternd nach hinten und stelle fest, dass ich doch noch nicht SO vergesslich bin, dass ich deine Kolumnen vollkommen vergesse

    Mir sind eigentlich Spiele lieber, in denen ich etwas Kontrolle über die Handlungen meiner Figuren habe. Der Duke war schon immer etwas extrem und im aktuellen Spiel geht es wohl wirklich auch für mich etwas zu weit - von der Szene mit den beiden von Aliens geschwängerten Freundinnen habe ich schon mal irgendwo gelesen/gehört und fand es widerlich. Es passt auch irgendwie gar nicht zu dem Rest des Spiels.
    Es hört sich irgendwie nach einer digitalen Geisterbahn an: Man sitzt auf einer fest vorgegebenen Schiene und darf sich jede Menge "Gruseliges" ansehen und kann sonst eigentlich nicht viel machen. Bei dem von Dani erwähnten KOTOR hat man ja wenigstens noch die Wahl gehabt. Das Spiel hatte natürlich das angesprochene Moralsystem, aber in einer rudimentären Form hatte das ja sogar ein Shooter wie BioShock.
  5. Avatar von -Sebii-
    Mir gehts ähnlich wie Falconer. Einerseits darf nicht von "nur Pixeln" usw. gesprochen werden. Eine Verharmlosung der virtuellen Gewalt ist genauso negativ wie eine Überreaktion ("Killerspieldiskussion") diesbzgl. .
    Andererseits ist schon zu unterscheiden:

    1. Hab ich evtl. eine Wahl oder ist der Spielverlauf für mich zwingend?

    Wenn ich eine Wahl habe, dann tritt mein Gewissen deutlich mehr hervor, da ich die Entscheidung im Spiel treffe und dementsprechend in der Haut der Spielfigur stecke. "Muss" ich aber eine bestimmte Handlung ausführen, so kann ich mein Gewissen schnell beruhigen, da man ja nur "auf Befehl" handelt und so jede Verantwortung auf das Spiel selbst übertragen kann.

    2. In welchem Zusammenhang stehen das Game und der Grad der Gewalt?

    Während bei Shootergames ein gewisser Gewaltgrad ohne Zweifel nötig ist, da sonst das Spielkonzept an sich völlig sinnlos wäre, ist er bei anderen Spielen verfehlt oder zumindest äußerst fragwürdig. Oder wer würde sich nicht wundern, wenn es ein Simsspiel geben würde, bei dem man Gewaltaktionen ausführen könnte?
    Auch ist hier zu unterscheiden, ob das Spiel eine Realitätsnähe sucht oder sich ganz klar davon distanziert und ob die Spielfigur komplex angelegt ist oder nur eine seelenlose Hülle.
    Denn je realer ein Spiel und je komplexer eine Figur ist, umso mehr kann man sich in die Spielwelt und in den Protagonisten hineinversetzen. Optimalerweise "verschmelzt" man mit dieser, weshalb man sich nun intensiver mit Entscheidungen beschäftigt, was auch dazuführt, - zumindest bei den (hoffentlich) meisten Spielern -
    dass man ein Gewissen bildet und man menschliche Züge, wie Reue, Scham, Mitleid usw. ins Spiel einfließen lässt oder, wenn man keine Entscheidungsmöglichkeit hat, anfängt sich von seiner Figur zu distanzieren, falls dessen Handlungen nicht mehr in einem nachvollziehbaren Rahmen geschehen.
    Bei Spielen, die jedoch jeder Realität entbehren und sich auch ganz klar davon distanzieren wollen, ist der Gewaltgrad eher eine Frage des Geschmacks als des Gewissens. Spiele wie Mortal Kombat würden auch ohne diesen funktionieren, wie z.B. Street Fighter zeigt. Jedoch gehört dieser unbestritten zur Serie dazu und da er völlig übertrieben und unrealitisch ist, bringt das Spiel seine Realitätsferne zum Ausdruck, weshalb man sich nicht mit seinem Gewissen beschäftigen wird, da man ein solches Spiel entweder mag oder von vornherein ausschließt.

