RSS-Feed anzeigen

Obi-Hahn

Daveyville; Kapitel 3

Bewertung: 12 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
von am 01.06.2007 um 21:38 (181 Hits)
3.
Josh nahm die beiden Enden des Briefes. Sein Herz begann wild zu pochen. Aber nicht nur seins, sondern auch die von Kimberly, Laura und Brandon. Leicht fing Josh an zuzittern, als der Brief erneut geöffnet wurde.
"Nur ein Brief! Nur ein Brief! Reiß dich zusammen!" Murmelte er.
Der Brief war offen! Falten zogen sich deutlich durch das Papier. Die Ecken waren leicht umgeknickt. Trotzdem wirkte er relativ neu. Die Buchstaben kamen von einer Schreibmaschine, die die Buchstaben in das Papier eingepresst hatte. Man konnte schnell erkennen, das derjenige, der ihn verfasste, es drauf hatte Briefe in ordentlicher Verfassung zuschreiben.

22.06.2006
Daveyville,
Pennsylvania,
United States of America
Mr. Harrison

Dieser Brief geht an meinen Neffen.

Lieber Josh. Ich weiß, dass ich mich schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr bei dir oder deinen Eltern gemeldet habe. Deswegen würde ich es natürlich verstehen, wenn du meinen Brief, an dich, nicht anerkennst. Trotzdem bin ich bereit dir diesen Brief zu zuschicken.

In Kürze müssten deine Semesterferien eintreffen. Dieses Jahr habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, sie für dich zu arrangieren. Ich hoffe allzu sehr, dass du und deine Freunde noch nichts Spezielles geplant habt. Falls doch, könnt ihr es euch immer noch überlegen. Denn was ich meine ist mein Haus in Daveyville. Ich bin bereit es euch zu verleihen, denn während eurer Ferien habe ich Termine in anderen Orten. Ihr könnt dort bleiben solange ihr wollt.

Auf allen Schlafzimmern sind die Betten frisch bezogen. Im Kühlschrank steht Essen für euch bereit und Geld werde ich dir auch hinterlassen. Alle Vorkehrungen sind für dich getroffen.
Also erwarte ich dich und deine Freunde bei mir.
Ich währe überaus glücklich über deinen Besuch. Und es ist sehr wichtig!
Falls ihr nicht kommen solltet bin ich, wie gesagt, damit einverstanden.

Liebe Grüße.
Dein Onkel Stu.


