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Major-Neese

Far Cry 3 Des Wahnsinns fette Beute und das grosse "?"

Bewertung: 5 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
von am 15.01.2013 um 02:09 (715 Hits)
Far Cry 3 des Wahnsinns fette Beute und das grosse Fragezeichen

SPOILER ALARM: Wer "Far Cry 3" noch nicht durchgespielt hat sollte hier nicht zwingend weiterlesen,
da ich mich in diesem Blog eigendlich nur mit der Story auseinandersetzen möchte.

Ich glaube ich habe verstanden was Wahnsinn bei Ego-Shooter ist :

Wahnsinn ist wenn man exakt dieselbe Scheisse
immer und immer wieder spielt und erwartet, dass sich was ändert.

Das ist irre. Aber das erste mal als ich das hörte... Als mein Vater zu mir als Kind sagte eigendlich
sind alle Ego-Shooter gleich... Echt ich dachte der verarscht mich.
Das Ding ist... Okay, er hatte recht.
Und dann hab ich es plötzlich überall gesehen. Überall waren sie, diese Shooter wie Call of Duty.
Überall sah ich wie sie exakt denselben Scheiss wieder und wieder und wieder programmierten und dachten
diesesmal wird´s anders laufen. Aber es kam wieder ein Shooter von der Stange---

Nun im Fall von Far Cry 3 bin ich echt positiv überrascht gewesen. Natürlich ist es auch nur ein weiterer Shooter
der das Genre nicht neu erfindet aber das Open-World Prinzip mit dem Crafting System fand ich persönlich endlich mal wieder etwas ANDERES. Interessant das hierbei vermutlich die Assassins Creed Reihe bei Ubisoft für etwas Inspiration gesorgt hat denn die Funktürme haben mich an die Aussichtspunkte erinnert und das Tiere jagen ebenfalls an Assassins Creed 3 (Obwohl Red Dead Redemption vorher das Jagd-Prinzip eingeführt hat).

Leider habe ich persönlich nach dem zweiten Durchspielen um beide Enden zu sehen ein grosses Fragezeichen über meinen Kopf.

Wärend des Spielens kam mir immer wieder das Gefühl, dass die Story darauf hinauslaufen soll, dass Jason Brody eigendlich nur in der Klapse sitzt...
Ähnlich wie die Theorie damals bei der Serie Lost, als Hurley dachte die Insel spiele sich vielleicht nur in seinem Kopf ab (Lost Staffel 2 Episode 18 - Dave).

Ich frage mich warum Jason vor dem Kampf mit Vaas diese Visionen hat
in denen Vaas meint "Du bist Ich und Ich bin Du"?
Warum kommen immer wieder diese Zitate aus Alice im Wunderland?
Besonders:
The Cat: Oh, you can't help that. We're all mad here. I'm mad. You're mad.
Alice: How do you know I'm mad?
The Cat: You must be. Or you wouldn't have come here.


Natürlich kann man es auch so auslegen, dass der Dschungel einen verrückt macht.
Als Jason Willis Huntley(den CIA Spion) fragt ob er schonmal da draussen war antwortet dieser, dass er lieber in
seiner zivilisierten Basis bleibe als da raus zu gehen, denn der Dschungel würde einen zum Tier machen.
Wäre man in der Situation von Jason und würde zum Töten gezwungen sein um Freunde und Familie
zu retten so kann einen dieses auch zum Tier machen wie Jason es auch am Ende wenn man die Freunde rettet selber sagt---

Nun, danach spielte ich erneut das Spiel durch und hoffte das andere Ende würde etwas
mehr mit *Wahnsinn* zutun haben... Leider wurde ich hier eigendlich richtig enttäuscht...

Das Ende mit Citra ist meiner Meinung nach rein storytechnisch absolut nichtssagend...
War es eine überraschung dass sie "Böse bzw. Wahnsinnig" ist? Immerhin ist sie laut Vaas dessen Schwester und verlangt ja auch die eigenen Freunde zu ermorden. Ausserdem muss sie dann auch
für den Tod von Dr. Earnhardt verantwortlich sein was meiner Meinung nach unverzeihlich ist...
Sie tötet Jason mit dem Dolch?

Hat Vaas nicht auch Jason diesen besonderen Dolch in die Brust gerammt?
Irgendwie hat Jason dies überlebt und kann dann Vaas danach mit genau diesem Dolch sogar töten...(?)
Wo hatte Vaas ihn eigendlich her? Wir hatten diesen Dolch doch vorher Citra gegeben oder???
Fragen über Fragen---

Kurz bevor man die letzte Entscheidung trifft also die Freunde rettet oder nicht läuft man einen brennenden Weg
entlang und Citra sagt sogar, dass man in einer Phantasiewelt lebt...

Einige Charaktere die man trifft scheinen auch in einer Phantasiewelt zu leben.
Vaas oder Dr. Earnhardt sind hier noch das einfachste Beispiel...

Bambi "Buck" Hughes der seltsamerweise selbst ohne speziellen Kompass schon immer vor Jason am Ort der
nächsten Mission ist um den Dolch zu finden.

Willis Huntley, der CIA Agent der nur aus dem verborgenen heraus operiert, ein sarkastischer Patriot ist und sogar
gegen Ende die Insel verlässt... (!)

Sam Becker ein Klischee behafteter Soldat (Deutsch=Blitzkrieg) der glaubt "Uncle Sam" wäre ein
Gründungsvater... Er versteht seinen "Job" aber sonst ist sein Weltbild etwas eingeschränkt---

Sicherlich ist es die Aufgabe eines Designers möglichst lebendige Charaktere mit eben "Charakter" zu erschaffen.
Dabei ist es auch altbekannt, dass man sich hier gerne bei dem extremen bedient.
Aber grade weil viele der Charaktere von Far Cry 3 wirklich extrem überspitzt sind, könnte man sich wieder fragen
ob dies nicht einfach Jasons Einbildung bzw. Wahnsinn ist...

