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Phant

The 100. Scifiknaller und Vollgurke in einem

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von am 27.08.2015 um 20:26 (1172 Hits)
Als zur auf Pro Sieben laufenden Sendung "The 100" die ersten Teaser liefen, war ich voller Vorfreude auf eine neue Sciencefiction Serie. Jedoch entpuppte diese sich für mich als totaler Misserfolg. Warum das so ist werde ich euch in den Folgenden Zeilen berichten.

Eines Vorweg: Der Grund weshalb ich die ganze Staffel gesehen habe lag für mich in Zweierlei Gründen.
Erstens: Meiner Frau hats gefallen und dadurch habe ich es halt mit geschaut.
Zweitens: Serien wie Game of Thrones, The Walking Dead oder auch Battlestar Galactica glänzten für mich nie mit der ersten Folge sondern erst mit der Entwicklung in der kompletten ersten Staffel. Star Trek Enterprise (NICHT DIE MIT SPOCK) kam sogar erst ab mitte der Zweiten Staffel in fahrt.

Leider hat sich diese Wende bei the 100 für mich nicht eingestellt. Ganz im Gegenteil! Es wurde nur schlechter.

Aber eines nach dem anderen. Worum geht es in the 100?

In einer Postapokalyptischen Zukunft wurde die Erde durch eine Atomare Katastrophe (Später in der Serie war es dann doch der Atomkrieg) verwüstet und die letzten Überlebenden leben im All auf der Ark. Diese ist ein zusammenschluss von mehreren Raumstationen die vor dem Krieg bereits im All waren. Erst alleine doch nach der Zerstörung einer Raumstation entschloss man sich das man zusammen mehr überlebenschancen hätte und so verbanden sich die restlichen Stationen zur Ark.
Das Leben auf der Ark ist von Regeln und Aufgaben bestimmt. Jeder hat seine Funktion. Nahezu jedes verbrechen wird mit dem Tode bestraft. Der verurteilte wird dann einfach ins All "gefloatet".
Ausnahme bilden Minderjährige. Diese verbüßen eine Haftstrafe. Des weiteren werden Ressourcen streng rationiert und es wird eine Ein-Kind-Politik geführt.

Jedoch gibt es ein Problem. Die Ark Stirbt.
Die Lebenserhaltenden Systeme sind nach Jahrzenten im All einfach am ende und können nicht mehr lange alle Bewohner am Leben erhalten.
Doch es gibt einen Plan. 100 Menschen werden zur Erdoberfläche geschickt um zu Prüfen ob Leben auf der Erde wieder möglich ist.

Bis hier hin hat mich die Serie absolut Interessiert. Die Ark ist hier Quasi ein Faultout artiger Vault im All und die 100 müssen das Ödland erkunden. Davon mal abgesehen können sich in der Ark tolle Intrigen und zwischenmenschliche Probleme abspielen. Ich meine so extreme Verhältnisse wären dafür ein super Nährboden.

Tja Pustekuchen!
Es geht schon sofort am Anfang los mit der Frage wen schicken wir runter? Klar! Die Jugendlichen aus dem Knast!
Todesstrafe können wir denen ja nicht verpassen aber so werden wir sie wenigstens los. Und wenn sie nicht verrecken kommen wir halt nach.

Ich weiß ja das es sich hier um eine Buchvorlage handelt aber echt jetzt??? Doppelmoral (nicht der Figuren, sondern des Autors) in den ersten Paar Minuten? Im Buch wirkt es mit Sicherheit nachvollziehbar aber in der Serie wurde keine Zeit für Erklärungen oder Charakter verschwendet. Zack! Da die nehmen wir. Ab mit denen!
Das wirkt absolut dämlich. Zumal sich auch Kinder von Politischen köpfen der Ark unter den 100 befinden und es niemanden wirklich juckt.
Ich gebe zu wenn es bei dem einen Problem geblieben wäre, hätte ich auch absolut damit klar kommen können. Ersten Folgen sind nun mal häufig Käse und man muss sich erst eingrooven.