"Er ist von meinem Onkel!"
Ein langes Schweigen trat in den Raum. Laura war bereit zum gehen. Die Erwartungen, die in ihr aufquollen, verpufften im Nu.
Joshs Onkel schrieb ihm. Und der Brief war, demzufolge, nur für Josh gedacht. Denn wieso sollte Joshs Onkel Laura schreiben. Sie wollte gar nicht wissen, was drin stand.
Brandon saß sich auf einen Stuhl, der für ihn am dichtesten schien. "Gibt?s Probleme in der Familie?" Fragte er, machte aber mit der Hand eine abweisende Geste, weil er die Antwort gar nicht hören wollte. Dann verschränkte er die Arme und blickte aus dem Fenster.
Kimberly, als Einzigste, rückte noch näher an Josh heran. "Aber wie ist es denn möglich, dass der Brief hier, auf diesen Tisch lag? Dann muss ja dein Onkel kürzlich hier?"
"Keine, keine Ahnung" Unterbrach Josh sie. "Also, hört zu! Mein Onkel, der hat da son Haus. Und in dieses lädt er uns, für die Ferien, ein."
"Das ist aber nett von ihm!" Sagte Kimberly
"Was hat denn dein Onkel mit uns zu schaffen?" Fragte Brandon. "Nichts für ungut, aber ich kenn ihn überhaupt nicht!"
"Das ist es ja gerade!" Josh schüttelte den Kopf. In ihm flammte ein Hauch von Wut auf. "Das letzte Mal habe ich vor 5 Jahren, zur Beerdigung meiner Oma, was von ihm gehört. Nein, nicht einmal gehört hab ich was von ihm. Damals habe ich ihn nur kurz gesehen!" Er stand auf. "Wieso, zum Teufel, schickt er mir jetzt einen Brief? Er?"
"Beruhig dich!" Rief Kimberly. "Beruhige dich doch!" Sagte sie zum zweiten Mal.
Josh atmete schwer. "Er verlangt zu viel von mir!" Sagte er nun ruhiger. "Ich weiß nicht einmal, wann ich das letzte Mal ein Wort mit ihm wechselte?"
"Es muss doch einen Grund für seine Einladung geben." Meinte Brandon.
Josh flog noch einmal den Brief durch. "Nein! Es gibt keinen! Er verleit uns sein Haus? Aber hier steht, dass er nicht da sein wird, wenn wir dort eintreffen. Er meint andere Termine zu haben."
Brandon stand vom Stuhl auf und trat zu den anderen. "Das hört sich doch gut an!" Meinte er. "Dein Onkel wird nicht da sein. Du wirst ihn also nie zu Gesicht bekommen! Ein ganzes Haus! Für uns alleine!"
Josh begann zu zweifeln.
Kimberly nahm den Brief aus Joshs Händen und las ihn selber durch.
"Wo wohnt denn dein Onkel?" Fragte Laura.
"In?" Kimberly konnte es erst gar nicht aussprechen. "?Daveyville."
"Daveyville? Wo?s das denn?" Fragte Brandon.
"Na ja. Das einzigste, das meine Eltern immer zu mir sagten, war, dass mein Onkel auf dem Land, oder irgendwo da, gezogen sei!" Erzählte Josh. "Also: Keine Ahnung!"
"Aber dieses Daveyville ist doch immer noch in Amerika, oder?" Fragte Laura.
Kimberly blickte wieder auf. "Das hört sich alles ganz gut an! Die Betten sind frisch bestrichen und ums Essen brauchen wir uns auch nicht zu kümmern!"
Josh verstand ihre Anspielung. Er zögerte erst, doch dann rief er es aus, was er dazu meinte: "Nein, nein, nein! Mein eigenartiger Onkel kommt auf einmal auf die Idee uns in sein Haus einzuladen. Uns 4 Jugendliche, die Sonst was im Kopf haben könnten! Wir könnten sein Haus in einen Schweinestahl umwandeln, wenn wir wollten! Wir haben keine Verantwortung!" Er wurde wieder laut. "Und was haben wir davon, in einem zu übernachten, wenn wir genauso gut auch hier übernachten könnten. Daveyville! Und wo, zum Teufel, liegt überhaupt dieses Daveyville. Das wissen wir auch nicht!"
Kimberly musste ihre Hand auf seine Schulter legen. Er verstummte.
"Ich, persönlich, würde dort liebend gerne ma hin." Meinte Brandon. "Ich will hier raus, Ferien irgendwo da erleben, wo ich noch nie war. Und ich bin mir ziemlich sicher, das ich noch nie in Daveyville war."
"Keiner von uns war schon mal in Daveyville." Sagte Laura. "Und ich muss dir Recht geben, Brandon. Da wäre es doch schon mal ne Fahrt hin wert!"
"Aber was ist den mit unsere Fahrt nach Long Island?" Fragte Kimberly Laura.
"Aber Kim! Dazu ist doch immer noch Zeit. Die Ferien sind doch lang, und es eilt auch nicht."
Josh wurde es klar, dass seine Reise nach Miami Beach auf einmal gar kein Thema mehr war. Er verkraftete es.
"Josh!" Brandon lag ein kleines Grinsen auf dem Gesicht. "Was ist? Fährst du nun mit uns da hin? Oder bleibst du hier alleine?"
Josh hielt die Luft an. Es war schwer für ihn. Doch so lange dauerte es gar nicht, bis er sie stöhnend wieder auspustete und sagte: "Also schön!"
Alle jubelten!
"Nur wundert euch nicht, wenn irgendwas an der Reise faul wird!"
Kimberly und Laura umarmten sich. Josh hingegen verkrampfte sich der Magen. Er wollte zur Tür hinaus, stoppt aber, als Mike plötzlich durch sie hindurch kam. Um seine Hüften war immer noch die Bettdecke.
"Was is denn hier los? Und wieso seit ihr immer noch da?"
"Wir fahren gemeinsam in den Urlaub!" Rief Brandon Mike zu.
"Nach Daveyville. Freu dich schon mal drauf!" Sagte Josh lustlos, als er an Mike vorbei ging, um auf den Flur zu gelangen.
Mike verstand nur Bahnhof.

