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NickNitro

LucasArts...eine verlorene Liebe

Bewertung: 12 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
von am 11.01.2010 um 18:58 (226 Hits)
Meine Geschichte der Computerspiele ist eng mit den Spielen von Lucasfilm Games/LucasArts verbunden.
Als ich mir 1989 einen C64 kaufte, bekam ich von einem Schulkameraden Maniac Mansion ausgeliehen. Das Spiel war etwas völlig anderes als die üblichen Jump `n´ Runs oder Shoot ´em Ups die damals den Markt dominierten. Die Geschichte zog mich sofort in ihren Bann und ich verbrachte viele Stunden mit diesem Spiel. Da man je nach gewählter Person andere Rätsel lösen musste, war für Langzeitmotivation gesorgt. Auch Rescue on Fractalus und The Eidolon konnten mich einige Zeit an den Monitor fesseln. Als ich mir dann wegen The Secret of Monkey Island einen Amiga 500 kaufte, besorgte ich mir nach und nach alle bisherigen Adventures der kalifornischen Spieleschmiede. Maniac Mansion, Zak McKracken, Indy 3 und Loom landeten allesamt auf meiner externen 20 MB-Festplatte. Selbst Battlehawks 1942 und Nightshift stellte ich mir ins Regal. Mit Monkey Island 2 1992 war ich überglücklich und konnte von diesem Spiel gar nicht genug bekommen. Doch dann begann sich der Himmel zu verdunkeln. Indiana Jones and the Fate of Atlantis sollte nicht mehr für meine "Freundin" erscheinen...ich war geschockt! Zu meinem Glück erbarmte sich LucasArts den Amiganern und bescherte uns (wie schon bei MI2) auf elf Disketten eines der besten Grafik-Adventures aller Zeiten. Alles schien wieder in bester Ordnung zu sein. Der Maniac Mansion Nachfolger Day of the Tentacle erscheint nicht mehr für den Amiga. "Habt ihr bei Indy 4 auch gesagt und es kam doch" dacht ich und war guter Dinge. Doch diesmal sollten die Jungs und Mädels ernst machen. Mein Monitor blieb schwarz...kein DOTT! Ich war zutiefst betrübt und tröstete mich mit den Adventures von anderen Entwicklern. Doch innerlich war ich leer und ausgebrannt. Auch konnte ich meine Sehnsucht nicht mit den Star Wars und Indiana Jones Spielen auf dem SNES stillen. Es fühlte sich nicht mehr so an wie früher.
Das sollte sich erst 1998 ändern, als ich mir meinen ersten PC kaufte. The Curse of Monkey Island kam in die Läden und ich musste es um jeden Preis haben. Anfangs war ich von der schicken Zeichentrick-Grafik begeistert (an die Darstellung Guybrushs konnte ich mich allerdings nie gewöhnen), doch schon bald stellte sich Ernüchterung ein. Der alte Karibikzauber wollte nur sehr zaghaft einsetzen. Doch nun konnte ich verpasstes nachholen und durchstöberte solange die Geschäfte bis ich (eher aus Zufall) über DOTT und Sam & Max hit the Road stolperte. Ja, das waren und sind immer noch geile Spiele! Ich wurde süchtig nach den Spielen von LucasArts. Ich kaufte mir alle Spiele, auf denen LucasArts steht (manche habe ich bis zum heutigen Tag gerade mal kurz angespielt). X-Wing, Rebel Assault I & II, Tie-Fighter, Their finest Hour, Secret Weapons of the Luftwaffe, ich wollte sie alle haben. Mit Vollgas hielt ich endlich wieder ein Adventure in den Händen, allerdings verzweifelte ich an den Action-Einlagen. The Dig war anders als die klassischen LucasArts-Adventures. Der Humor wich einem ernsten Grundton. Die ersten Ego-Shooter wie Dark Forces, Outlaws und Jedi Knight, sogar die Aufbausimulation Afterlife fiel mir in die Hände. Shadows of the Empire und Mysteries of the Sith erweiterten die Star Wars Sammlung. Dann kam endlich der Tag, an dem ich Grim Fandango installierte. Doch ich war von der Steuerung enttäuscht. Die Geschichte um Manny Cavalera war allerdings so gut, daß ich nicht anders konnte als mich mit der Joysticksteuerung zu arrangieren. Leider floppte dieses Werk, was wohl den Untergang der LucasArts Adventures einläutete. 