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Obi-Hahn

Daveyville

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von am 04.05.2007 um 13:55 (210 Hits)
1.
Es war ein heißer Tag an der Geoffrey-Smith-Highschool. Die vielen Schüler und über 1000 Studenten bereiten sich auf ihre, schon lange erwarteten, Semesterferien vor. Nicht dass die Highschool eine Art Festung für die Schüler wäre oder dass die Lehrer hier die Teufel höchstpersönlich sind. Ganz im Gegenteil. Die Schüler und Studenten bekommen von ihren Lehrern genug Freizeit und Auslauf geschenkt. Und die Schulstunden beginnen immer halb Acht. Sogar das Mittagessen gibt es hier umsonst. Und noch bemerkenswert ist, vielleicht, dass die Schüler sich diese Schule selbst ausgewählt haben. Denn weit weg von Familie und Heim können sie sich hier ihren "Amerikanischen Traum" ausleben. Die Geoffrey-Smith-Highschool gehört tatsächlich keiner Stadt an und ist auch nicht direkt mit dem Straßennetz verbunden. Eine kleine, unbepflasterte Straße führt zur nächsten Straßenroute. Sie ist eben eine Ländliche Schule. Im US-Bundesstaat Maryland liegt sie genau zwischen den Städten Frederick und Germantown. Zu zweit oder zu dritt bewohnen die Studenten die unzähligen Zimmer der Highschool und brauchen nicht einmal Miete oder etwas dergleichen zu bezahlen.
Schon ab ein Alter von 14 kann man sich an dieser Schule anmelden, und man benötigt dafür keinerlei besonderer Qualifikationen. Demzufolge werden die Berufchancen, nach dem Schulabgang (bis 25) auch nur mild erhöht.