Aber weiter.
Wir haben nun 100 Kinder bzw Jugendliche aus... naja sagen wir mal Elitärer Zucht. Denn der Aparillo ist schon seit knapp Hundert Jahren im All und die Leute die zu Beginn des Atomkrieges im All waren, hatten zumindest genug Grips um Astronaut und wenigstens irgend ein Forscher zu sein.
Nach der Landung müsste die Serie allerdings schon the 99 oder the 98 heißen. Denn während des Fluges erfreuten sich einige der Schwerelosigkeit und schnallten sich los. Es kam wie erwartet und als die Fallschirme aufgingen schlug die Physik in voller Pracht zu. Naja jetzt wissen wir schon mal wer NICHT die schlauen Gene der vorfahren geerbt hatte.
Auf der Ark wird indessen der Ratsvorsitzende (Was hier dem gewähltem Anführer von immerhin 2658 Menschen, +-100 gleich kommt.) angeschossen aufgefunden.

Bis jetzt immer noch ganz nett. Knappe Hundert Arschlochkinder auf der Erde und Politintrige im All. Aus Fallout trifft Battlestar wird Herr der Fliegen trifft House of Cards. NICHT!!!

Es hätte von hier an so schön werden können. Die ersten Grüppchen bilden sich auf der Erde. Hier die Planenden, da die Anrachisten denen alles wurst ist. Ein Saubere Intrige im All in der der Stellvertreter des Ratsvorsitztenden nicht mehr Ressourcen frei gibt um ebend jenen retten zu können.

Doch dann schlägt der ganz große einfallslose Klischeehammer zu.
Denn erst jetzt bemerkt man das bis auf EINE kleine Ausnahme alle Charaktere der 100 auf der Erde langweilige Stereotypen sind von denen ich mir nicht mal die Namen merken kann. JEDE Figur hätte man noch im Staffelfinale austauschen können und die Serie hätte nicht gelitten.

Da hätten wir auf der Erde:
Das smarte Blonde Mädel das begreift das der Winter naht (kurze GoT anleihe :-P ) und Vorräte sammeln will.
Den armen Kerl der ihr hinter her dackelt und so tief in der Friendzone steckt das es ein wunder ist das sie seinen Namen richtig kennt.
Die schlaue die alles basteln kann.
Die Zwei lustigen typen die voll die Bro's sind und sich ebend mal eine Folge lang streiten um dann wieder cool mit einander zu sein.
Der Outlaw der sagt alles ist erlaubt. (Dieser darf sich sogar so weit entwickeln das er gerade genug Hirn bekommt um doch die Gruppe zu führen. Warum alle das mit sich machen lassen check ich aber nicht. Sind wohl nicht die hellsten...)
Der Handlanger des Outlaws der äußerst gewallt bereit ist.
Die Schwester des Outlaws die nur ihre daseins Berechtigung darin zu haben scheint gut aus zu sehen und Beziehungprobleme zu schaffen.
Und natürlich noch der schöne Schnösel der alle Frauenherzen bricht.

Auf der Ark hingegen ist die Sache doch etwas Interessanter gestaltet. Obwohl dieser Bereich der Serie bei weitem weniger Sendezeit hat, können sich einige Charaktere durchaus etwas Entwickeln. Nicht weit wohl gemerkt aber dafür werden sie auch zu selten gezeigt. Dennoch werden hier Moralische Fragen gestellt. So muss z.B. die Entscheidung getroffen werden eine Sektion der Ark von Sauerstoff zu Trennen und mit ihr auch 320 Bewohner damit der Rest überleben kann. Natürlich schmeckt die Sache etwas Fad in dem Wissen das sie Kurz vorher ihre eigenen Kinder in den vermeidlichen Strahlungtod schickten.

Zurrück zur Tristes der Erde.
In der Romanvorlage ist das Spiel zwischen den Charateren bestimmt durchaus interessant. In der Serie jedoch werden innerhalb von 5 Minuten allen Stereotypen die ich oben aufgezählt habe festgelegt und in Stein gemeißelt.
Damit das ganze jetzt nicht so super öde ist, wird mal kurz ein Mutiertes Rotwild gezeigt und es gibt hier und da ne rangelei.

