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  1. #31
    Avatar von deadlyfriend
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    Mal was ganz anderes: Ich sehe hier endlich ein Diskussionsforum Und die Diskussion ist spannend. Beide Seiten bieten durchaus plausible Argumente und man merkt den Protagonisten an das sie mit Leib und Seele dabei sind, weil es um ihr Lieblingsthema geht: Den Film!!!

    Tolle Kommunikation auf hohem Niveau. Keine Anfeindungen, kein Streit sondern Verbalschach.

    Mir macht es Spaß

  2. #32
    Gelöscht
    Avatar von Travis Bickle
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    Zitat Zitat von Farman
    Wie viel durch Glamourisierung zerstört wird, ist einem manchmal nicht bewusst. Weiß nicht, ob du das ähnlich siehst wie ich.
    Absolut und ohne jegliche Einschränkung. Möglicherweise sogar noch auf einer wesentlich radikaleren Ebene. Denn Glamourisierung und der damit verbundene Starkult, inklusiv aller damit verbundenen höchst unappetitlicher Begleiterscheinung erreichen Dimensionen, die mich nur noch eiskalt frösteln lassen. Doch wenn ich dieses Thema jetzt auch nur ansatzweise fortführen würde, säße ich wahrscheinlich in 5 Stunden immer noch an meiner Tastatur und hätte noch nicht einmal die Hälfte dessen dazu eingetippt, was mir auf der Seele brennt. Deshalb nur soviel: Dieser Themenkomplex bietet soviel gesellschaftskritischen und politischen Zündstoff, der den meisten auch nicht annähernd bewußt ist. Damit meine ich ganz sicher nicht dich oder Vince. Denn welch tendenzielle Strömungen und Gefahren sich in diesem in meinen Augen wahnhaften Gebaren in erschreckendsten Maße manifestieren, jagt mir schon seit vielen Jahren eiskalte Schauer über den Rücken, deren Intensität jährlich zunehmen. DAS wäre ein Thema für eine Diskussion. Nur frage ich mich, ob dieses Forum die geeignete Plattform hierfür wäre. Ich glaube eher nicht.

    Eine Diskussion ist ein Spiel, ohne Zweifel. Ein Duell kann sie auch werden. Zuviel Leidenschaft in den spielerischen Charakter zu stecken kann zur Folge haben, dass man am Ende nur ein Spiel spielt und nicht mehr wirklich kommuniziert. Das würde ich als Quintessenz deiner Aussage betrachten.
    Sehr gut zusammengefaßt und meine Aussage prägnant auf den Punkt gebracht. Zumindest für diese Art von Diskussion, wie wir sie hier führen. Daneben gibt es natürlich ein ganzes Universum von differenzierten Diskussionen, bei denen es jeweils auf die Ausgangslage und den Zweck der jeweiligen Situation darauf ankommt. All dies gilt natürlich nur für "gutwillige" Diskussionen, mit dem einzigen Sinn und Zweck etwas Zerstreuung, Abwechslung, Unterhaltung, Spaß an der Freude am Gespräch und dabei ein klein wenig Konkurrenzkampf auszufechten. Genau jene Art also, die hier bisher so herrlich zelebriert wird, zu deren Belebung du so dankenswert beigetragen hast und hoffentlich auch weiterhin aktiv machen wirst. Daneben gibt es natürlich die, nennen wir es mal pathetisch "dunkle Seite" der Diskussion. Damit meine ich die Diskussion, die von Beginn an nur einem Zweck dient, den Kontrahenten zu diskreditieren, der Lächerlichkeit preiszugeben und die im Extremfall in einer entsprechenden Situation bis zur fast vollständigen psychischen Vernichtung dieser Personen, zumindest innerhalb eines gewissen Wirkungskreis führen kann. Aber da schweife ich jetzt in Bereiche ab, in die ich gar nicht möchte und in die wir hier zum Glück niemals vordringen werden. Denn wenn dies hier passierte, würde ich es recht schnell erkennen und dieser Entwicklung einen Riegel vorschieben.

    Auch deine folgenden Darstellungen sind allesamt klar, deutlich und vor allem fundiert vorgetragen, so daß ich mich diesen ausnahmslos anschließen kann. Ubrigens, besten Dank für die Blumen, die ich gern annehmen und in eine schöne Vase an einem Ehrenplatz aufstelle. So freue ich mich heute schon auf unsere kommenden Diskussionen, an denen ich mich teilzunehmen nun doch entschlossen habe. Zumindest in einem bescheidenen Rahmen. So hast du, mit deinen Darstellungen und Klarstellungen in diesem Beitrag es doch tatsächlich geschafft, mir Appetit darauf zu machen und mich mit ins Boot zu ziehen. Gratulation, die selbstverständlich auch an Vince und dessen Ausführungen geht. Nur eines vielleicht noch.