Über die Sonne schob sich eine große, graue Wolke. Lange musste man in den Himmel blicken, um das Ende der Wolke entdecken zu können. Aber trotzdem war es nicht kälter als an den anderen Tagen. Es war Juli. Und der Schweiß rieselte den Schülern und Studenten von der Stirn, wenn sie den Campus betraten.
Der Campus, eigentlich ein großes Gelände übersäht mit einem gold-grün-glänzenden Rasen, war sonst ein Ort, an dem die Schüler gingen um sich zu entspannen und um den Stress des Unterrichts sich von der Seele zulassen. Nun war er leerer als üblich, denn entweder waren die Schüler in ihren Zimmern um ihre Koffer zupacken oder sie waren schon längst im Urlaub.
Das Gebäude der Geoffrey-Smith-Highschool stand exakt im Kern des Campus. Auf der Seite der Highschool, die dem Haupteingang zugewandt war, sah man den schönen Campus. Gepflasterte Wege unter Reihen von Buchen und Birken, hier und da Bänke im Schatten von Bäumen, ansonsten grüne, offene Flächen.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Schulgebäudes konnten sich die Schüler und Studenten austoben. Fünf Baskettballfelder kreisten eineinhalb Fussballfelder ein. Hinter dem Sportgelände war der Parkplatz, mit einer kiesseligen, rotbraunen Strasse, die zum Ausgang des Campus führte. Zwischen Parkplatz und Sportgelände stand ein kleiner Kiosk, den der Hausmeister leitete.
Umrandet war der Campus durch eine weiße, drei Meter hohe, Mauer. An dieser konnten die Schüler ihr Graffittitalent ausprobieren. Natürlich war so ein Vandalismus verboten, aber wer hört denn schon auf die Gesetze der Schule?

