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  1. #1
    Gelöscht
    Avatar von Travis Bickle
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    Standard Film-Diskussion: Asia-Film

    Ich möchte hier mal eine weitere Form der Filmdiskussion auf den Weg bringen, die den Rahmen des "Allgemeine Diskussion"-Threads sprengen würde. Natürlich nur dann, wenn auch wirklich eine angeregte Debatte zustande kommt.

    Gemeint sind damit Diskussionen zu speziellen Themen wie Genres, Stilrichtungen, Trends und vielen mehr. Diese Diskussionen werden gepinnt und bleiben es so lange, wie eine zumindest relativ rege Diskussion stattfindet. Wenn diese wieder abflaut, wird der Thread wieder entpinnt und kann langsam abtauchen. Natürlich kann hier jeder Vorschläge zu einer Diskussion machen, wobei er zum Thema selbst natürlich eine eigene sehr dezidierte Meinung haben sollte. Um zu vermeiden, daß jetzt hier pausenlos irgendwelche wahllosen Diskussionen eröffnet werden, sollte dies vorher mit einem von uns Mods abgesprochen werden. Ganz sinnvoll wäre es auch, immer nur eine spezielle Diskussion am laufen zu haben, da sich ansonsten das Interesse und die Konzentration nur unnötigt splittet. Wir haben ja alle Zeit der Welt.

    Aus aktuellen Anlaß und meiner gerade erst erfolgten Demaskierung als Asia-Kostverächter, lautet mein Thema folgerichtig: Der asiatische Film

    Im Gegensatz zu den meisten von euch habe ich ein mehr als zwispältiges Verhältnis zum asiatischen Film. Es gibt so vieles, mit dem ich bei diesen Filmen nichts anfangen kann, als daß bei mir sich echtes Filmvergnügen bei Asia-Filmen einstellen könnte. Ich fange jetzt nur mal kurz an die eklatantesten Punkte aufzuzählen, mit denen ich bei diesen Produktionen nicht klarkomme.

    Ich empfinde sie, jedenfalls zumeist, als viel zu pathetisch. Alles wird ins Unermeßliche gesteigert. Liebe,Freundschaft, Haß sind von geradezu manischer Besesenheit geprägt und dadurch schon beinahe wieder karikiert. Gleiches gilt für die darstellerischen Ausdrucksform der agierenden Akteure. Da wird zumeist derart theatralisch opernhaft überzogen, daß es für mich sehr häufig nur noch grotesk wirkt. Jede Geste, jede Emotion ist soviel gewaltiger, als ich es mit meinem westlichen Auge zu sehen gewohnt bin. Gleiches gilt für die westlichen und fernöstlichen Moralvorstellungen/werte, die doch oft sehr weit auseinanderdriften und mir dadurch den Zugang zusätzlich erschweren. Da gibt es in den Filmen häufig Gewaltakte von erschütternster Kälte und Brutalität geprägt, die scheinbar niemand auch nur im geringsten berührt oder wenigstens auf den Gedanken bringen könnte, das da eventuelle eine Grenze überschritten wurde. Andererseits wird eine banale Verletzung oder fehlende Ehrerbietung zu einem halben Weltuntergang hochstilisiert.

    Ich will es jetzt nicht zu lang machen, da es von meiner Seite im Lauf der Diskussion bestimmt noch einiges zu sagen gibt. Zum Beispiel über die Darsteller, die ich von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, partout nicht auseinanderhalten kann. Aber jetzt ist erstmal eure Meinung gefragt. Auch was die Idee anbetrifft, derartige Threads öfter in unser Forum aufzunehmen. Lassen wir die Diskussion beginnen.