Am gestrigen Tag hatte der Unterricht seinen letzten Tag gehabt und nun begannen die Semesterferien. Josh öffnete die Tür zu seinem Zimmer und betrat es. Seine dünne Lederjacke hing er an die Innenseite der Tür. Als sein Blick durch das kleine Zimmer ging streifte es die vielen Unterhosen auf dem Boden, die Beutel und Tüten, die wahllos herum lagen und zwischen ihnen die kleinen Chipskrümmel, die zum Teil noch ganz waren. Auf dem runden Tisch am Ende des Zimmers lag eine halb geleerte Schüssel mit Müsli, an der nun der Löffel klebte. Daneben lagen beschriftete Zettel für die Schule, ungeordnet und zerknickt. Als nun Joshs Blick auf das Bett rechts von ihm stehen blieb, sah er erst einmal ein Paar Schuhe, die auf dem Bett auf und ab wippten. Denn unter der Bettdecke lag Mike, einer von Joshs Zimmergenossen. Seine Beine schauten unter der Decke heraus, während sein gesamter Oberkörper von der Bettdecke bedeckt wurde. Er schien gemütlich zu schlafen. Josh dachte nicht daran ihn sanft zu wecken oder ihn einfach schlafen zu lassen. Stattdessen nahm er seine ganze Kraft zusammen und brüllte: "MIKE!", der darauf erschrak und hochfuhr. Die Sportschuhe rollten ihn vom Bett.
"Ey, Josh! Verdammt, was soll der Scheiß?" Stummelte er. Sein Blick sah nicht gerade zufrieden aus. Joshs aber auch nicht.
"Mike, was hab ich dir vorhin gesagt?"
"Vorhin? Man, vorhin hab ich gepennt, alter!"
"Was?! Vorhin hast du mit mir gefrühstückt. Deine Schüssel steht noch da." Mike drehte sich schwer fallend um und sah zum Tisch. Seine Füße mit den Socken dran bewegte er Richtung Boden, dass er nun eine sitzende Pose einnahm. Seine Hände streifte er sich ein paar Mal über sein Gesicht, als ob er es waschen würde. Dann bedeckten sie seinen rasierten Kopf (wie es für einen Afroamerikaner üblich ist), um sich zu strecken.
"Ey, tut mir leid, aber das muss ich wohl verplant haben. Ich dachte ich hätt die Nacht durchgepennt."
"Dann musst du wohl auch vergessen haben, dass ich dich bat das Zimmer aufzuräumen. Das wolltest du noch machen." Meinte Josh.
"Was?! Auf so was würd ich nie sagen!"
"Hast du aber. Und nu fang an hier!" Mike stöhnte als er sich aufrappelte um Joshs Bitte nachzugehen. Die Bettdecke streifte er sich von der Hüfte und schmiss sie auf sein Bett. Dann betrachtete er sich selbst.
"Mensch! Ich war heute ja wirklich schon einmal wach. Denn ich hab ne Unterhose an! Alter!"
Josh verdrehte die Augen und nahm den Stapel Blätter vom Tisch, um sie in Mikes Schrank zulegen.
"Wo is Brainy eigentlich?" Fragte Mike Josh als er die Beutel und Rucksäcke vom Boden nahm und sie sortierte.
"Keine Ahnung, du. Der is schon den ganzen Tag weg. Hat nich ma n Zettel hinterlassen oder so was."
"Also wirklich, man. Der könnte uns hiermit wirklich helfen!" Sagte Mike und starrte auf seine Armbanduhr. Es was 11:00 Uhr.
"Das is dein Müll. Ich bin also nur fair, dass ich dir hier behilflich bin. Um Gottes Willen! Das sind wirklich alle deine Unterhosen die hier rum liegen?!" Fluchte Josh. Mike griff Joshs Rucksack, um ihn Josh zureichen. "Versteh einer die Weißen!" Meinte er dabei. "Und wo kommst du jetzt her?"
"Von Kimberly." Sagte Josh, hing sein Rucksack an den Henkel seines Schrankes und setzte sich auf einen der 4 Stühle neben den Tisch.
"Ooooohhhhh! Wieder Stimmung in euer wildes Leben bringen, hä?" Rief Mike und wackelte schlimm mit den Hüften, um auf etwas Spezielles hinzuweisen.
"Ach! Quatsch nich! Ich hab sie nur gefragt ob sie schon eine Idee hat, was wir in den Ferien unternehmen wollen. Und außerdem war Laura auch bei ihr gewesen!" Rief Josh zurück. "Dich hab ich vorhin übrigens auch gefragt. Weist du denn schon was." Mike beugte sich, um nach seinen Unterhosen zu greifen. Als er wieder hochfuhr drehte er langsam den Kopf zu Josh um und grinste breit.
"Du kennst doch Priscilla Oldgen, oder?" Fragte Mike. "Die aus der Oberstufe?"
"Was is mit der?" Fragte Josh. Jedoch wusste er die Antwort bereits.
"Mit der werde ich die Semesterferien verbringen. Und zwar auf meiner eigenen Weise, wenn du verstehst was ich meine, hä?" Dann klatschte er in die Hände und begann ganz merkwürdig zu tanzen. Josh verdrehte nicht nur seine Augen, sondern seinen ganzen Kopf. Dann sprang er vom Stuhl und rief: "Oh, komm schon! Lass das gefälligst!" Dann blieb er neben Mike stehen. "Die is doch eh mit jemanden zusammen."
"Jaaa schon." Mike blieb in seiner verrenkten Haltung stehen. "Aber mit nem Weißen! Mit mir kann sie mehr Spaß haben! Wow sexy baby!" Begann er nun zu singen.
"Und wie willst du das anstellen?" Fragte Josh und lehnte sich mit der Hand gegen das Doppelstockbett rechts neben ihn.
"Na ganz einfach! Also pass auf! Ihr fahrt alle ganz gemütlich in den Urlaub, wo auch immer, hin und lasst mich hier zurück. Dann lass ich draußen auf dem Schulhof ne Party steigen. Jeder der noch da is kann ruhig kommen! Dann, wenn die Party schon voll im Gange is, und ich schon einiges im Blut habe, dann, mein Freund, dann werde ich mich an Priscilla anschleichen. Natürlich pass ich auf, dass sie nicht zu nüchtern ist. Ich werde aufpassen, dass sie ganz und gar nich nüchtern is! Ja dann hab ich sie in meiner Gewalt!"
"Hhmmm." Josh legte sich den Zeigefinger gekrümmt auf die Lippen und sah mit den Augen auf den Boden, so als ob er nachdachte. "Dein Plan is lückenhaft!" Sprach er weiter. "Erstens musst du Priscillas Freund von ihr, oder von der Party, fernhalten! Zweitens wirst du nie auf dem Schulhof ne Party schmeißen lassen dürfen, weil das hier immer noch Eigentum der Lehrer is. Und Drittens: Wo zum Teufel willst du so viel Alkohol herbringen, dass es für jeden Schüler reichen würde?"
Mike starrte ihn erst überwältigt an, dann nahm er Luft um zu antworten.
In dem Moment schlug die Tür auf und Brandon stieg herein.
"Brainy! Verdammt wo kommst du jetzt her?" Rief Mike ihm zu.
"Von der Cafeteria." Sagte der zu klein geratene Junge, mit den lockigen Haaren.
"Warst du etwa den ganzen Morgen da unten?" Fragte Josh.
"Die hatten da Eierpfandkuchen. Ihr wisst das ich dazu nicht Nein sagen kann!" Meinte Brandon, ging zwischen Mike und Josh hindurch und saß sich auf einen Stuhl. Mike und Josh hingegen sahen sich verblüfft ins Gesicht. Brandon betrachtete die Schale auf dem Tisch.
"Leute. Die könnte mal in die Küche gebracht werden!" Mike sah Josh noch immer ins Gesicht, worauf er mit den Achseln zuckte und meinte: "Wo er recht hat!"
"Ach übrigens Josh!" Sagte Brandon. "Auf dem Flur hab ich Kim getroffen."
"Und was sagt sie?" Fragte Josh und saß sich auf der gegenüberliegenden Seite von Brandon an den Tisch.
"Sie meinte dass sie dieses Jahr lieber mit Laura und Ami in den Urlaub fahren will. Das sollt ich dir sagen."
"Was?!" Rief Josh. "Lieber mit Laura und Ami in den? So was kann mir sie nicht antun! Ich hab ihr doch gesagt, dass ich gerne mit ihr nach Miami Beach fahren würde." Mike betrachtete währenddessen die letzte Unterhose auf dem Boden. Als er sie aufsammelte sah er, dass diese ganz verfärbt war. Stirnrunzelnd roch er einmal dran. Sie schien aber nicht all zu sehr zu stinken, worauf er sie mit dem restlichen Stapel in seinen Kleiderschrank feuerte. Dann nahm er eine Jeans aus dem Schrank und zog sie an. "Ach, is doch nich so schlimm!" Meinte Mike, während er auf und ab sprang um seine Hose anzuziehen. "Dann seid ihr eben ganz herzlich auf meiner Party eingeladen."
"Was für ne Party?" Fragte Brandon Mike. Josh schüttelte den Kopf. "Das spielt keine Rolle! Wieso sagt Kimberly denn so was, das ergibt keinen Sinn!"
"Also!" Mischte sich Mike wieder ein, als er gerade ein T-Shirt mit einer großen 24 anzog. "Wenn du mich fragen würdest, dann denke ich, sie hat genug von dir!"
"Wie bitte?!"
"Du hängst in letzter Zeit einfach zu oft bei ihr rum!"
"Da muss ich ihm Recht geben!" Sagte Brandon.
"Wahrscheinlich braucht sie erst einmal ein paar Tage ohne dich, verstehst du?"
"So einen Quatsch brauch ich mir gar nicht von euch anzuhören!" Rief Josh. "So oft wie ich bei ihr rumhänge, so oft hing ich schon immer bei ihr rum!"
Mike rückte ganz nah an Josh heran. "Du musst es einsehen! Sie braucht ne Auszeit von dir. Ob du es willst oder nicht!" Flüsterte er Josh mit einer ganz ruhigen Stimme zu. Dann sah er die dreckige Schüssel auf dem Tisch.
"Ach so, und kommst du noch mit in die Küche, um die hier abzugeben?" Fragte Mike, nun wieder im normalen Ton.

