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Killerheini

Gefahr von "Killerspielen" (erweiterte Version)

Bewertung: 4 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
von am 24.04.2009 um 18:41 (152 Hits)
Dies ist eine erweiterte Version meines letzten Blogs. Wer zu faul ist das hier zu lesen kann diese bedeutend kürzere Version lesen .
1.Vortwort

Videospiele mit gewalttätigen Inhalten, oft von außen Stehenden fälschlicherweise als "Killerspiele" bezeichnet, haben eine große Fangemeinde. Dies ist sicher kein Resultat der bloßen Tatsache, dass es darin nur um schlichtes Bildschirmtöten geht. Viel mehr geht es darum, spezifisch in Ego-Shootern wie "Counter-Strike", mit Geschick in einer Gruppe einen fairen Wettstreit mit einer anderen Gruppe zu halten. Zwar wird dabei zur Waffe gegriffen, doch geschieht dies nach wie vor virtuell, was ein großer Teil der Fangemeinde auch so wahrnimmt. Auch ist bei keinem der Amokläufer bewiesen, dass sie nur wegen Videospielen Blutbäder angerichtet haben. Sie wurden gemobbt, ausgeschlossen oder anders gedemütigt. Das Videospiele reale Gewalt auslösen, ist eine simple und unbestätigte Theorie, die leider von zu vielen Leuten vertreten wird. Videospiele können, müssen aber nicht an Gewaltverbrechen schuld sein.

2.Welche Spiele sollte man Kennen?

Im folgenden Abschnitt werde ich einige Genres und deren Vertreter aufzählen. Dabei werde ich versuchen Ihnen zu erklären, warum diese Spiele gefährlich oder ungefährlich sind.