Unweit von der grauen und hohen Wand des Schulgebäudes entfernt, umkreist von einer Reihe von, nicht allzu sehr hochgewachsenen, Birken, versammelten sich Josh, Kimberly und Brandon. Dieser winzige Fleck zwischen den Birken war wirklich kreisrund und knapp drei Meter im Durchmesser. Hin und wieder kamen sie hierher, um miteinander rumzuhängen und zu erzählen, wenn die Luft oben im Zimmer zu stickig war.
Brandon saß (oder hockte), nahe des Zentrums des Platzes, auf ein Fahrradständer, den er vor einigen Jahren, von denen, die leicht verteilt um den Haupteingang der Schule herum standen, mitgehen lassen hatte.
Josh lehnte gegen einen Baum, die Arme verschränkt, den linken Fuß gegen den Stamm des Baumes haltend, den Kopf auf den Boden gesenkt.
Kimberly stand neben ihn.
Laura war los um Ami von ihrer neuen Nachricht zu erzählen.
Und wo Mike war, wusste keiner.
"Wann woll?n wie denn überhaupt los?" Fragte Brandon. "Habt ihr euch darüber schon n Kopf gemacht?"
"Was!?" Staunte Josh. "Du willst schon wissen wann wir losfahren? Wie haben vorhin erst beschlossen, dass wir überhaupt losfahren!"
Brandon verstand ihn nicht. "Ja, deswegen will ich ja auch wissen, wann es losgeht!"
Kimberly holte den Brief aus der Bauchtasche ihres Sweatshirts heraus, den sie solange dort aufbewahrte, um ihn noch einmal durchzufliegen. "Hier steht kein geplanter Termin unseres Eintreffens drin." Meinte sie dann. "Aber wenn wir dort hin wollen, würde ich sagen, dass wir bald aufbrechen sollten!"
"Wieso das?" Erkundigte sich Josh.
Kimberly rollte leicht und unbemerkbar mit den Augen. "Dein Onkel hat, wie hier geschrieben steht, Termine in anderen Orten. Was für Termine sollen das sein, wenn er ganze sechs Wochen nicht nach Hause kann? Ich gehe davon aus, dass er sehr bald von diesen Terminen wieder zurückkommt. Umso später wir losfahren, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass du deinen Onkel doch noch sehen wirst. Es seie denn, du willst deinen Onkel doch noch mal sehen! Aber das glaube ich nicht, oder?"
Josh spürte wieder den Krampf im Magenbereich, als er die Worte hörte. Eine Weile sagte er nichts. Dann kam es ihm wieder heraus. "Ich will überhaupt nicht dahin!"
"Nein-nein!" Unterbrach Brandon. "Jetzt fang nicht wieder damit an. Ich denke, das hatten wir schon geklärt?! Und Kim." Wandte er sich an sie. "Das war einleuchtend. Wie wärs, wenn wir noch diese Woche losfahren?"
"Noch diese Woche?" Wiederholte Josh Brandons Satz schreckhaft." "Diese Woche endet aber Übermorgen schon! Und ihr wisst doch, dass die Straßen am Wochenende voller sind als in der Woche."
"Dann fahren wir eben früh los!" Kommentierte Kimberly. "Früh am morgen sind die Straßen immer leer!"
"Auf wessen Seite bist du eigentlich?" Fragte Josh sie und wandte sich von der Birke ab, an der er lehnte.
Kimberly grinste nur scharf und setzte ihren Blick hinter Josh. Dieser folgte ihren Blick und sah Laura dicht vor sich stehen.
Sie hielt ihre Hände vor sich, als ob sie einen heranrasenden Zug stoppen wolle. "Bitte flippt nicht gleich aus!" Meinte sie und zog die Innenseiten ihrer Augenbraunen nach oben. "Aber?"
"Hey!" Unterbrach jemand sie. Es war zu spät, das erkannte man an Lauras zusammenzuckendes Gesicht.
Ami kam von weitem angerannt. Sie lächelte, als sie vor der Gruppe stehen blieb. "Hast du?s ihnen schon gesagt? Hast du?" Fragte sie Laura hecktisch.
"Was gesagt?" Fragte Brandon.
Daraus entnahm Ami, dass die drei noch nicht bescheid wussten. "Ich habe eine freudige Nachricht?" Erzählte sie stolz. "?wegen unserem gemeinsamen Ausflug! Ich werde Jim mitnehmen!"
Ami erwartete eigentlich eine Art Glückswunsch von ihren Freunden, aber alles was bisher kam war Stille.
Brandon stand von seinem Fahrradständer auf. "Moment mal! Jim! Jimbo Hogan? Der Jimbo Hogan?"
Amis Lächeln zog sich langsam in die Tiefe.
Alle anderen stellten sich die gleiche Frage.
"Der kommt auf keinem Fall mit!" Sagte Brandon entschlossen.
"Wieso nicht?" Fragte Ami enttäuscht.
"Ich rede hier von Jimbo Hogan!" Sprach Brandon laut und deutlich weiter. "Ich meine, der Typ ist gewalttätig! Sieh ihn dir doch mal an! Mit seinem Kreuz von einem Meter länge!"
"Brandon!" Rief Kimberly dazwischen. "Weißt du es noch nicht? Ami und Jimbo sind doch seit mehreren Wochen ein Paar!"
"Oh!" Stutzte Brandon nun. "Das ist schlecht!" Mehr fiehl im nicht dazu ein.

Für Josh wurden diese Ferien mehr und mehr zu einem Horrortripp. Jimbo Hogan sollte mitkommen. Das konnte Josh nun nicht mehr ändern. Aber mit ihm in die Ferien zu reisen, das hatte er sich in seinen schlimmsten Träumen nicht vorstellen können. Sehr beliebt war Jim nicht unbedingt bei den Mädchen. Das könnte sich aber bald ändern, weil Jim kurz davor war, zum Teamcaptain der The Winged Bulls ernannt zu werden, die Freizeit-Football-Mannschaft der Geoffrey-Smith-Highschool. Eine Mannschaft, bestehend aus elf grimmigen und hochgewachsenen Kerlen. In Saisonabschnitten spielten die Winged Bulls, im großen Footballfeld außerhalb der Schule, gegen die verschiedensten Mannschaften aus ganz Maryland und Umgebung.
Schon vier Teamcaptains der Winged Bulls haben ihren großen Traum erreicht und wurden in diverse, international bekannten, Footballmannschaften aufgenommen. Ein Traum, den auch Jim verfolgte.