Auf den Fluren, Gängen, Korridoren und Treppen der Geoffrey-Smith-Highschool herrscht immer viel Trubel und Chaos. Die Schüler und Studenten rennen hektisch und wild von a nach b. Auch nachdem die Schule in verschiedene Bereiche aufgeteilt wurde, konnte die Anzahl der Studenten auf den Fluren nicht vermindert werden. Joshs, Mikes und Brandons Zimmer lag im linken Außenflügel der Schule. Weit am Ende des Flügels auf einer der letzten Etagen. Jeder der Bereiche der Schule hatte seine eigene Küche, seine eigene Waschstation und seine eigene Badezimmer. In den Bereichen werden Jungs nicht von Mädchen getrennt. Auf den Zimmern der Schüler hingegen schon. Leider hatte die Schule nicht genügend Geld, um auch für jeden Bereich eine eigene Cafeteria einzurichten, drum gibt es in der gesamten Schule nur 2 und eine große Aula.
In nicht allzu weiter Entfernung zur Schule steht noch ein Haus, in dem die Lehrer ihr Schlaf- und Wohnquartier haben. So gesehen haben die Lehrer ihr Privatleben völlig aufgegeben, nur um die Schüler unterrichten zu können.

Josh und Brandon waren auf direktem Weg zur Küche. Sie war nicht etwa ein Ort, in den man sich saß und Essen bekam. Das tat man in der Cafeteria. In der Küche, zu der die Schüler nur Zugang durch eine Art Schaufenster hatten, arbeiteten die Gutbezahlten Köche der Schule auf engsten Raum und fertigten dort das Essen für die Cafeteria. Das große Schaufenster war dazu da, damit die Schüler dreckiges Geschirr abgeben konnten.
Eine Etage nach unten und ein paar Meter den Korridor nach rechts, und schon sah man die lange Schlange vor der Küche stehen. Offenbar hat hier jeder Schüler Hunger und demzufolge hat auch jeder Schüler benutztes Geschirr bei sich.
"Ich kann?s einfach nich fassen!" Fluchte Josh. "Sie weiß doch ganzgenau dass?"
"Josh! Du wiederholst dich. Und dass schon seit der letzten Minute." Kommentierte Mike, der neben Josh ging. Dann stellten sie sich an der Schlange an.
"Ja, aber was soll ich den jetzt machen? Soll ich die ganzen Ferien bloß auf dem Campus rumhängen?"
"Man! Ich Bin doch auch noch da! Und was is mit Brainy?"
"Du-du hast da dein Ding mit Priscilla zu laufen! Und nicht jeder soll wissen, dass ich mit Brainy befreundet bin! Wieso musste ich eigentlich mitkommen? Kannst du nicht die blöde Schüssel alleine wegwerfen gehen?"
Mike holte tief Luft. "Ey, ich hab dich doch bloß mitgenommen, damit du nich Brainy auf?m Sack gehst mit deinem Rumgelabere!"
Da bekam Josh große Augen. "Rumgelabere?! So nennst du das also! Rumgelabere!" Fing an Josh zu brüllen.
"Ganz genau, man! Den ganzen Tag jammerst du nur rum: " Machte Mike ihn nach und tat so als ob er heulen würde.
"So mach ich gar nicht, man! Hör auf damit!"
"Mähmähmäh" Machte Mike amüsierend weiter.
"Du sollst damit aufhören!" Josh hob die Arme und gab Mike einen kräftigen Schubs. Mike hingegen machte immer noch weiter. "Mähmähmäh! Mein Freund hat unser Zimmer nich aufgeräumt! Der?s so gemein zu mir."
"Das reicht!" Rief Josh und zeigte Mike seine Faust. "Siehst du die hier? Wenn du nicht aufhörst dann!"
"Na was denn?" Gab Mike lächelnd her.
"Dann!"
"Na was?"
"Dann wird diese hier die Hinterwand deines Kopfes schmecken! Und zwar von innen."
"Ach echt? Dann zeig ma was du drauf hast! Komm schon, komm schon. Fang an!"
"Du, das mach ich auch. Du wirst dich wunder!" Da begannen beide wild im kreis zu tanzen. Sie waren zwar fest überzeugt das zutun, was sie meinten, taten es aber doch nicht. Wahrscheinlich hätten sie noch den halben Tag so weiter gemacht, wenn sie nicht jemand unterbrochen hätte.
"Na Jungs."
"Oh, hallo Mister Stamfield!" sagte Josh ganz überrascht. Beide hörten im nu auf mit den Armen zu fuchteln. Josh machte sich schnell die Haare wieder in Ordnung, Mike wischte sich den Schweiß von der Stirn. Das Lächeln, welches Mr. Stamfield auf dem Gesicht lag als er die zwei grüßte, zog sich schnell in eine prüfende Grimasse.
"Ist hier alles in Ordnung mit euch? Ihr sieht nicht besonders?"
"Ja, ja-ja!" Unterbrach Josh den Lehrer. "Soweit alles in Ordnung hier. Und bei ihnen?" Fragte er Mr. Stamfield, obwohl er den Lehrer eher wieder loswerden wollte, anstatt die Antwort zu erfahren. Mike zog sich ein anstrengendes Grinsen ins Gesicht und presst Josh mit seinem linken Arm dicht an sich heran, um Mr. Stamfield ihre Freundschaft zu beweisen.
"Na dann ist es ja gut!" Sagte der Lehrer, nun wieder lächelnd. Mike zeigte auf den Stapel Blätter unter Mr. Stamfields Arm, ohne dabei seine Schüssel fallen zulassen.
"Und was haben sie grad so vor?" Fragte er.
Mr. Stamfield presst sich die Lippen dicht zusammen, als er diese Frage hörte.
"Ich hab noch eine Menge an Blätterkram durchzulesen und zu unterschreiben. Das werden keine so rosigen Ferien für mich, wisst ihr?"
"Was sind das denn für Blätter?" Fragte Josh. Der Lehrer holte tief Luft.
"Das sind Scheidungspapiere. Und der ganze Mist der noch dazu gehört!" Ein langes Schweigen trat in die Runde. Schließlich sagte Mike:
"Das tut mir Leid für sie. Aber falls es sie tröstet. Bei Josh rieselt?s grad auch ganz fürchterlich in der Beziehung."
"Was?! Das is nich wahr!" Begann Josh wieder.
"Wirklich? Aber ihr ward doch immer?" Fragte Mr. Stamfield hellhörig.
"Nein! Nichts von dem is wahr!"
"Oh doch!" Nickte Mike mit dem Kopf. "Halten sie sich fest! Kimberly will nicht mit ihm in den Urlaub ziehen!"
"Nicht im Ernst! Das ist ja wie ein Schlag in den Bauch!"
"Nein! Ja, ähm, ich meine, doch! Ist es schon." Meinte Josh. "Aber dadurch wird unsere Beziehung auf keinster Weise gefährdet!"
"Und wieso will sie nicht mit dir in die Ferien?" Fragte Mr. Stamfield nun ganz wissensdurstig.
"Keine Ahnung. Also?"
"Na ja. Da kannst du sie ja am besten selbst fragen. Denn ich glaube dass ich sie da vorne grad gesehen habe." Er zeigte mit dem Arm hinter der großen Schlange an der Küche. "So, Jungs, ich muss dann weiter. Die Pflicht ruft."
"Ja. Wir sehen uns." Sagte Josh.
"Spätestens nach den Semesterferien!" Rief Mike dem Lehrer noch hinterher. Dann wandte er sich zu Josh zu.
"Oh man! Das is echt bitter! Ehrlich, man. Ich wusste gar nich dass Stamfield verheiratet war!" Josh ignorierte ihn und richtete seinen Kopf zur Menschenschlange, die um ein paar Mann kürzer geworden ist, und verschwand dann hinter ihr.
"Wo willst du denn hin?" Fragte Mike.
"Etwas klären gehen!" Rief Josh zu Mike.