  2. #2
    Avatar von deadlyfriend
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    Nun ja, ein richtiger Fan von Asia Filmen bin ich ebenfalls nicht. Die ganzen Anime Filme sind schon mal nicht mein Ding obwohl auch hier bestimmt 2 von 33 meinem Geschmack entsprechen werden Möchte sie jetzt aber nicht alle durchsehen um die zu finden und hoffe das hier im Thread auch ein paar interessante Beispiele kommen mit denen man sich mal beschäftigen sollte. Dem Actionkino kann ich auch nicht viel abgewinnen und auch die 60er und 70er Monsterfilme sind nicht undedingt Pflicht für mich. Was dagegen aber im Horrorbereich entstanden ist muß unbedingt erwähnt werden. Ein Highlight jagt das nächste wobei ich mit Sicherheit nur einen Bruchteil gesehen habe. Die asiatischen Horrorfilme bringen wieder alte Tugenden ans Licht: Weniger Blut aber dafür mehr Spannung. Wenn ich die besten Horrorfilme der letzten Jahre aufzählen müßte würden wahrscheinlich 50% aus Asien stammen. Mit Dramen tu ich mich ebenfalls noch schwer da durch eine völlig andere Kultur gänzlich andere Aspekte in den Vordergrund rücken die für Mitteleuropäer nicht immer oder schwer nachvollziehbar sind. Ich denke da ist einiges an Übung erforderlich um darin völlig eintauchen zu können. Im Punkt des Overacting hast du auch nicht ganz unrecht. Allerdings haben die Filme meist noch ein anderes Manko: Die Synchro! Dafür können die Filme wiederum nichts, aber sie kann sehr störend auf das Gesamtwerk wirken. An asiatischem Originalton habe ich allerdings kein Interesse.

    Meine Favoriten:

    The Eye
    Shutter
    Uzumaki
    Pulse
    Ju-on

  3. #3
    Avatar von Vince
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    Klar ist, dass jeder westliche Zuschauer eine kulturelle Barriere überwinden muss, um asiatische Filme schätzen zu können. Das benötigt viel Kraft und Anstrengung und deswegen kann nun mal der Normalzuschauer nicht viel damit anfangen und einige sind dann selbst von großen Filmen wie "Oldboy" enttäuscht.
    Wenn man die von Travis genannten emotionalen Übersteigerungen und seltsamen Verhaltensweisen aber einmal in rechte Proportionen gerückt und geordnet hat, bilden sich irgendwann die Qualitäten heraus, für die man vorher blind war. Es ist wahrhaftig ein Übersetzungsprozess, man muss sozusagen die (Bild-)Sprache des asiatischen Kinos lernen.

    Deswegen sage ich auch: Wer asiatische Filme kategorisch ablehnt, hat es einfach nicht lange genug versucht. Das funktioniert nicht von heute auf morgen, es braucht viel Zeit. Darstellerleistungen müssen nach anderen Kriterien beurteilt werden, Dialoge haben andere Qualitäten, die Symbolik ist komplett anders gewichtet und verteilt.
    Ich verstehe zwar, wenn man nicht den Nerv hat, sich da reinzuarbeiten, aber denjenigen sollte auch klar sein, dass ihnen dadurch Perlen der Filmkunst entgehen. Manchmal wünschte ich, ich könnte einem Crizzo oder Cpt. Archer mal für einen Film meine Augen leihen, damit sie erkennen, was sie da eigentlich verpassen.

    Es ist das gleiche Prinzip wie bei Filmklassikern. In beiden Fällen muss man sich in andere gesellschaftliche Umstände versetzen. Ich werde einen Universal-Horrorfilm aus den Dreißigern niemals mit den Augen eines Zeitgenossen betrachten können, aber ich kann ihn sehr wohl zu schätzen wissen - gleiches gilt beim asiatischen Film.

    Der asiatische Horrorfilm ist da tatsächlich wesentlich zugänglicher, weil er einfach nur eine andere Sorte von Horror bedient. Die ist zwar auch kulturabhängig, aber offenbar global kompatibel, denn schleichende junge Frauen mit nassem schwarzen Haar und verrenkenden Bewegungen sorgen auch hier für Unwohlsein. Es ist eine Abwechslung von dem ewig westlichen Slasherprinzip, einen tumben Serienkiller hinter sich herlaufen zu sehen, der eine Machete schwingt und im rechten Moment aus dem Dunkel hüpft.