    Spiele wie GoW und DNF sind schwierig einzuordnen, da sie zwar einerseits eine Spielfigur bieten, in die man sich aufgrund der Story hineinversetzen kann, man denke nur an den Zorn Kratos gegenüber den Göttern, den wohl jeder Mensch nachvollziehen kann. Andererseits nehmen sich die Spiele selbst auch nicht so ernst, siehe der Duke. Diese Figur ist schon so sehr überzeichnet, dass sie nicht mehr ernst genommen werden kann und sie sich eher wie eine Karikatur eines Helden spielt.
    Ob es dann trotzdem solcher Aktionen bedarf, indem Unschuldigen Gewalt angetan werden kann, bleibt dagegen trotzdem äußerst fraglich. Spätestens hier ist der Moment, indem man sich als Spieler fragt ob das denn wirklich nötig ist.

    Fazit:

    Emotionale Reaktionen, die man bzgl. von Entscheidungen in Videospielen entwickelt, sind aufgrund ihrer teilweisen Übertragbarkeit ins reale Leben absolut nachvollziehbar, bzw. sogar vielmehr notwendig, um nicht emotional abzustumpfen. Freilich ist aber nichts dagegen einzuwenden, wenn man virtuell mal etwas über die Stränge schlägt, solange man sich innerlich, zumindest kurzfristig, mit der jeweiligen Situation auseinandersetzt und sich fragt, was wäre wenn ich in einer solchen Situation wäre.
  6. Avatar von sigi11
    Aach gott was find ich das toll das in den usa ein sechsjähriger gears of war kaufen kann und ich mit 24 hier nicht!... gottseidank gibts österreich, zum glück ist das nach der eingliederrung ins deutsche reich wieder ein eigenes Land geworden! ;P sonnst würden viele importeure heute dumm in die röhre schaun! *juhu*

    die freiheit leidet, ich will mir einfach nicht alles vorschreiben lass was ich zu tun und zu lassen hab darin ist deutschland ja sicha in den top five gleich hinter china und nordkorea nehm ich an!

    es wird gesagt man darf es ja nicht nur als "pixel auf einem bildschirm " betrachten... aber ich bin realist, genau das ist es! hehe vor allem bei DOOM 1 ^^ da erkennt man doch die pure willkür der politik, die das thema in der vergangenheit doch eh nur ausgeschlachtet hat um auf wählerfang zu gehen!!! aber dank dem einfluss der konzerne und bestimmt hervorragender lobiearbeit haben wir jetzt "mehr blut und morde" (könnte ich sagen... nennen wir es mal künstlerrische freiheit)!

    sicher bin ich der meinung das ein sechsjähriger kein gears of war spielen sollte, ich will aber schon! ich möchte mir das nicht verbieten lassen! ich will freiheit! ich will mit einer kettensäge durch eine universiät rennen dürfen! durch eine grundschule! durch einen kindergarten! [..jetzt bin ich spätestens im politischen aus..] ja gut ich komm euch was entgegen -von miraus dürfen alles zombies sein! (haha seht ihr, auf einmal bin ich der retter! xD hehe sehr schön wohin sich das entwickelt) oh man, hoffentlich tretten mir die bullen nicht die tür ein.. die ist aus glas.. ..-.-°

    AAah katha, es ging ja um den duke!^^° hab mich etwas gehen lassen, aber meine position sollte klar sein, eigentlich hatte ich momentan kein verlangen das zu zocken, jetzt hab ich ein paar viedeos gesehen und der ist ja mal so richtig assi-geil, jetzt bin ich voll heiss drauf!

    danke Katha ;-* *bussi bussi* mfg. Christian reuss

    ps: wer rechtschreibfehler findet darf sie behalten!
  7. Avatar von sigi11
    Naaa das laesst mir keine ruhe,
    ok das mit der kettensaege im kindergaerten usw war etwas uncool, das will ich nicht unbedingt aber mehr noch will ich nicht das jemand fuer mich die entscheidung trifft das ich das garnicht zu wollen habe!! -.-'
    Ausserdem hab ich angst um meine tuer!... xP

    Aber die idee mit den kindergartenzombies ist schon haengengeblieben...hmm *Faszinierend*!! Wie die litle sisters aus bioshock oder alma aus fear... Ein kleiner flinker gegner der in horden die decken und waende langkommt in einem endzeitzombieshooter! -ich werd mich wohl als naechstes mal mit valve, ea, einem noname entwicklerstudio aus den ostblock und dem bundespartentamt in verbindung setzen! XD mfg C.Reuss