Zwischen ein paar Schüler und Studenten hindurch, an der rechten Wand gelehnt, standen 3 Mädchen. Josh ging mit festem Blick auf sie zu. Ami, das
japanisch-amerikanische Mädchen, bemerkte ihn sofort an seinen lauten Gang.
"Da ist er schon!" Sagte sie zu Laura und Kimberly. Noch bevor Kimberly etwas unternehmen konnte, nahm sie erst einmal ihr Zopfgummi aus der Tasche und band sich damit ihr langes, dunkelblondes Haar zusammen. Dann ging sie zwischen Laura und Ami hindurch, Josh entgegen.
"Kimberly! Hab ich das richtig gehört??" Fing Josh an Kimberly zu fragen, noch keinen Meter bevor sie ihn erreichte. Sie hingegen hielt ihre Handflächen vor sich, als ob sie einen Lastwagen stoppen wollte. "Noch bevor du hier in Rage ausbrichst, hör mir erst einmal zu! Es hat wirklich nichts mit dir zutun!" Sagte sie.
"Nein, du hörst mir zu! ... Was? Es hat nichts mit mir zutun?"
"Es ist wegen Laura." Versuchte Kimberly zu erklären. "Ihre Eltern haben nämlich ein Haus gekauft und das wollte sie uns unbedingt zeigen. Auf Long Island."
"Und mit meinst du sicherlich du und Ami, richtig?" Fragte Josh und schwang die Arme zusammen.
"Richtig." Antwortete Kimberly und holte ihren "Welpenblick" heraus. Darauf reagierte Josh allerdings überhaupt nicht. "Also, also hat es doch etwas mit mir zu tun! Ich versteh bloß nich was Laura gegen mich hat!"
"Nein! Nein-nein! Du verstehst das total falsch! Es soll eben nur ein Frauenurlaub werden. Nur mit Frauen! Und, das weißt du noch gar nicht, wir bleiben höchstens 5 Tage." Sagte Kimberly nun ganz ruhig und legte ihre Hände ganz sanft an seinen Hals. "Für unseren gemeinsamen Urlaub bleiben dann immer noch volle 5 Wochen! Und dann können wir endlich nach Disneyland, wo du so unbedingt hin wolltest!" Kimberly hat Josh so eben voll und ganz auf ihre Seite umgestimmt bekommen. Eines ihrer Talente.
"Miami Beach! Ich wollte nach Miami Beach." Meinte Josh, nachdem er sich wieder dran ersinnen konnte.
"Richtig! Miami Beach."
"Ähm, was genau meinst du eigentlich mit Frauenurlaub? Ist das so was, wo ihr euch BHs auf den Kopf bindet und dann wie Modells durchs Zimmer läuft?"
Kimberly zog eine Grimasse. "Nein! Nicht das ich wüsste. Aber ich glaube, dass ich es dir nicht zu erklären brauche, weil du es eh nicht verstehen würdest." Dann gab sie ihm einen Kuss auf die Lippen, der noch einige Sekunden angehalten hätte, wenn nicht plötzlich Mike hinter ihnen aufgetaucht wäre.
"Na ihr Turteltäubchen! Wieder alles in Butter bei euch?"
"Heeeeee Mike!" Presste Josh aus den Lippen. "Wo kommst du denn jetzt her?" Für Josh und für Kimberly war die Situation gerade mächtig peinlich und sie hatten sich ganzschön erschrocken.
Mike jedoch fasste sie an die Stirn. "De la cocina, amigo!? Sagte er und zeigte mit dem Arm Richtung Küche. "Da standen wir doch grad noch gemeinsam, man! Schon vergessen?"
Weder war dieser Moment für Mike peinlich, noch tat es ihm Leid sie gestört zu haben. Er kannte sie halt schon mehrere Jahre lang. Auch als Paar.
Insgesamt waren sie eine große Freundesclique. Josh, Kimberly, Mike, Laura, Brandon und Ami. Ami ist der Neuling in der Runde. Vor 1 und ein halbes Jahr zog ihre Familie nach Amerika. In der ersten Zeit galt sie als die perfekte Außenseiterin, aufgrund ihres asiatischen Aussehens. Doch in Kimberly und Laura hat sie 2 sehr gute Freundinnen gefunden. Und während sich alle anderen erst nach den Beitritt an dieser Schule kennen gelernt hatten, waren Kimberly und Laura schon seit Kindestagen Freunde. Sie waren einfach unzertrennlich.
"Was stellst du mir so ne sau blöde Frage?" Dann hielt Mike kurz inne. "Oh, hat sie dich wieder eingenebelt mit ihren Trick, ja?"
"Sieht so aus!" Beantwortete Kimberly die Frage für Josh. "Was willst du eigentlich während den Ferien unternehmen, Mike?" Da begann er wieder zu grinsen.
"Frag ihn das bloß nich! Ich sag nur Priscilla Oldgen!" Rief Josh hinein.
"Aha. Wolln wir uns ein Weilchen raus auf den Campus setzten?" Fragte Kimberly Josh, als ob sie es noch nie taten. Josh zuckte mit den Achseln. "Na klar! Komm mit!"
Und da gingen sie den langen Korridor entlang und die endlosen Stufen nach unten.
"Die Beiden scheinen sich ja wieder furchtbar lieb zu haben" Sagte Mike, nun umgeben von Ami und Laura.
"Ja! Kim schafft eben alles, wenn sie es nur will!" Meinte Laura, als sie die beiden hinterher schauten.
"So ein Mist!" Rief Mike plötzlich.
"Was ist passiert?" Fragte Laura.
"Ebengrad hab ich mit nem anderen Nigger um 40 Doller gewettet, dass sie sich heute nicht mehr versöhnen würden! Scheiße! Ach, ähm, Ami? Kannst du mir vielleicht mal
40 Dollar pumpen?"