1.Ego-Shooter: Ego-Shooter sind Spiele, in denen man durch die Augen der Spielfigur sieht und dabei mit Waffengewalt ein Ziel erreichen will. Dabei geht es in den seltensten Fällen blutig zu. Die meisten Spiele in denen Blutbäche fließen und Blut gegen die Wände spritzt erhalten in Deutschland keine USK-Freigabe. Auch Bilder des Spiels "Counter-Strike", welche oft in populistischen Zeitungen abgedruckt werden, stammen aus einer in Deutschland indizierten und somit schwer zugänglichen Version. Auch Spiele, in welchen man sinnlos tötet, erhalten keine USK-Freigaben. Sie sehen, Ego-Shooter sind bei zu extremer Gewalt nicht auf dem deutschen Markt erhältlich (auf Importe aus Nachbarländern gehe ich später noch einmal ein).
2.Stealth-Action-Spiele: Hier ist es das Ziel, leise und unentdeckt (also Stealth) an das Ende eines Spiels zu kommen. Zwar ist man auch hier bewaffnet, doch wer zur Schiessprügel greift, verliert meist. Jedoch ist es ab und an nicht anzuwenden, dass eine Leiche den eigenen Weg pflastert. Vorbildlich ist die "Metal Gear Solid"-Reihe, welche immer einen alternativen, unblutigen Lösungsweg zur Verfügung stellt. Leider ist er auch der schwerste und wird deshalb von den wenigsten Spielern gewählt.
3.GTA: Neben dem Spiel "Counter-Strike" wird auch "Grand Theft Auto", kurz GTA, extremst verteufelt. Inzwischen zählt die Serie mit 9 Hauptteilen zu den umfangreichsten. Bereits seit erscheinen des 3. Teils gerät das Spiel regelmäßig unter medialen Beschuss. Es soll gewaltverherrlichend sein und süchtig machen. Dabei bietet GTA bewusst eine überspitzte Parodie auf die momentane Situation in Amerika. Waffen sind leicht zugänglich und liegen auf der Strasse, alle 5 Minuten wird man in eine Schiesserei verwickelt und klaut sich regelmäßig einen Sportwagen...kurz: Man durchlebt keinen auch nur halbwegs realen Tagesablauf, wobei geistig gesunde Spieler zu keiner Zeit auf die Idee kommen, dies in der Realität zu wiederholen. Den Vorwurf, dass GTA süchtig macht, kann ich nicht vollends zurückweisen, wobei kaum jemand auf die Idee kommt aus dem selben Grund Alkohol und Zigaretten zu verbieten. Trotz alledem kann ein geistig gesunder Spieler jederzeit die Konsole abschalten oder den PC herunterfahren, spätestens wenn man ihn dazu auffordert. Bei Alkoholikern und Nikotinabhängigen sieht das anders aus...
Doom 3: In Doom 3 kämpft man sich auf der Oberfläche des Mars durch eine Basis und die Ruinen einer alten Zivilisation. Dabei tötet man Dämonen und mutierte Mitglieder der Basis. Dieser Titel bewegt sich zwischen dem Horror- und Actiongenre und ist extrem blutig. Dennoch ist dies das erste Spiel der Reihe, das nicht indiziert wurde.
Dead Space: Auch dieses Spiel bietet ein futuristisches Szenario. Als Ingenieur wird man zu einem beschädigten Raumschiff namens USG Ishimura geschickt um dort die ausgefallenen Kommunikationssysteme zu reparieren. Dort angekommen stellt man fest, das die gesamte Besatzung tot oder mutiert ist. Da das eigene Raumschiff beschädigt ist, kann man nicht fliehen und muss ums Überleben kämpfen. Das Spiel erschien trotz extremer Gewaltdarstellung in Deutschland ungeschnitten und gehört eindeutig nicht in Kinderhände.
Resident Evil: Das Ziel dieses Spiels besteht darin, in einem Herrenhaus gegen Menschen und Tiere zu kämpfen, welche durch ein Virus mutiert und entstellt sind. Dem Spiel folgten 4 weitere Spiele, die alle in ihrer Handlung aneinander anknüpfen. Der zuletzt erschiene 5. Teil spielt serienuntypisch nicht in dunklen Gegenden, sondern größtenteils am hellen Tage in einem fiktiven, afrikanischen Staat. Auch stellt der Titel Zombies nicht als langsame und verfaulte Untote dar, sondern als schnelle und bedrohliche Gegner. Auch dieses Spiel erschien erstaunlicher Weise ungeschnitten in Deutschland.
F.E.A.R.: In F.E.A.R. spielt man als ein Mitglied eines Sondereinsatzkommandos und muss sich durch zahlreiche Orte kämpfen, wie etwa einem Schulgebäude, einem Bürokomplex und einem U-Bahnsystem. Dabei wird man immer wieder von einem Geist namens Alma angegriffen und muss sich gegen andere Spezialeinheiten behaupten. Die Serie geizt nicht mit Blut, jedoch wurde im zweiten Teil auf das Spritzen selbiger verzichtet, jedoch ist noch reichlich an den Wänden zu sehen. Dieses Spiel ist eindeutig zu blutig für Kinder, selbst in der geschnittenen Version. Dazu kommt noch die grusselige Atmosphäre, erzeugt durch dunkle Umgebung und immer wieder vorkommende Schockmomente, mit welchen man selten rechnet.
Wolfenstein3D: In Wolfenstein ist es das Ziel, in der Rolle von William 'B.J.' Blazkowicz von einer Burg namens Wolfenstein zu fliehen. Dabei handelt es sich um ein fiktives Szenario des zweiten Weltkrieges. Die Gegner sind hauptsächlich Wehrmachtsoldaten, doch auch hier muss man sich im späteren Spielverlauf gegen Zombies behaupten. Dieser Titel war bei seinem erscheinen ein Meilenstein der Videospielgeschichte, da es sich hierbei um einen der ersten Ego-Shooter der Geschichte handelt. Die Dreidimensionalität ist jedoch nicht vorhanden, sondern nur durch einen simplen Trick, "Raycasting", simuliert. Dies genauer zu erklären würde den Rahmen sprengen.
Fallout 3: Fallout 3 spielt in einer vom Atomkrieg zerstörten Welt. Nur geschützt kann man die meisten Regionen betreten, wo man sich gegen mutierte Tiere durchschlagen muss. Dieser Titel zeigt, dass man die Verantwortung auch komplett dem Spieler übergeben kann. Hier wird nicht zwangläufig getötet. Zum Beispiel hat man die Wahl, ob man für einen Bösewicht eine gesamte Stadt hochjagt oder den Bösewicht tötet/vor ihm flieht.
Call of Duty: Bei Call of Duty handelt es sich um eine Spiele-Serie, welche bis auf den 4. Teil komplett im 2. Weltkrieg spielt. Dabei spielt man jedoch immer einen anderen Charakter einer anderen Fraktion. Der vierte Teil jedoch spielt in einer nahen Zukunft, wobei man einer Terrororganisation das Handwerk legen muss. Kaum einer der Teile wurde geschnitten, lediglich verfassungsfeindliche Zeichen wurden entfernt. Dann kam der 5. Teil heraus, welcher so extrem wie keiner davor geschnitten wurde. Ganze Spielabschnitte wurden aus der deutschen Version des Spiels entfernt. Die Brutalität in Call of Duty ist noch vertretbar, jedoch nicht für kleine Kinder geeignet.

Um Videospiele objektiv betrachten zu können, sollten Sie mindestens eines dieser Spiele gespielt haben.