  4. #4
    Gelöscht
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    Avatar von Travis Bickle
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    Zitat Zitat von Vince
    Ich verstehe zwar, wenn man nicht den Nerv hat, sich da reinzuarbeiten, aber denjenigen sollte auch klar sein, dass ihnen dadurch Perlen der Filmkunst entgehen.
    Das ist mir völlig klar. Auch all deine Argumente die du vorgebracht hast, sind völlig richtig und mir sattsam vertraut. Was glaubst du wohl, wieviel Leute mich mit diesen und zahllosen weiteren Argumenten immer wieder von, in ihren Augen persönlichen Disfunktion meines filmischen Horizonts, zu "heilen" versucht haben? Und auch weiterhin versuchen. Es ist wohl zweckos. Im Laufe der Jahre habe ich in dieser Richtung wohl Scheuklappen angesetzt. Natürlich gibt es immer wieder Filme, die ich nicht schlecht finde. Werden mir ja von Freunden leihweise auch immer wieder welche zugeschoben, in der Hoffnung das der Groschen doch noch fällt. Aber wirklich begeistern ist etwas anderes. Das hat einzig John Woo mit "The Killer" und "Hard Boiled" geschafft. "Bullet in the Head" und "A Better Tomorrow" kann ich evtl. auch noch dazuzählen. Vermutlich ist im Laufe so vieler Jahre und den zahllosen Bekehrungsversuchen gutmeinender Freunde oder Kollegen eine Art von Trotzreaktion bei mir entstanden, die mittlerweile irreversibel ist. Keine Ahnung wie es gekommen wäre, wenn man mich das Gebiet ganz allein für mich hätte entdecken lassen. Die Chance hatte ich aber nie wirklich, auch wenn sich das sehr blöd anhört.

    Angefangen hat meine Aversion gegen den asiatischen Film bereits in den 70er Jahren, mit den unzähligen stupiden Martial-Arts-Filmen. Sachen wie die Bronzekämfer und ähnliches. Da ist wahrscheinlich das erste Vorhängeschloß installiert worden. Als dann Heroic Bloodshed der große Bringer wurde, hatte ich mit Filmen gerade sehr intensiv zu tun. Ich ging, aufgrund meines vorgeschädigten Asien-Reflex mit äußerster Skepsis an die Sache. Und da kam dann wohl der entscheidende Knackpunkt. Von allen Seiten wurde ich bedrängt, wie toll, aussagekräftig, neu und erregend das doch alles sei und ich mich unmöglich diesem heraufziehenden Trend verweigern könne. Doch mit derartigen Ansagen erreicht man bei mir leider nur das Gegenteil. Wie gesagt, ich hätte den asiatischen Film damals wahrscheinlich ganz allein für mich entdecken müssen, dann würde ich es evtl. genau wie du sehen. Aber jetzt sind die Vorurteile, was meine Vorbehalte zweifelsfrei sind, nicht mehr zu korrigieren. Das tut mir selbst am meisten leid.

    Ich freue mich heute über jedes gelungene US-Remake eines asiatischen Erfolgsfilmes, das mir den für mich entspannten Genuß der Story möglich macht. Reichlich borniert, ich weiß. Bin ich aber nicht ganz allein als ansonsten allem gegenüber aufgeschlossener Filmfan, wie ich an anderer Stelle erfreut festgestellt habe.

  5. #5
    Avatar von Despair
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    @Travis

    Sag niemals nie, man kann seine Ansichten auch im gehobenen Alter (ich darf das sagen ) noch ändern. Beispiel: Meine Person. Erst vor ein paar Wochen habe ich mir zwei Anime-Filme angesehen (Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland), obwohl ich eigentlich mit diesem Genre gar nichts am Hut habe. Noch dazu stammen beide Filme von Hayao Miyazaki, der auch für die Heidi-Serie verantwortlich zeichnet, die auch du sicherlich noch aus deiner Kindheit kennst. Dieser "Kulleraugen-Stil" ist doch recht gewöhnungsbedürftig. Und wider Erwarten fand ich beide Filme grossartig, da sie ungeheuer vielschichtige Geschichten bieten, die teilweise schon philosophische Züge aufweisen. Dagegen können gewisse Disney-Schinken nicht anstinken.

    Diese Vielschichtigkeit findet man in vielen asiatischen Filmen, oftmals aber erst auf den zweiten Blick. Die für westliche Augen schwer zugänglichen Erzählweisen und die teilweise extrem abgedrehten Ideen machen für mich inzwischen den Reiz dieser Filme aus. Man muss sich wohl erst langsam an die Materie herantasten und darf nicht direkt mit Filmen beginnen, wie sie beispielsweise ein Takeshi Miike dreht.

    Ich würde jetzt gerne ein paar Empfehlungen loslassen, was ich aber leider nicht kann, da ich mich selbst noch in der Herantastphase befinde. Aber einige Asiafilm-Experten werden sich hier sicherlich noch äussern und ein paar sehenswerte Perlen erwähnen...