2.
Für den Rest des Tages sah es folgendermaßen aus: Kimberly und Josh erzählten, auf einer Bank unter einen kleinen Baum, über dies und über jenes. Hauptsächlich war es Kimberly, die das Reden übernahm.
"Laura hatte sich schon sehr lange auf diesen Urlaub gefreut." Sagte sie. "Nur hatte sie es uns erst heute Vormittag erzählt, dass sie uns 2 einladen möchte."
"Wann wollt ihr eigentlich los?" Fragte Josh Kimberly.
"Übermorgen."
"Das heißt also, dass du morgen noch da bist."

Laura, Mike und Ami saßen sich in die große Schulaula um Mittag zu essen. Brandon kam später dazu. Eine sehr große Halle, genau hinter dem Foyer der Schule, in der möglicherweise alle Schüler und Studenten der Schule hineinpassen würden.
Noch während sie alle beim essen waren, kam Brandon in die Halle und setzte sich zu ihnen.
"Hey Brainy!" Rief Mike als er sich saß.
"Hallo Leute."
"Na Brandon!" Grüßte Laura ihn. "Willst du dir nichts zu essen holen?"
"Oh, nein-nein! Ich war den ganzen Morgen in der Cafeteria und hab mir da die leckeren Eierpfandkuchen reingehaun!"
"Und jetzt bist du satt?" Fragte Laura.
Brandon nickte. "Das kann man wohl sagen!"
"Wie viele von denen hast du denn verdrückt?" Fragte Mike Brandon, als ihn die Nudeln von der Gabel rutschten.
"14 Stück! Leute, ich sag euch, ich bin kurz vorm platzen!" Stöhnte Brandon und streckte sich kräftig.
"Wo is?n Josh und Kim?" Fragte Brandon dann nach einiger Zeit.
"Sind draußen" Sagte Ami.
"Jaa, sie sind wieder zusammen." Meinte Mike. "Und haben sich wieder lieb!"
"Und was meinte Kim, als sie sagte, sie will nicht mit ihm in den Urlaub?" Fragte Brandon.
"Wir fahren zu mir." Sagte Laura
"Was denn? Etwa wir alle?"
"Nein! Nur Ami, Kim und ich! Auf Long Island haben nämlich meine Eltern son Haus gekauft."
"Ach so is das. Und das hat Josh verstanden?"
"Jaa! Schneller als gedacht!" Rief Mike hinein.

Die Schüler gingen und kamen in die Aula. So auch Laura, Ami, Brandon oder Mike. Überall trafen sie sich gelegentlich und immer gab es etwas zureden. Gegen 16:00 Uhr gingen dann auch wieder Kimberly und Josh wieder in das Schulgebäude rein. Bis 21:00 blieb er bei Kimberlys im Zimmer.
"Gut! Ich schleich mich dann mal wieder rüber." Sagte Josh im Mädchenzimmer. "Bin schon auf Mikes Kommentaren gespannt."
"Wir sehen uns dann Morgen?"
"Ja, na klar!"
Auf den Fluren war es nicht leerer geworden. Glücklicherweise befand sich Joshs Zimmer genau im selben Flur wie Kimberlys. Drum war es ein Marsch von höchstens 2 Minuten. Durch die, vom Fußboden bis zur Decke reichenden, Fenster, zu Joshs linken, schien kräftig die Sonne dunkelrot in die Schule hinein.
Josh war verdammt vorsichtig beim Öffnen seiner Tür. Eigentlich war er darauf vorbereitet Mikes Stimme zu hören. Aber da war nichts. Beim Schließen der Tür sah er auf dem Bett, rechts vor sich, ein Paar Turnschuhe, die auf dem Bett auf und abwippten. Unter der Bettdecke schauten zwei Beine heraus. Und ein Arm. Auf den kalten Fußboden lag eine Unterhose, so perfekt hingeworfen, dass man nicht anders vorbei kam, als drüber zusteigen.
"Ein Glück! Er pennt schon!" Flüsterte er sich. Dann ging er auf das Kopfende des Doppelstockbettes zu und kniete sich auf den Boden, um etwas unter dem Bett hervor zuziehen. Es war eine Pappkiste. Beim Öffnen der Kiste wurde klar, was sie dort heimlich lagerten. Es waren 3 Sixpacks, voll mit Bierflaschen! Zum Teil schon geleert. Eine Flasche zog Josh heraus und stellte sie auf den Tisch. Dann setzte er wieder den Deckel auf die Kiste und schob sie wieder unters Bett, damit kein Lehrer etwas bemerken konnte. Alkohol auf Zimmer der Schüler und Studenten war streng unerlaubt.
An diesen Abend wollte er sich noch ein schönes Bier gönnen.
"Aber wieso pennt er denn schon?" Fragte sich Josh. "Irgendwas wird er morgen vorhaben!" Dachte er.
Nach Leeren der Flasche zog sich Josh auch zurück ins Bett. Das Bett unten war sein Platz. Er wollte schon früh wach sein, um noch viel vom Tag zuhaben. Noch hatte er keine Ahnung was der folgende Tag bringen würde. Noch hatte keiner eine Ahnung davon. Eine Stunde später kam dann auch Brandon hinein. Er tat es Josh gleich, vielleicht auch Mike: Eine Flasche für sich und danach ins Bett.