3.Importe

Jetzt kommen wir endlich zu Importen aus dem Ausland. Einige Spiele, welche ich hier aus rechtlichen Gründen nicht nennen darf, sind in unseren Nachbarländern mit geringer Altersbeschränkung zu erwerben. Es wäre möglich, eine international einheitliche Altersbeschränkung einzuführen, was aber zu Problemen führen könnte, wenn sich die Länder nicht einigen, auf welche Aspekte besonderes Augenmerk gelegt wird. Ein Land achtet zum Beispiel besonders auf Gewalt, wobei sexuelle Inhalte ignoriert werden, während es in einem anderen Land genau anders herum ist.

Dann ist da noch das Internet. Hier erwerben kleine Kinder Spiele, deren Namen sie nicht einmal wissen dürften, und das ohne Altersnachweis. Hier ist eine große Schwachstelle der USK, den hier gibt man Altersbeschränkungen vergeblich. Hier ist auch keine Lösung in greifbarer Nähe...das Internet ist für eine Überwachung einfach zu groß.

4.Virtuelle Gewalt im Zusammenhang mit Amokläufen

Auch das heikle Thema der Amokläufe will ich hier ansprechen. Alle Amokläufer hatten eine Sache gemeinsam: Sie haben Killerspiele gespielt. Doch einige Tatsachen werden unterschlagen und ignoriert: Alle Amokläufer waren im Schützenverein. Wenn nicht sie, dann ihre Eltern. Alle Amokläufer wurden gemobbt. Alle Amokläufer hatten keine oder wenige Freunde. Und ein sehr makaberer Vergleich: Alle Amokläufer aßen Brot. Alle Amokläufer trugen Jacken...diese Liste lässt sich bestimmt noch über 10 Seiten weiterführen. Man kann sich nun aussuchen, welche Sache man sich als schuldig heraus pickt. Schützenvereine sind zu populär, T-Shirts bringen zu hohen Umsatz, Brot ist ein Grundnahrungsmittel, aber Videospiele...Videospiele bringen der Gesellschaft keinen Vorteil.

Deutschland liegt bei den Amokläufen pro Jahr hinter den U.S.A. an zweiter Stelle. Dies kann man sowohl auf brutale Spiele zurückführen, als auch auf die schwachen Waffengesetze. Die höhere Zahl an Amokläufen in Amerika liegt wohl daran, dass die Waffengesetze durch die Verfassung dort beinahe nicht existent sind. Da der Waffenbesitz in Deutschland nicht per Verfassung geregelt ist, könnten die Politiker ohne Probleme die Waffengesetze verschärfen. Denn wenn es keine Waffen mehr gibt, kann es auch keine Amokläufe mehr geben, egal ob diese durch gewalthaltige Spiele verursacht werden oder nicht, wobei dies meiner Meinung nach nicht der Fall ist.

5.Brutale Spiele als Gewaltauslöser

Außerdem werden Kinder aggressiver und schlechter in der Schule, so das Vorurteil. Für diese Behauptung fallen mir genau so viele Übereinstimmungen wie Gegenbeispiele ein. Es kann sich um einen Zufall handeln, kann aber genauso gut bittere Realität sein, was die schulischen Leistungen betrifft. Zu der erhöhten Gewaltbereitschaft kann ich sagen: Würde diese Behauptung stimmen, würde man täglich von schwer verletzte Schülern hören.

Auch gab es einst ein Experiment, welches durch Unwissenschaftlichkeit auffällt: Man lies mehrere Personen Spiele mit gewalttätigem Inhalt spielen. Danach mussten sie einen Fragebogen ausfüllen. Während dessen wurde am Gang eine Schlägerei vorgespielt. Natürlich schaute keiner der Probanden nach, ob jemand verletzt war. Dieses Ergebnis war voraussehbar, doch hängt es nicht mit den Spielen zusammen, sondern mangelt es bei den Versuchsteilnehmer an Zivilcourage. Dies ist eindeutig ein Problem, welches bei vielen Menschen auftritt, unabhängig davon, ob sie jemals ein so genanntes "Killerspiel" gespielt haben. Ein positives Gegenbeispiel brachte ein Professor und wiederlegte damit die These, dass gewalthaltige Videospiele beim Spieler Realitätsverlust auslösen: Er zeigte verschiedenen Personen Bilder aus Videospielen und entsprechende Bilder aus der Realität. Dabei maß er die Hirnströme der Probanden. Das Ergebnis zeigte eindeutig, dass sich die aktiven Hirnregionen nicht deckten.