Von weitem erklang ein kurzer Pfiff. Allesamt drehte sich um. Dort, auf dem bepflasterten Weg vor der Schule stand er. Jombo, mit dem Footballhelm an der Hüfte und einer Statur, die nicht jedermann hatte, sah er voll und ganz aus wie ein Footballspieler, oder eher wie ein Schlägertyp. "Was ist?" Rief er. "Kommst du nun, oder was?"
"Ja, ich komme." Rief Ami ihm zu und rannte Jim entgegen.
"Na das ist ja auch mal ein Traumpäärchen, welches nicht jeder so sieht!" Spottete Brandon und meinte nicht nur den erheblichen Größenunterschied zwischen Ami und Jim sondern auch die Tatsache, dass ein japanisches Mädchen und ein amerikanischer Footballspieler überhaupt nicht zusammenpassten.
Josh und Kimberly blieben ruhig. Wahrscheinlich wächselten sie gerade dieselben Gedanken:
Es war ein Frühlingstag, etwas kälter als gewohnt, als Josh durch die Kooridore der Schule ging und zwischen den vielen Gesichtern der, ihm entgegenkommenden Menschen, eines sah, welches ihm schon seit Wochen und Monaten auffiehl. Jeden Tag und jede Nacht musste er an dieses Gesicht denken, diese Person, dieses Mädchen mit ihrem dunelblondem, glatten Haar und den wunderschönen, blauen Augen. Wer war dieses Mädchen? Sie waren in einigen selben Schulkursen, doch kam es leider nie dazu, dass sie ein Wort miteinander wächselten.
Eines Tages, auf dem Campus, entdeckte Josh sie wieder, nicht weit von sich. Mike konnte nicht aufhören zu erzählen, doch Josh fasste nur Gedanken für dieses Mädchen. Sie stand alleine vor den Treppen zum Haupteingang und tippte auf ihrem Handy rum. Josh zögerte, ballte sie Faust, zögerte wieder. Schweiß bildete sich in seiner Handfläche. Dann setzte er zum gehen an, doch was war das? Wer war dieser Kerl? Jombo Hogan umarmte das Mädchen von hinten. Sie erschrak, drehte sich um, lachte weit und gab ihn einen langen Kuss auf dem Mund. Das war nicht wahr, dochte sich Josh. Das konnte nicht wahr sein!
Die nächsten Tage war Josh so deprimiert, dass er weder mit Leuten sprach noch essen wollte. Er kam teilweise zu spät zum Unterricht oder, wenn nicht, dann schlief er da ein. Für dieses Mädchen, für dieses Josh seine ganze Aufmerksamkeit gegeben hatte, ging Joshs Verhalten nicht spurlos vorbei. Von ihrer besten Freundin Laura hatte sie die Nachricht bekommen, dass Josh ein Auge auf sie geworfen haben sollte.
Weshalb sie mit Jim zusammen war, konnte sie nach anderthalb Wochen nun nicht mehr begreifen. Er vernachläßigte sie, gab mit ihr an öffentlichen Platzen unangenehm an und wollte eigentlich nur eines erreichen, und zwar mit ihr zuschlafen.
Es reichte ihr! Voll und ganz!
Da sah sie an einen Tisch in der Aula, nicht weit von ihrem, Josh sitzen, mit dem Gesicht zu ihr gewandt. Sie entschied sich, wenn es da noch etwas zum entscheiden gab, es jetzt tu tun. Sie nam ein Kärtchen aus ihrer Handtasche und schrieb etwas drauf. Dann nahm sie den leeren Teller, stand auf und ging auf Josh zu. Er bemerkte sie erst garnicht, oder wollte sich nicht bermerken. Bis ihm auffiehl, dass sie lächelte, als sie auf ihm zukam. Josh wurde warm um?s Herz. Das Mädchen erreichte die andere Seite des Tisches und gab Josh das Kärtchen. Gleich darauf wandte sie sich ab und ging Richtung Ausgang. Lange musste Josh dem Mädchen hinterher sehen, bis er begriff, war grad passiert ist. Dann sah er zur Karte in seiner Hand, auf dieser Stand: Bitte komm heute um Vier auf dem Campus vor dem Eingang. Ich werde warten.