7 anderthalb Stunden später rüttelte es plötzlich gegen Joshs Bett. Aus dem Schlaf gerissen wachte Josh davon auf. Von der Sonne erhellt, sah er Brandon, der vor seinem Bett stand und sich eine Hose anzog. "Hey, alter, schlaf weiter, man!" Sagte Brandon, als er bemerkte, dass Josh aufgewacht war. "Bin bloß kurz gegen dein Bett gestoßen."
Josh rieb sich die Augen, dann richtete er sich mit den Ellenbogen auf. "Wie spät is es?" Fragte er.
"Keine Ahnung. Bin grad erst aufgestanden. Ich muss erst noch meine Uhr finden."
Josh stand auf und ging auf Mikes Bett zu. Die Decke riss er von Mikes Körper um an seinen linken Arm zu gelangen. Diesen schnappte er sich dann und drehte ihn so zu recht, dass er die Uhrzeit auf Mikes Armbanduhr lesen konnte.
"Halb Acht!" Sagte er und ließ Mikes Arm wieder fallen. "Lohnt sich nich noch weiter zu pennen!"
Brandon nahm Joshs Klamotten vom Stuhl, links neben den Tisch, und reichte sie ihm.
"Soll ich dann gleich 2 Schüsseln aus der Küche holen?" Fragte Brandon ihn anschließend.
Josh schaute hinüber zu Mike, der sich keinen Millimeter rührte. Er nickte. "2 werden erstma reichen." Meinte er.
"Haben wir noch genügend Müsli?" Fragte Brandon dann noch, nachdem er an Josh vorbei ging.
"Ja." Antwortete Josh kurz.
Als Josh sich angezogen hatte, ging er zum Tisch um ihn aufzuräumen, da er sich seit gestern wieder mit Blättern gefüllt hatte. Wem diese gehörten, fragte er sich nicht, drum schob er sie zu einem Stapel und legte ihn einfach in den engen Spalt zwischen seinen und Brandons Schrank. Der Stapel passte nicht ganz hinein, deswegen schob Josh ihn einwenig quer in den Spalt. Nachdem Josh sich wieder aufrichtete um sich von den Schränken abzuwenden sah er eine kleine Papierecke aus dem Rest des Stapels herausschauen. Das Papier sah irgendwie dick aus, wie ein Brief. Josh ging wieder näher ran und zog an der Ecke. Was er nun in der Hand hielt war, wonach es aussah:
Ein Brief. Ohne Absender und ohne Empfänger. Josh drehte ihn wild um alle Ecken herum, aber sein Umschlag war völlig leer. Dann legte er ihn auf den Tisch und setzte sich davor.
"Irgendjemandem wird er ja schon gehören! Sonst wäre er ja nich zwischen den restlichen Schulblättern gekommen!" Dachte sich Josh.
Ein wenig später kam dann wieder Brandon hinein. Erst nachdem er die beiden Schüsseln auf den Tisch platzierte sah er den einzelnen Brief.
"Was is das denn?" Fragte Brandon und zeigte auf ihn.
"Ist das deiner?" Fragte Josh. Brandon nahm den Brief vom Tisch und betrachtete ihn, genau wie Josh, von allen Seiten.
"Da steht nich drauf von wem der is." Bemerkte Brandon. "Also ich erwarte keinen Brief!"
"Der lag hier unter den ganzen Zetteln auf dem Tisch." Erklärte Josh ihn.
Brandon legte ihn zurück auf die Mitte des Tisches und füllte beiden das Müsli in die Schüsseln.
"Als ich gestern Abend zu Bett ging, lagen die Zettel schon hier." Sprach Josh weiter. "Das heißt also, dass Mike sie hier hin gelegen haben muss. Denn is das bestimmt auch seiner!"
"Was is? Wollen wir ihn uns angucken?" Fragte Brandon ihn.
"Nein. Nein. Wir lassen ihn Mike öffnen und dann laut vorlesen.
Ich wette sogar, dass er von Priscilla Oldgen kommt. Denn ohne Absender kann er nur von jemandem aus der Schule sein."
In den folgenden 30 Minuten gingen sich Brandon und Josh in den Badezimmern dieses Schulbereiches waschen. Um diese Zeit waren die Badezimmer noch völlig leer. Das heißt sie hatten den großen Waschsaal für sich alleine. Ein längliches Zimmer, in der Mitte des Korridors dieses Schulflügels gelegen. Das Bad war ausgestattet mit satten weißen Fliesen. Die rechte Wand entlang waren die Toilettenzimmer, links waren die Duschen. Und in der Mitte des Saales war ein langer Spiegel als Trennwand, mit Waschbecken davor.
"Ich frag mich was Mike heute wohl vorhat." Sagte Josh mit der Zahnbürste in der Hand.
"Wieso?" Fragte Brandon.
"Na?" Josh spuckte den Schaum der Zahnpaste aus. "?weil er gestern schon so früh im Bett lag."
"Du kennst doch Mike! Bei dem müssen wir alles erwarten!" Meinte Brandon und putzte sich die Eckzähne. "Und was hat dich schon so früh ins Bett getrieben?" Fragte dann Brandon.
"Ach, ich wollt einfach bloß schon früh wach sein, weißt? Damit ich vom Tag mehr hab."
"Kims letzter Tag, nich?"
Josh schaute Brandon an und nickte. Danach spülte er sich den Mund mit Wasser aus.
"Wo wir grad beim Thema sind." Sagte Josh. "Denkst du ob Kim schon wach is?"
"Keine Ahnung, man." Danach nahm Brandon ein Schluck Wasser aus dem Becher und gurgelte es im Mund. "So, ich bin fertig." Meinte er, nachdem er es ins Becken ausgespuckt hatte. "Soll ich dann ma bei denen vorbei schaun?"
"Ja, mach das ma! Wenn sie wach sind, dann bring sie alle am besten gleich zu uns! Ich hab hier eh noch zutun." Damit meinte Josh seine Frisur.
Mit 2 Fingerspitzen voll mit Gel schmierte er sich jeden Morgen seine schwarzen Haare in Ordnung.
Mit dem Handtuch um die Schulter und dem Zahnputzbecher in der Hand ging Josh zurück auf sein Zimmer. Schon beim Öffnen der Tür fiel ihm der Brief auf dem Tisch sofort ins Auge. Das kleine, harmlose Stück Papier, welches man kaum auf dem Tisch erkennen konnte. Irgendwie fühlte sich Josh von dem Brief angezogen, und das Gefühl wurde stärker, als er daran vorbei ging, um an seinen Schrank zugelangen. Dann saß er sich wieder davor und starrte ihn an.
"Ein kleiner Brief für Mike! Von irgendjemandem aus der Schule! Was is schon dabei?" Begann er wieder zu faseln.
"Vielleicht is er von nem anderen Schwarzen, der Mike nur drohen will. Vielleicht kommt er ja wirklich nur von Priscilla." Josh schaute hinüber. Mike lag immer noch so im Bett, wie Josh ihn verlassen hatte.