1999 kam Episode I in die Kinos und mit ihm etliche Sternkrieger-Spiele in die Läden. Die dunkle Bedrohung, Racer und Force Commander sind allerdings eher mittelmäßige Titel, die mit der attraktiven Star Wars Lizenz Kasse machen wollten und wahrscheinlich auch konnten. Ich war allerdings enttäuscht von der Richtung die LucasArts einschlug und ließ Titel wie Rebellion, X-Wing vs. Tie-Fighter, X-Wing Alliance und Battlegrounds links liegen. Auch wenn ich Sammler war, dafür wollte ich kein Geld ausgeben. Im Jahr 2000 schien sich LucasArts wieder mit mir versöhnen zu wollen und veröffentlichte Flucht von Monkey Island. Ich saugte schon im Vorfeld jeden noch so kleinen Artikel und Screenshot dieses Titels auf wie ein Schwamm, dadurch war die Enttäuschung aber um so größer. Die Joystick-Steuerung war ich ja von Grim Fandango schon gewohnt, ebenso die 3D-Grafik, aber die Handlung konnte einfach nicht überzeugen. Monkey Kombat und das dämliche Finale mit den Riesenrobotern runinierten mir am Ende das ganze Spiel. LucasArts wollte wohl mit dem Namen Monkey Island nochmal richtig Kasse machen, doch die Rechnung ging wohl nicht auf und so herrschte in Sachen Adventures erneut jahrelange Funkstille. Das nächste Indiana Jones wurde angekündigt, entpuppte sich allerdings als Tomb Raider Klon. Anfangs konnte der Titel überzeugen, doch schon bald ging dem Spiel die Luft aus. Danach entwickelten die Kalifornier fast nur noch Star Wars Spiele. Jedoch waren darunter einige Perlen. Jedi Knight II als auch Jedi Academy können durchaus überzeugen, doch der größte Hit sollte erst noch folgen. Knights of the old Republic! Ein epische Spiel mit der überraschendsten Wendung, die ich jemals bei einem Computerspiel erleben durfte. Danach brachten sie wieder einmal einen Original-Titel heraus. Armed & Dangerous bietet eine unglaublich witzige Geschichte und äußerst innovative und ungewöhnliche Waffen, das Gameplay war allerdings bestenfalls durchwachsen. Trotzdem hatte ich sehr viel Spaß mit dem Spiel. Mit Ausnahme eines neuen Indiana Jones Spiels mit dem Titel ...und die Gruft des Drachenkaisers erschienen die nächsten Jahre nur noch Star Wars Titel. Dem Battlefield-Klon Battlefront folgten das launige Republic Commando, das leider unfertig veröffentlichte Knights of the old Republic II (ich könnte heulen wenn ich an das verschenkte Potential denke!) und das Echtzeit-Strategiespiel Empire of War, dem bald eine Zusatzdisk namens Forces of Corruption folgte. Battlefornt II ist der letzte LucasArts-Titel den ich mir für den PC holte, von dem ich allerdings nicht restlos überzeugt bin. Auf der XBOX360 spielt sich nun die Zukunft der LucasArts Spiele ab. Als XBOX Spiel holte ich mir Mercenaries und Episode III. für die 360er kam bisher The Force Unleashed und Fracture in das Laufwerk.
LucasArts hat für mich in den letzten Jahren den Glanz und den Zauber der goldenen Ära verloren und ist für mich nur noch eine Firma von vielen. Aus ihrer Firmenpolitik werde ich auch nicht schlau. Sam & Max Freelance Police (das fast schon fertig war) wird eingestellt, da man einen finaziellen Mißerfolg erwartet. Stattdessen wird Thrillville veröffentlicht. Dieses Spiel schlägt ein wie eine Bombe und verkauft sich millionenfach (Achtung Ironie!). Auch verstehe ich nicht, warum Indiana Jones and the Staff of Kings nur auf Wii und PS2 erschienen. Mit den Legospielen kann ich leider auch nichts anfangen.
Die besten LucasArts Spiele machen heute andere. Double Fine machte Pschyonauts, Telltale Sam & Max Season 1 & 2 und Tales of Monkey Island. Die Lizenz für die Affeninsel hätten sie aber lieber Ron Gilberts Entwicklerstudio übertragen. Ich möchte endlich wissen wie die Saga um Guybrush Threepwood wirklich geendet hätte!
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Kommentare

  1. Avatar von Falconer
    Du bist ja wirklich ein krasser Lucas-Arts-Jünger. Zu Amiga-Zeiten ging es mir ähnlich. Ich weiß noch wie heute, als mir der Briefträger an einem schulfreien Tag ?The Secret of Monkey Island? in die Hände drückte. Danach war ich für einige Wochen nicht mehr von meiner ?Freundin? weg zu kriegen. Echt schade, dass LA irgendwann den Anschluss verpasst hat. Habe ewig nichts mehr von ihnen gespielt. Das letzte Game war Mercaneries auf PS2. Aber da waren sie ja ausschließlich Publisher und hatten mit dem Produkt wenig zu tun. Aber an die goldenen Amiga-Zeiten erinnere ich mich auch sehr gern zurück.