Ist es euch eigendlich aufgefallen, dass in Zwischensequenzen ab und zu einige Pylogonstücke kurzzeitig
eine weisse Farbe annehmen? Dies kann kein Grafikfehler sein...
Hat eher was von einem Animus(Assassins Creed)... Ist es Absicht? Wahnsinn?

Lebt Jason in einer Phantasiewelt? Was ist dann die Realität? Ist er vielleicht wirklich in einer Psychiatrie?
Leider werden wir diesbezüglich absolut in unklaren gelassen...
Oder hat die ganze Story gar keinen tiefgründigen Sinn? Oder habe ich ihn einfach nicht verstanden?
Werde ich selber Wahnsinnig? Vielleicht spiele ich Far Cry 3 noch ein drittes mal wieder durch und hoffe
das ich die Story besser verstehe und sich dadurch etwas ändert...

Wie seht ihr das Ganze?

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Kommentare

  1. Avatar von StHubi
    Deine Gedanken zu dem Spiel sind sehr interessant zu lesen, allerdings denke ich wirklich, dass Far Cry 3 das falsche Spiel dafür ist und es wirklich "nur" ein sehr guter Shooter ohne doppelten Story-Boden ist. Dennoch hast du einen wirklich interessant zu lesenden Blog abgeliefert.
  2. Avatar von Finalwarpigy
    Die eigentliche Botschaft die das Game einen klar machen will ist weniger die Frage nach dem Wahnsinn.
    Es geht um das Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Kulturen.
    Die Zivilisierten (Jason und seine Freunde) und die Wilden (die Rakiat sowie deren Feinde die Sklavenhändler).
    Jason wird im Laufe der Story nicht wirklich wahnsinnig sondern er beginnt die Kultur des Jungles zu
    verstehen um letzten Endes selbst zu einem Wilden zu werden. In wie weit kann der Spieler am Ende dann
    selbst entscheiden.
    Offensichtlich ist dieser höhere Sinn jedoch nicht. Es wird sehr viel mit Zeichen angedeutet. ( zB. der immer wieder auftauchende Dolch oder Jasons angedeutete Verwandlung zu Vaas als Sinnbild der Transformation)
  3. Avatar von RoninXM
    Interessante Gedanken. Ich denke, dass wollten die Entwickler auch: das man über das gesehene reflektiert. Kein simples Call of Moorhuhn.

    Allerdings bin ich wie StHubi auch der Ansicht, dass hier kein doppelter Boden vorhanden ist. Es geht wohl eher um etwas, dass ich vereinfacht mal "Dschungelkrankheit" nennen will. Wie sagte Daniel? "Der Dschungel verändert dich."

    Einige Fachmedien, haben sich darüber aufgeregt, dass man Skills wie Granaten noch einen Moment in der Hand behalten, erlernen muss, wo doch jeder andere Shooter-Charakter dies von Anfang an kann. Aber darum geht es ja. Jason ist ein verwöhnter Junge. Er kann nicht, wie in anderen Spielen, innerhalb von 10min zur Kampfmaschine werden. Man würde selber auch nie von Anfang an eine Granate nach ziehen des Splintes in der Hand behalten. Nichts wie weg damit.
    Es ist eine Entwicklung, die mit Jason passiert. Er passt sich dem Dschungel immer mehr an und wird Teil von ihm. Er entfremdet sich von ihm. Und am Schluss geht es darum, ob er noch rechtzeitig die Handbremse zieht, oder vollständig "vom Dschungel verschlungen" wird (stirbt).

    Die Kampfsequenzen mit Vaas und Hoyt sind auch eher als adrenalindurchflutete Raserei zu sehen. Beides Mal wird er vorher verletzt. Beides Mal vergisst er alles um sich herum. Zurück bleiben Leichen und Jason ist selbst erstaunt über sich.

    Den Punkt mit Huntley hast du richtig erkannt. Er hat Angst vor dem Dschungel und will weg.
    Buck ist selber schon der "Krankheit" verfallen und hat die gleichen Instinkte wie Jason, will sich aber nicht die Finger schmutzig machen.
    Earnhardt betäubt seine ANgst mit Drogen.
    Und Sam ist nur ein erzähltechnisches Mittel zum Zweck.

    Kommen wir nun zum Punkt mit Vaas: "Du bist ich!"
    Fakt ist, Vaas IST der Bruder von Citra. Und Citra sagt beim "bösen" Ende selbst "Du wirst seinen Platz einnehmen".
    Vaas hat sich also anscheinend von den Rakyat losgesagt, weil er gemerkt hat, was der Dschungel mit einem macht. Deswegen ist er am Rande des Wahnsinns. In Hoyt fand er einen neuen Anführer. Und er erkennt in Jason sich selbst wieder. Jasons Entwicklung spiegelt seine eigene wieder.

    Warum nun also der Dolch bei Vaas, obwohl Citra ihn haben sollte. Vielleicht gibt es mehr als einen? Deshalb musste man auch für Citra einen "neuen" Dolch suchen. Wäre eine Möglichkeit.

    Interpretationsspielraum gibt es jedenfalls viel. Ist auch so gewollt.

    Grundthema ist allerdings, wie der Dschungel Jason immer mehr in seinen Bann zieht. Es treibt ihn in den Wahnsinn. Der Dschungel als Wunderland, Jason als Alice, Vaas als Grinsekatze/Hutmacher.