  6. #6
    Avatar von Harlequin
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    Zitat Zitat von Despair
    wie sie beispielsweise ein Takeshi Miike dreht.
    Ugh. Ichi The Killer war ganz lustig, alles andere was ich von ihm gesehen habe nicht. Eher ekelhaft, auf eine schlechte Art, und sinnlos.
    The Grudge und The Ring fand ich sehr gut, Dark Water hingegen...das Remake war jedenfalls einer der miesesten Filme den ich je gesehen habe . Und auch sonst kann ich nicht wirklich viel mit asiatischen Filmen anstellen.
    Insbesondere die Studio Ghibli Filme...überhaupt nicht mein Fall.
    Aber solange es ein Horrorfilm im Stile von Ju-On is, bin ich eigentlich immer begeistert davon. Nicht umsonst finde ich, dass The Grudge (Remake) der beste Horrorfilm ist, den ich je gesehen habe.

  7. #7
    Avatar von Despair
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    Zitat Zitat von Harlequin
    Nicht umsonst finde ich, dass The Grudge (Remake) der beste Horrorfilm ist, den ich je gesehen habe.
    Ich finde es interessant, dass immer erst ein Remake notwendig ist, um hierzulande die Leute zu begeistern...

  8. #8
    Avatar von bluie
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    Ich kann mit den ganzen Asia Filmen auch nichts anfangen.
    Obwohl ich mir ab und zu immer wieder mal einen ansehe, um dann wieder festzustellen, wie schlecht ich diese Art von Filmen finde.

    Anime Filme sehe ich einige ganz gerne, aber auch die asiatischen Horrorfilme finde ich jedes mal echt schlecht.

  9. #9
    Avatar von FGTH1308
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    Ich kann mit Asia Filmen auch wenig anfangen.In den 80ern ist mal ab und zu der eine oder andere Jackie Chan Film (z.b. Police Story ) in den Recorder gewandert.Die waren zwar ganz nett,aber mehr auch nicht.
    Dann kam ich durch das Forum auf Battle Royal.Die Version die ich habe ist zwar ein wenig zerstückelt,aber trotzdem langt es wohl um sich eine Meinung zu bilden.Der sagte mir auch nicht wirklich zu.
    Das Schloss im Himmel und Chihiros Reise ins Zauberland habe ich auch gesehen.Die waren ganz ok.
    Tiger & Dragon fand ich ziemlich langweilig.

    Ob das nun die Perlen des Asia Films sind kann ich nicht beurteilen,nur das was ich gesehen habe hat mich einfach nicht begeistert.Insofern bin ich der ganzen Sache ein wenig verschlossen.

    Trotzdem schleiche ich seit Wochen um Brotherhood rum,konnte mich aber bis jetzt nicht zu einen Kauf durchringen.

  10. #10
    Avatar von TonySoprano
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    Zitat Zitat von Despair
    Ich würde jetzt gerne ein paar Empfehlungen loslassen, was ich aber leider nicht kann, da ich mich selbst noch in der Herantastphase befinde. Aber einige Asiafilm-Experten werden sich hier sicherlich noch äussern und ein paar sehenswerte Perlen erwähnen...
    ich bin großer fan von asia filmen. kann aber auch verstehen, wenn es jemand nicht ist. travis hat ja schon sehr ausführlich aufgeführt, was gegen das asia kino spricht und vince sehr sehr gut, was dafür. letzerer meinung kann und will ich nichts mehr hinzufügen, da es sich auch nur noch um wiederholungen handeln würde.
    selber bin ich zum asia kino gekommen, durch einen hong kong chinesen als besten freund ('brotha from anotha motha'). ich wollte, für alle die sich dafür interessieren, noch ein paar 'sehenswerte perlen' anführen ohne anspruch auf vollständigkeit. alle subjektiv (versteht sich ) und durch sämtliche genres gemischt:

    -hard boiled
    -a better tomorrow I u. II
    -infernal affairs
    -kagemusha
    -die sieben samurai
    -zatoichi
    -ichi the killer
    -brother
    -hana bi
    -battle royal
    -akira
    -tai chi
    -china swordsman I u. II
    -a chinese ghost story I u. II
    -prinzesiin mononoke
    -die letzten glühwürmchen
    -ghost in the shell
    -ninja scroll
    -hero
    -crouching tiger, hidden dragon
    -house of flying daggers
    -in the mood for love
    -okami/lone wolf and cub (serie)
    -brotherhood
    -bangkok dangerous
    -ong bak
    -jin roh
    -drunken master
    -chungking express
    -2046

    p.s.: finde die idee dieses threads super!! hätte auch ne idee für einen weiteren, müsste da aber noch ein wenig vorarbeit leisten. lg tony