Allmählich wurde es laut auf dem Schulhof. Und einige Zeit verging, als es an der Tür klopfte und Brandon hinein kam.
"Ich hab sie aus dem Bett gezerrt." Meinte Brandon. Laura und Kimberly kamen hinter ihn ins Zimmer hinein.
"Stimmt gar nicht! Wir waren schon wach!" Rief Laura. Erst jetzt bemerkte Josh die Drei. Er war so in Gedanken versunken, dass alles um ihn herum verschwamm.
Kimberly schloss die Tür. "Brandon hat uns von einem Brief erzählt." Sagte sie.
"Ja! Ja! Hier liegt er." Sagte Josh halberschrocken und zeigte auf ihm.
Laura nahm ihn an sich. "Stimmt! Hier steht wirklich nicht von wem er is!"
Brandon setzte sich neben Josh. "Pennt Mike etwa immer noch?"
"Sieht so aus!"
"Und ihr meint, dass er für Mike is?" Fragte Laura nach.
"Er muss für Mike sein! Er hat ihn ja auch hier hingeräumt!" Sagte Josh.
Kimberly ging um den Tisch herum und gab Josh einen schnellen Kuss.
"Hey. Na, auch schon wach?" Fragte sie und setzte sich hin.
"Ja. Brainy hat mich aufgeweckt."
"Ach, hör doch auf zu lügen!" Meinte sie und grinste.
Währenddessen ging Laura in den Zimmer auf und ab.
"Oooohhhhh, dieser verfluchte Mike! Ich bin so heiß drauf zu erfahren was in den Brief steht, dass ich explodieren könnte!" Rief sie.
"Du solltest mich nicht anfassen!" Rief Brandon zu ihr. "Ich bin noch viel heißer drauf. Aber ich bleib entspannter!"
Laura bedeckte, mit ihren Händen, ihren Kopf mit den blonden, schulterlangen, Haaren und fauchte sich selbst an.
"Was habt ihr denn? Is doch bloß n dummer, einfacher Brief!" Meinte Kimberly.
"Und außerdem?" Hob Josh den Finger. "?is er für Mike! Da kann gar nichts Tolles drin stehen!"
Dann wurde es plötzlich ruhig in der Runde. Jeder von ihnen starrte auf den Brief, ohne einen Ton von sich zu geben. Laura war kurz davor auf ihn loszuspringen und ihn aufzureißen. Als auf einmal ein dumpfes Brummen erklang, und jeden von ihnen aufschrak. Es war Mike, der seine schlafende Haltung, im Ernst, änderte. Jeder von ihnen war gespannt darauf, dass Mike jetzt jede Sekunde aufwachen müsste. Sein Körper brachte er so dicht an die Bettkante, dass sein linkes Bein hinunter rutschte und sein ganzen Körper mit sich zerrte. Von diesem Aufschlag wachte er dann wirklich auf.
"Teufel!" Fluchte er ganz benommen. Ganz allmählich stand er vom Boden auf und zog gleich die Bettdecke mit hoch, die Josh dort noch hatte liegen lassen. Glücklicherweise hielt er sie vor seine Hüfte, den zum schlafen trug er nur ein T-Shirt.
Dann drehte er sich um und blickte Richtung Tisch.
"Aaahhhh!!!!" Schrie Mike auf, als er 4 Jugendliche nicht weit von sich um den Tisch herum sah, die ihn allesamt anglotzten.
"Alter, was is, was is denn mit euch?!" Fragte er, immer noch ganz verschreckt. Josh nahm den Brief vom Tisch und wedelte damit herum.
"Der is für dich. Mach ihn auf!"
"Was?! Was solln das sein?" Fragte Mike.
"Das is ein Brief für dich. Nu mach ihn auf und ließ ihn vor!"
"Was?! Nein man, ich muss erst ma pinkeln!" Sagte er und zog sich die Bettdecke fest um die Hüfte.
"Warte!" Rief Josh und huschte an Brandon und Laura vorbei und blieb vor Mike stehen. "Wir warten jetzt schon? Keine Ahnung wie lange wir jetzt schon warten! Aber es is schon ne ganze Weile."
"Und worauf wartet ihr? Dass ich euch diesen blöden Brief vorlese? Wie kommt ihr überhaupt darauf, dass er meiner is?" Fragte Mike.
"Weil du ihn eben gestern Abend zusammen mit anderen Zetteln und Papieren dort auf den Tisch gelegt hattest!"
"Was?! Hab ich nich! Was für Papiere meinst du eigentlich?"
"Die hier." Sagte Josh und zeigte auf den Stapel zwischen den Schränken.
"Die hab ich vorhin dort rein geschoben." Sagte Josh. Mike ging zu den Schränken und nahm eins der oberen Blätter.
"Das sind Brainys, alter! Wieso sollte ich die auf den Tisch packen."
"Stimmt, man!" Erkannte Brandon. "Das sind wirklich meine! Das is meine Handschrift!"
"Ja, aber als ich gestern hier rein kam, lagst du schon im Bett. Und da waren die Zettel schon auf dem Tisch verteilt. Also kann kein anderer als DU sie dort hingelegt haben. Denn niemand sonst war hier im Zimmer!"
"Vielleicht is es dir aufgefallen, dass ich schon gegen Acht im Bett lag. Da war?s noch hell draußen! Und der Tisch war leer!"
"Das kann aber nicht sein!" Rief Josh.
"Na gut!? Du willst dass ich den blöden Brief öffne?! Dann gib her!" Mike riss den Brief aus Joshs Fingern.
"Pass auf!" Meinte Josh. "Du wirst sehen, dass er von Priscilla Oldgen kommt. Oder von irgendwem. Aber er is ganz sicher für dich.
"Ach, was du nich meinst?!" Mike riss langsam den Umschlag mit dem Zeigefinger auf. Laura, Brandon und Kimberly schlichen sich um Mike herum. Als er den Umschlag bis zum Ende auf hatte, zog er den Inhalt ganz langsam heraus: Ein gefaltetes Stück Papier, so wie es sich für einen Brief gehört. Den Umschlag ließ Mike zu Boden fallen. Und noch langsamer, als das Aufreißen des Umschlages, klappte er das Blatt Papier auseinander.
"Und?" Fragte Brandon.
"Also, er wurde mit Schreibmaschine geschrieben." Sagte Mike.
"Und?" Fragte dann Laura. Mike flog langsam die ersten Zeilen des Briefes mit den Augen durch. Dann klappte er den Brief, ungewohnt schnell, wieder zusammen und schüttelte den Kopf.
"Er is für dich, man!" Meinte er und drückte den Brief in Joshs Arme. Dann verließ er den Raum. Josh schaute ihn qualvoll hinterher. Noch konnte er es ihm nicht glauben, war aber zu feige selbst in den Brief hineinzuschauen. Dann ließ sich Josh auf sein Bett fallen.
"Und wenn schon! Du hast dich eben geirrt! Nu ließ ihn bitte vor!" Sagte Brandon.
"Er is für mich! Aber von wem mag er wohl kommen." Kimberly setzte sich neben ihn aufs Bett.
"Das findest du heraus, wenn du ihn ließt." Meinte sie.