6. Brutale Spiele aus der Sicht von Schülern

Vor nicht all zu langer Zeit hielt ich vor einer Schulklasse einen Vortrag, bei dem ich die Meinung der Schüler mit ein bezog. Die Kinder fassten brutale Spiele einerseits als einen entspannenden Ausgleich zu Alltag auf, hielten sie jedoch auch teilweise für einen Mitgrund für Amokläufe. Nachdem ich mit ihnen einige Spiele behandelt hatte, welche die Schüler selbst nannten (und welche sie auch zu Hauff kannten), mit ihnen über den "Kölner Aufruf" (nachzulesen im Internet) gesprochen hatte und eine "Mind-Map" zum Thema Amokläufe angefertigt hatte, wobei die Schüler nur beiläufig "Killerspiele" nannten, gab es als Abschluss noch eine Abstimmung, ob die Kinder für oder gegen ein Verbot von gewalthaltigen Videospielen sind. Das Ergebnis überraschte mich: Obwohl viele Schüler am Anfang sehr skeptisch waren, stimmte kein einziger Schüler für ein Verbot. Ich bin froh, solche Aufklärungsarbeit geleistet zu haben. Doch auch hier konnte ich das typische Verhaltensmuster vieler Spielegegner bei Schülern wiedererkennen. Spielende Schüler äusserten sich zu Spielen positiv, während nicht spielende Schüler zu den Skeptikern zählten oder sich gar nicht an der Diskussion beteiligten.

7. Psychologische Verhaltensweisen der Menschen gegenüber Unbekanntem

Das Verhaltensmuster läuft immer nach einem Schema ab. Eine neue Sache, meist eine Modeerscheinung oder ein neuer Trend unter Jugendlichen, erscheint auf dem Markt. Anfangs von der Öffentlichkeit ignoriert, ereignen sich angeblich seit Erscheinen des Objekts immer wieder schlimme Vorfälle, welche dem neuen Gegenstand zugeführt werden. Kriegs- und Actionspiele wurde anfangs nicht beachtet, bis es zu einem Amoklauf kam, bei dem der Täter sog. "Killerspiele" spielte. Erst seit diesem Blutbad werden solche Spiele beachtet. Während sich Amokläufe erst seit der Jahrhundertwende häufen, gibt es besagte Spiele bereits seit den 80? Jahren. Viel mehr hat sich die Gesetzeslage zu Waffen geändert und Strafen bei Verstoß sind zu gering. Menschen verhalten sich immer so: Neue, unbekannte Sachen seien gefährlich, sind schuld an einem bestimmten Übel.

8. Jugendschutz und USK

Hier liegt das größte Problem. Politiker fordern ein Verbot von "Killerspielen". Ein Verbot ist völlig sinnlos. Die aktuelle Gesetzeslage ist ausreichend, wird nur nicht effektiv genug umgesetzt. Sollte nicht erst einmal das alte Gesetz vernünftig angewendet werden, bevor man es ändert. Eltern kaufen ihren 10-jährigen Kindern Spiele ab 18, weil sie einfach nicht wissen was ihre Kinder da Spielen. Die kleinen USK-Aufkleber werden ignoriert. Die USK testet solche Spiele nicht zum Spaß. Die Aufkleber sollten nicht übersehen werden.

9. Was ich für eine Lösung des Problems fordere

Ich fordere eine bessere Kooperation von Staat und Eltern. Deutschland sollte die Eltern über Spiele aufklären und darüber, dass die USK eine sinnvolle Einrichtung ist. Erst wenn diese Zusammenarbeit vorhanden ist, kann effektiv für Jugendschutz gesorgt werden. Es kann nicht sein, dass USK 18 Spiele an Minderjährige verkauft werden. Ausserdem sollte das Waffengesetzt drastisch verschärft werden. Wenn man ab 14 mit großkalibrigen Waffen feuern darf, ist es logisch, dass sie später eine höhere Treffsicherheit haben und im Ernstfall mehr Menschen töten als sonst. Ich bestehe darauf, dass diese Grenze auf 21 erhöht wird. Dazu kommt, dass nicht gewalthaltige Spiele die Hemmschwelle senken, sondern der freie Zugang zu Schusswaffen. Pistolen gehören unter keinen Umständen in der Privathaushalt und auch großkalibrige Waffen sind im Sport sinnlos. Diese Waffen werde für nichts benötigt. Ich toleriere das Hobby des Schiessens, ich toleriere Schützenvereine, aber ich toleriere es nicht, dass Sportschützen nicht auf schwere "Sportgeräte verzichten können. Luftpistolen und Kleinkaliber sind genug. Diese Tipps reichen im Prinzip vollkommen für ein gewaltfreies Deutschland aus.

Ich hoffe, ich habe es geschafft, das Feindbild der Videospiele zu trüben. Für alle Kritik und Verbesserungsvorschläge zu diesem Artikel bin ich offen und ich freue mich über eure Meinung zu dem Thema.
Herzlichen Dank an:
GenX3601966
Kratos666
xD!AnTiFrIeNd!Dx

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