Hier war ich dann doch schon enttäuscht und ich klammerte mich an den Plott der Ark fest damit ich die Serie mit meiner Frau schauen kann.

Leider wusste ich sehr sehr schnell wie nun diese ödnes kreativ durchbrochen werden soll. (Und wenn ich mir das schon vorher ausdenken kann ist das nun wirklich kein toller Twist)

ANDERE MENSCHEN!!! Wuuuuaaaaah! Wer hätten denn jetzt damit gerechnet!?
ÖDEEEEE!!!!
Aber gut ich gebe zu am Anfang wirkte es noch recht cool, da irgendwer über einen Schädel stolperte der sehr Affenhaft aussah und keineswegs Menschlich. Andererseits wäre es auch kein wunder wenn wer im Atomkriegstarb das nach Hundert Jahren sein Schädel irgendwo rum fliegt. Egal! Planet der Affen jetzt ja? NEIN! Dieser Affenschädel hat NIE WIEDER eine Relevanz!!!
Die anderen Menschen sind einfach irgendwelche Heinis die mit Muskeln bepackt sind Knochenmasken tragen und auf Pferden reiten. ALLES MÄNNER bis auf die Anführerin. Die ist dann wohl die Schlumpfine in dem ganzen Bums.
Und jetzt stellt euch bitte den Klischeehaftesten Postapokalypsen Typen auf einem Pferd vor der euch einfällt.
Richtig das sind die "Grounder".
Muskeln, nicht viel Reden, viel Haue Haue, Tattoos, und Match auf der dafür viel zu sauberen Haut. Hab ich was vergessen. Achja Augenringe, und Narbendekorationen für jeden den sie in der "Schlacht" gekillt haben.
Die einzige Person die mit etwas Hirn in der Birne rüber kommen soll ist Natürlich die Anführerin.
Klappt aber nicht, die ist doof.
Also, was machen wir jetzt wenn wir schon nach 100 Jahren Atomarer Odysee im All wieder da sind? Richtig! Krieg! Quasi über Nacht wurde das Landungsschiff mit anscheinend brillanter Ingenieurskunst zu einem Lager mit Schutzwall und Tor umgebaut das schon Asterix und Obelix gefallen hätte. Müssen wohl doch noch ein Paar schlaue Gene mit auf die Erde gefallen sein. Warum dann aber immer noch der Outlaw und die Smarte Blonde FUCKING Nervensäge alle anführen ist mir ein Rätsel.
Ein Problem bleibt natürlich noch. Während die Grounder ein scheinbar sehr sehr Kriegerischer Stamm Menschen sind die seit Drei Generationen auf der Erde lebten und Kämpften, sind die 100 (96) wohl auf der Ark Kriminelle gewesen aber auf der Erde halt eben ein Haufen Kinder mit gebastelten Messern auf Scherben.
Aber ach! Genau zum richtigen Zeitpunkt finden sie einen Alten Militärbunker in dem IN ÖL EINGELEGTE WAFFEN lagern.

Hier ist der Punkt erreicht an dem ich sehr sehr laut gelacht habe und meinte: Na das ist ja mal ein höchst glücklicher Zufall!!

Natürlich darf hier eine weitere Klischeefigur nicht Fehlen.
Der Überläufer der sich Hals über Kopf in die Bitchi Schwester des Outlaws verknallt. Dieser verrät gleich mehrfach sein eigenes Volk und sorgt so für viele Tote nur weil er dieses Mädel so süß findet. Naja dafür darf er dann auch mal fein ran.
Es kommt zum großen Auge in Auge gequatsche mit der Anführerin der Grounder. Und während hier einmal das Smarte Mädchen fein Argumentieren darf und von Frieden und Hoffnung träumt. Erfüllt die Grounderschlumpfiene fein Ihr Klischee und bleibt bei Krieg, Krieg, Kireg. Nach ner kurzen Ballerei mit Knarren auf der einen Seite und Bögen auf der anderen sind die Fronten geklärt und man rüstet sich.