3.
Josh nahm die beiden Enden des Briefes. Sein Herz begann wild zu pochen. Aber nicht nur seins, sondern auch die von Kimberly, Laura und Brandon. Leicht fing Josh an zuzittern, als der Brief erneut geöffnet wurde.
"Nur ein Brief! Nur ein Brief! Reiß dich zusammen!" Murmelte er.
Der Brief war offen! Falten zogen sich deutlich durch das Papier. Die Ecken waren leicht umgeknickt. Trotzdem wirkte er relativ neu. Die Buchstaben kamen von einer Schreibmaschine, die die Buchstaben in das Papier eingemeißelt hatte. Man konnte schnell erkennen, das derjenige es drauf hatte Briefe in ordentlicher Verfassung zuschreiben.

22.06.2006
Daveyville,
Pennsylvania,
United States of America
Mr. Harrison

Dieser Brief geht an meinen Neffen.

Lieber Josh. Ich weiß es, dass ich mich schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr bei dir oder deinen Eltern gemeldet habe. Deswegen würde ich es natürlich verstehen, wenn du meinen Brief, an dich, nicht anerkennst. Trotzdem bin ich bereit dir diesen Brief zu zuschicken.

In Kürze müssten deine Semesterferien eintreffen. Dieses Jahr habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, sie für dich zu arrangieren. Ich hoffe allzu sehr, dass du und deine Freunde noch nichts Spezielles geplant habt. Falls doch, könnt ihr es euch immer noch überlegen. Denn was ich meine ist mein Haus in Daveyville. Ich bin bereit es euch zu verleihen, denn während eurer Ferien habe ich Termine in anderen Orten. Ihr könnt dort bleiben solange ihr wollt.

Auf allen Schlafzimmern sind die Betten frisch bezogen. Im Kühlschrank steht Essen für euch bereit und Geld werde ich dir auch hinterlassen. Alle Vorkehrungen sind für dich getroffen.
Also erwarte ich dich und deine Freunde bei mir.
Ich währe überaus glücklich auf deinen Besuch. Und es ist sehr wichtig!
Falls ihr nicht kommen solltet bin ich, wie gesagt, damit einverstanden.

Liebe Grüsse.
Dein Onkel Stu.


be be continue...

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Kommentare

  1. Avatar von Hawkfire
    Ich muss gestehen das ich mir nicht alles durchgelesen habe, aber es ist bisher der längste Blog den ich gesehen habe *g*
  2. Avatar von Obi-Hahn
    Die Kompliements hab ich garnich erwartet!
    Nee, also von Wikipedia oda sonst wo hab ich nichts kopiert. Is ja hier auch verboten uns so, glaub ich!
    Dass ihrs noch nich durch habt, kann ich verstehen! Sind immerhin 2 Kapitel und noch n bissel. Sowas liest man ja nich einfach ma an einen Tag durch!!
    Also noch ma vielen vielen Dank für die Bewertungen und für den "Applaus"
    ****4sterne
  3. Avatar von --Domi--
    >Des ist ja verdannt lang wie hast du des geschaft?Mein Respekt und 5***** Sterne und noch mehr: Und des hast du dir alles alein aus gedacht ?wenn ja dann noch meher Respekt die 4 Sterne hast du dir Verdint
  4. Avatar von Cheater92
    Blog Obi, 5*****Sterne von mir!!!