  11. #11
    Avatar von Vince
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    Zitat Zitat von FGTH1308
    Trotzdem schleiche ich seit Wochen um Brotherhood rum,konnte mich aber bis jetzt nicht zu einen Kauf durchringen.
    "Brotherhood" könnte dir gefallen, der orientiert sich sehr stark an amerikanischen Antikriegsfilmen der letzten Jahre und weist unübersehbare Parallelen zu "Der Soldat James Ryan" auf.

    Auch sonst will ich nochmal darauf hinweisen, dass der asiatische Film viel internationaler geworden ist. Hongkong-Thriller wie eben die "Infernal Affairs"-Trilogie sind absolute Stylegranaten, die dann aber im Gegensatz zu vielen US-Pendants auch viel Tiefe zu bieten haben. Auch sind die Schauspieler nicht mehr durch die Bank durch Manga-ähnliches Overacting geprägt. Andy Lau beispielsweise, einer der besten Schauspieler Hongkongs, glänzt vor allem durch seinen Minimalismus.
    Ich finde, inzwischen bieten sich auch Asia-Abstinenzlern gerade im Thrillerbereich unzählige Möglichkeiten, einen Einstieg in asiatische Filme zu finden. Johnnie To macht zum Beispiel sehr gute Filme wie "Running out of time" oder "Fulltime Killer". Benny Chan finde ich persönlich klasse, der hat Jackie Chan mit "New Police Story" zum Comeback verholfen und auch sonst eine ganze Stange guter Filme gemacht, etwa "Hongkong Crime Scene". Und die Südkoreaner sind in letzter Zeit auch verdammt gut drauf. "Bittersweet Life" ist einfach nur eine verflucht elegante Ballade aus dem Gangstermilieu, "Memories of Murder" ist für mich der beste Serienkillerfilm seit "Sieben". Und "Oldboy" samt "Sympathy for Mr. Vengeance" und "Sympathy for Lady Vengeance" muss ich ja nicht mehr erwähnen. Im Horrorbereich würde ich zu allererst "A Tale of Two Sisters" empfehlen, das ist ein optisches Kunstwerk.

    Takashi Miike kann ich beim besten Willen nicht empfehlen, der ist einfach zu abgedreht. Dafür muss man schon einen Faible haben. Dann schon eher Takeshi Kitano, dessen Arbeiten oft eine tragisch-ironische Marke anhängt.

    Der asiatische Filmmarkt ist auf jeden Fall voll von entdeckungswürdigen Raritäten und meiner Meinung nach wird es dem Westlichen inzwischen auch sehr einfach gemacht, sich da reinzufinden. Optisch jedenfalls können sowohl Hongkong als auch Südkorea als auch teilweise Japan absolut mit dem Westen mithalten und inhaltlich ist die Originalität sowieso auf Seiten unserer Nachbarn aus dem Osten.

  12. #12
    Avatar von Harlequin
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    Zitat Zitat von Despair
    Ich finde es interessant, dass immer erst ein Remake notwendig ist, um hierzulande die Leute zu begeistern...
    Ohne das Remake wäre ich wohl nie auf das Original aufmerksam geworden (ebenfalls sehr gut)...und auf andere gute, asiatische Filme.

  13. #13
    Avatar von Despair
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    Zitat Zitat von Harlequin
    Ohne das Remake wäre ich wohl nie auf das Original aufmerksam geworden (ebenfalls sehr gut)...und auf andere gute, asiatische Filme.
    Dann hat der Remake-Wahn ja doch etwas Positives...

    Ich kann nachvollziehen, warum manch Einer das Remake dem asiatischen Original vorzieht. Bei "Oldboy" beispielsweise hatte ich schon etwas Mühe, mit den koreanischen Namen klarzukommen. Aber muss eine relativ einfache Story wie die von "The Ring" unbedingt in einer Hollywood-Version erscheinen? Ich brauch' sowas jedenfalls nicht...