In seinem Zimmer ging Josh auf und ab. Zog er sich um? Blieb er so? Roch er auch gut? Ein paar mal stürmte er ins Badezimmer um nachzusehen, ob er auch gut aussah. Bis er auf seine Uhr schaute: 16:00 Uhr. Es war soweit. Was war soweit? Was hatte dieses Mädchen bloß mit ihm vor? Er meinte die Antwort zu kennen, zumindest erhoffte er es sich so. Dann betratt es den großen Foyer des Schulgebäudes von oben. Auf der oberen Etage führten zwei Treppen nach unten und verschmolsten zu einer großen, bevor sie den Boden erreichte. Josh ging langsam die Stufen hinunter. Er atmete schnell. Die vielen anderen Schüler und Studenten nahm er überhaupt nicht war. Die großen Türflügeln der Schule waren erreicht, eine von beiden stand offen. Josh tratt ins Freie. Gleich darauf schaute er sich gründlich um. Wo war sie? Dann ging er die Stufen des Haupteinganges hinunter, um sich ein besseres Bild zumachen. Überall waren Menschen. Rechts von ihm standen Grüppchen an der Schulwand. Links von ihm genau dasselbe Bild. Vor ihm erstreckte sich der große Campus. Überall Menschen. Was stand auf der Karte, die sie ihm gab? Wir treffen uns auf dem Campus? War es so? Wir treffen und draussen? Verdammt, was stand noch mal auf der Karte? Er setzte sich auf die letzte Stufe der Treppe. Hatte sie ihn nur verarscht? Dort drangen wilde Geschreie zu Josh. Dort hörte er zwei Menschen streiten. Hier war ein lautes Gelächter zuhören. An sonsten hörte er ein Mischmasch aus tausend Wörtern von tausend Stimmen. Nur keine Rufe, die an ihn gewandt waren. Keine Rufe. Nochmal stand er auf und schaute sich um. Links hörte er, wie der Streit zwischen den beiden lauter wurde und schließlich Sie aus dem Wälchen eilte. Da war sie ja! Doch sie wirkte unzufrieden. Ihr folgte Jim, der sie laut anbrüllte. Was war da los? Josh wargte es nicht, sich einzumischen.
"Du Hure!" verstand er aus Jims Mund. "Gibst dich also mit anderen ab, ja?"
Dann brüllte sie etwas zurück, was Josh nicht verstand. Darauf zerrte Jim ein rosa
Plüsch-Teddy aus der Tasche des Mädchens, riss ihm den Kopf ab und schmetterte ihn auf den Boden. Dann verzog er sich wütent. Das Mädchen umschloss mit ihrer Hand den Mund. Es sah aus, als ob sie weinte. Nichts desto trotz ging Josh nun auf sie zu, als Jim ausser reichweite war. Als sie ihn sah lächelte sie aber. Von Tränen war keine Spur.
"Hast du etwa alles mitbekommen?" Fragte sie ihn, als er sie erreichte.
"Das kommt drauf an, wann es losging." Sagte er und grinste. Dann verflog aber sein Grinsen. War es grad die richtige Antwort gewesen? Das Mädchen fing aber auch an zulächeln, was Josh ermutigte.
"Hi, ich bin Kimberly." Sagte sie freundlich und reichte ihm die Hand, die er natürlich dankend berührte und sachte schüttelte.
"Josh." Antwortete er knapp.
Darauf gingen sie gemeinsam in den runden Plätchen zwischen den Birken, indem der Streit zwischen Kimberly und Jimbo anfing.
Sie redeten miteinander, bis der morgen graute.