Alles eben sehr vorhersehbar und nicht wirklich spannend.

Die Ark hingegen ist wieder spannend. Es gibt gar nicht die Möglichkeit alle 2000 Menschen von der Ark zu holen selbst wenn die Erde bewohnbar ist, reichen die Dropships nur für maximal 700 Personen. Doch das wissen nur wenige Führungpersonen.
Nach dem töten der 300 Menschen um Sauerstoff zu Sparen kommt es erst zu einem Bombenanschlag und dann zu einer Revolte. Im Zuge dieser Revolte bringen die Aufständigen ein Dropship unter ihrer Kontrolle und flüchten. Hier wird nun auch bekannt das nicht Platz für alle ist (Spielt aber auch nahezu sofort keine Rolle mehr). Da jedoch noch alle Systeme der Ark mit dem Schiff verbunden sind zerreist es ganze Teile der Ark bei der Flucht und alle Systeme fallen komplett aus.

Diese Abschnitte finde ich extrem Spannend. Leider sprechen wir hier von ca 10% der Sendezeit.

Ich Frage mich ob die Serie Zwei Autoren Teams hat. Denn offen gesagt kann ich mir nicht vorstellen wie sonst dieser Unterschied zu Stande kommt. Schönes Beispiel:
Natürlich kommt das flüchtige Dropship in Sichtweite der 100 runter. Aber mit dem Eintritt in die Atmosphäre hat wohl auch das Autorenteam gewechselt. Damit man nicht noch mehr Arbeit mit der eh nicht vorhandenen Charakterentwicklung hat lässt man es schlichtweg verglühen obwohl da eine wunderbare Manipulative Figur an Board war. Ätsch!

Ich für meinen Teil sehe die Serie als absoluten Misserfolg. Einfach aus dem Grund das die Sideshow um Ligen besser ist als die eigentliche Serie. Das ist als würde ich Two and a Half Men nur wegen der Entwicklung zwischen Allens Exfrau und Herb schauen.

Zugegeben, die Entwicklungen auf der Ark waren Interessant aber da die Ark in der Zweiten Staffel nicht mehr Exestiert, bin ich auch raus. Ich weiß bereits was in der Zweiten Staffel passiert (ich Spoilere nicht keine Panik). Aber auch wenn es in der Zusammenfassung nicht mehr ganz so dämlich klingt, werde ich es mir wohl sparen.

Wie denkt ihr darüber? Schreibt es mir in die Kommentare.

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Kommentare

  1. Avatar von GenX66
    Aber das ist die eine Meinung! Die andere ist, man sollte die Reihe aus der Sicht eines Teenies betrachten und nicht aus der Sicht eines Erwachsenen. Denn die ist immer rational, konzentriert sich auf Fehler im Plot, kritisiert Logikfehler und sucht nach alternativen Lösungsansätzen. Für Dichter und Denker ist The 100 nicht gemacht.

    Ich ziehe meine Begeisterung und Faszination aus der Spannung, der Einfachheit und der unerwarteten Wendungen in der Geschichte. Insofern hat die Serie den Kern der Buchvorlage getroffen, denn nichts scheint so, wie es zuerst eingeschätzt wird. Diese Erde ist ein kein Freund der Menschen mehr, wie man sie vor 100 Jahren kannte. Sie ist jetzt ein Feind und das vermittelt auch die TV-Serie ganz gut, eben jenseits von Herr der Fliegen, sondern eher wie ein Apocalypse Now für Teenager.

    Waffen halten sich übrigens in einem Ölbad mehrere hundert Jahre. Das ist eine Technik aus dem 30-jährigen Krieg und wird heute noch von z.B. den Taliban praktiziert, da sie so auch schwerer zu entdecken sind. ;-)

    Trotz alledem, unterhaltsam geschrieben und rundum ein super Blog!