    Aber egal, wenn dadurch einige Leute Zugang zum asiatischen Film finden, hat wohl auch die 543. "West-Verfilmung" irgendwie ihre Daseinsberechtigung.

  14. #14
    Avatar von deadlyfriend
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    Was gibt es denn interessantes im Bereich Psychothriller? Oder gibt es asiatische "Giallos" ?

  15. #15
    Gelöscht
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    Avatar von Travis Bickle
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    Zitat Zitat von TonySoprano
    -hard boiled
    -a better tomorrow I u. II
    -kagemusha
    -die sieben samurai
    -ichi the killer
    -hana bi
    -battle royal
    -akira
    -china swordsman I
    -a chinese ghost story I u. II
    -ghost in the shell
    -crouching tiger, hidden dragon
    -house of flying daggers
    -brotherhood
    -drunken master
    -chungking express
    Sämtliche der von deiner Liste angeführten Filme habe ich gesehen und wirklich begeistert war ich von kaum einen. Hard Boiled und A Better Tomorrow 1 waren sehr gut und haben selbst mich überzeugt. Möchte ich in meiner Sammlung auch nicht missen, genauso wie "The Killer". Akira und Ghost in the Shell sind Animes, die gleich doppelt bei mir durchfallen. Gilt auch für Werke wie Fist of the North Star, der ja auch einer der Überflieger sein soll. die 3 Chinese Ghost Storys sind zwar ganz nett, mir aber viel zu verspielt. Auch mit den hochgelobten Martial-Arts-Opern wie Tiger & Dragon und House of.... kann ich absolut nichts anfangen. Genau das sind ja die perfekten Beispiele, warum ich bis heute mit asiatischen Filmen wahrscheinlich nicht warm geworden bin. Diese völlig überdrehten Kampfszenarien, in denen die Kämpfer vom Boden auf Hausdächer springen, Wände quer nach oben laufen, auf dürren Ästen und deren welken Blättern balancierend Kämpfe ausfechten, die jegliche Gesetze der Schwerkraft ins absurde überdrehen. Das alles kombiniert mit extremster Pathetik und überbordender Emotionalität ist es, was mich so verschreckt hat und diesen Abwehreffekt wohl in mir ausgelöst hat. Von dieser Sorte gab es in der 70er und 80ern leider zu viele. Seither assoziere ich asiatische Filme immer mit diesen widersinnigen Kämpfen und verkrampfe dabei innerlich bei dem Gedanken, einen asiatischen Film zu schauen.

    Es gibt da noch so einiges zu sagen, was ich im Laufe der Diskussion noch einflechten werde. Muß ja nicht gleich alles raushauen.

    hätte auch ne idee für einen weiteren, müsste da aber noch ein wenig vorarbeit leisten. lg tony
    Wenn du dir im klaren bist, lass es mich kurz vorher nur wissen. Bin für jede gute Diskussion dankbar.

    Zitat Zitat von Vince
    "Brotherhood" könnte dir gefallen, der orientiert sich sehr stark an amerikanischen Antikriegsfilmen der letzten Jahre und weist unübersehbare Parallelen zu "Der Soldat James Ryan" auf.
    Stimmt. Aber auch hier gilt, daß der Film pathetisch hoffnungslos überzogen ist und damit wieder viel von dem Hyperrealismus zerstört, der den Film auf der anderen Seite so auszeichnet. Zum Glück habe ich das Steelbook geschenkt bekommen. Wieder mal jemand, der mich anhand dieses Beispiels von der Qualität asiatischer Filme überzeugen wollte. Ich frage mich ernsthaft, ob ich nicht anfangen soll, mich als Horrorfilm-Hasser zu outen und dann sehr mühselig bekehren lasse.

    "Memories of Murder" ist für mich der beste Serienkillerfilm seit "Sieben".
    So, jetzt hast du es wieder mal geschafft. "Memories..."" steht auf meiner Leihliste. Bester Serienkillerfilm seit "Sieben"? Das muß ich natürlich sehen.
    Takashi Miike kann ich beim besten Willen nicht empfehlen, der ist einfach zu abgedreht. Dafür muss man schon einen Faible haben. Dann schon eher Takeshi Kitano, dessen Arbeiten oft eine tragisch-ironische Marke anhängt.
    Kitano ist OK, aber auch nicht genial. Selbst "Violent Cop" der ja eines seiner Meisterwerke sein soll, hat mich mehr gelangweilt als begeistert.

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