"Was war das für ein Plüsch-Teddy?" Fragte Josh.
"Was?" Antwortete Kimberly aus den Gedanken gerissen.
"An dem Tag, an dem wir uns kennernlernten, hatte er?" Und zeigte auf Jim. "?zuvor einen kleinen Teddybären den Kopf abgerissen."
"Ach, denn hatte er für mich auf dem Jahrmarkt gewonnen." Erzählte sie. "Ein Geschenk unserer Gemeinsamen Liebe."
Josh nickte den Kopf.
Für beide war es eine mulmige Sache, dass Jim mit ihnen nach Daveyville kommt. Josh war Kimberlys Neuer. In der Tat ein Grund, dass Jim wütent auf Josh sein könnze. Und Kimberly war Jims Ex. Aber nun war Jim mit Ami zusammen.
Kimberly hatte Ami nie davon erzählt, dass sie einst mit Jim zusammen war, und auch von Jims Art, wie er eine Frau behandelt, eben sowenig.

"Ich werde uns nach Daveyville fahren!" Sagte Josh kurzer Hand entschlossen.
"Hä?" Kam von Brandon und Kimberly fast gleichzeitig herüber.
"Wir sind sieben Mann! Die einzigste Karre, die sieben Leute aufnehmen kann, hab ja wohl ich, als Einizigster, von uns. Nur müssen wir noch herausfindet, wo zum Teufel dieses Daveyville liegt."
Kimberly wusste, dass es ein mutiger Entschluss von Josh war. Abgesehen davon, dass sie vielleicht auch mit der Bahn fahren könnten (insofern Daveyville mit dem Bahnnetz verbunden ist), wäre es eigentlich nur der einzigste Ausweg gewesen, dass Josh sie hätte fahren müssen. Laura und Mike besitzten zwar auch noch jeweils ein Auto. Aber Mikes war in der Werkstatt und Lauras war ein US-Smart, sprich: Ein Zweisitzer.
Kimberly legte die Hand auf Joshs Schulter und mit der anderen drehte sie seinen Kopf zusich, um ihn zuküssen.
"Hey Leute. Hier versteckt ihr euch!" Rief Mike plötzlich hinter ihnen.
"Mike!" Staunte Kimberly. "Wo warst du denn?"
"Hört euch das an! Ich hatte grad ein perfektes Spiel mit den Jungs, als einem von ihnen einfiehl, dass ich noch Schulden bei ihm hatte!"
"Schulden? Was für Schulden?" Fragte Josh.
"Ach, ich hatte doch drum gewettet, dass ihr euch nicht mehr verträgt und so?"
Kimberly und Josh starrten einander an - und zuckten mit den Achseln.
"?Auf jeden Fall hat er irgendwie davon Wind bekommen, dass ihr euch wieder lieb habt und dass ich ihn jetzt 40 Mäuse schulde. Ja, Mann, natürlich hab ich die Kohle nich, drum musste ich bei dem Spiel verlieren. Er meinte irgendwass mit Schulden begleichen und son Blödsinn! Stellt euch das mal vor! Vor den ganzen heißen Bräuten musste ich verlieren! Das macht überhaupt kein guten Eindruck, alter!"
"Mike." Sagte Kimberly ruhig, die sich aus seinen Worten keine Gedanken machte. "Wir fahren morgen früh los. Also stell keinen Unsinn an und beweg dich heute früh in?s Bett!"
Mikes Augen öffneten sich weit. Er wollte grad was sagen, als Josh ihn unterbrach.
"Ja, und dass du dich nicht wunderst! Jimbo Hogan kommt auch mit!"
Mikes Augen öffneten sich noch viel weiter, und sein Mund stand weit auf.
"Zum Teufel! Wieso muss ich immer alles als Letzter erfahren?!"

to be continue...

"Daveyville; Kapitel 3" bei Mister Wong speichern "Daveyville; Kapitel 3" bei YiGG.de speichern "Daveyville; Kapitel 3" bei Google speichern "Daveyville; Kapitel 3" bei del.icio.us speichern "Daveyville; Kapitel 3" bei Digg speichern "Daveyville; Kapitel 3" bei LinkARENA speichern "Daveyville; Kapitel 3" bei My Yahoo speichern "Daveyville; Kapitel 3" bei StumbleUpon speichern

Stichworte: - Stichworte bearbeiten
Kategorien
Kategorielos

Kommentare

  1. Avatar von Cheater92
    Hab jetzt mal ein bisschen gelesen und find den blog sehr gut! muss aber zugeben das ich keine lust hab alles zu lesen*faulsei*

    mfg
    Cheater