    Face to Face ist ungemein intensiver, allerdings auch sehr viel herausfordernder.
    Völlig richtig. Aber gerade diese Disziplin ist es, die einen auch für die oft wichtige Stationen im Leben entscheidenden Psychoduelle fit macht. Denn diese laufen meist Face to Face ab, sind kurz aber extrem intensiv und nicht selten explosiv. Aber damit komme ich wieder in die Bereiche, denen ich mich weitestgehend entziehen konnte und nur mehr höchst ungern hinmöchte. Deshalb....

    In der Formulierung entstehen Differenzen. Die auszudiskutieren ist im schlimmsten Fall Haarspalterei, im guten Fall, den Ich persönlich anstrebe, ist das Reflektion.
    Obwohl oder gerade weil wir auf unseren Meinungen beharren, für sie zu argumentieren macht einen schlauer. So seh ich das.
    ... machen wir es auf genau deine Art und werden damit alle zufrieden auf der Gewinnerseite sein. Denn eine eine gute, nette und faire Diskussion ist immer ein Gewinn für alle Beteiligten.

  3. #33
    Avatar von Farman
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    Zitat Zitat von Travis Bickle
    Absolut und ohne jegliche Einschränkung. Möglicherweise sogar noch auf einer wesentlich radikaleren Ebene. Denn Glamourisierung und der damit verbundene Starkult, inklusiv aller damit verbundenen höchst unappetitlicher Begleiterscheinung erreichen Dimensionen, die mich nur noch eiskalt frösteln lassen. DAS wäre ein Thema für eine Diskussion. Nur frage ich mich, ob dieses Forum die geeignete Plattform hierfür wäre. Ich glaube eher nicht.
    Da magst du wohl richtig liegen und die Dinge realistisch sehen - Interessant wärs natürlich trotzdem. Auch ne Sache zu der sich schon jeder äußern kann. Ich wär dabei, aber das reicht wohl nicht
    Aber immerhin kannst du ja da deiner radikalen Meinung auch verstehen, wie ich das mit dem Oscar und der Euphorie so sehe, und zwar leicht zynisch.

    All dies gilt natürlich nur für "gutwillige" Diskussionen, mit dem einzigen Sinn und Zweck etwas Zerstreuung, Abwechslung, Unterhaltung, Spaß an der Freude am Gespräch und dabei ein klein wenig Konkurrenzkampf auszufechten. Genau jene Art also, die hier bisher so herrlich zelebriert wird, zu deren Belebung du so dankenswert beigetragen hast und hoffentlich auch weiterhin aktiv machen wirst.
    Wenn das Spaß macht und ich/wir meinem beschriebenen Ideal der Reflektion auch nahekommen und das generell so gesehen wird, herzlich gerne.

    Daneben gibt es natürlich die, nennen wir es mal pathetisch "dunkle Seite" der Diskussion. Damit meine ich die Diskussion, die von Beginn an nur einem Zweck dient, den Kontrahenten zu diskreditieren, der Lächerlichkeit preiszugeben und die im Extremfall in einer entsprechenden Situation bis zur fast vollständigen psychischen Vernichtung dieser Personen, zumindest innerhalb eines gewissen Wirkungskreis führen kann.
    Absolute Zustimmung meinerseits und meinen (unbedeutenden) Segen für deine Prävention einer solchen Entwicklung.

    Auch deine folgenden Darstellungen sind allesamt klar, deutlich und vor allem fundiert vorgetragen, so daß ich mich diesen ausnahmslos anschließen kann. Ubrigens, besten Dank für die Blumen, die ich gern annehmen und in eine schöne Vase an einem Ehrenplatz aufstelle. So freue ich mich heute schon auf unsere kommenden Diskussionen, an denen ich mich teilzunehmen nun doch entschlossen habe. Zumindest in einem bescheidenen Rahmen. So hast du, mit deinen Darstellungen und Klarstellungen in diesem Beitrag es doch tatsächlich geschafft, mir Appetit darauf zu machen und mich mit ins Boot zu ziehen.
    Da geht mir doch das Herz auf - vor allem weil man sieht, dass durch einen kurzen Eingriff die Diskussion nicht zu einer selbstherrlich-selbstgerechten Endlosschleife von Duellritualen wird und das hoffentlich auch ein Stück weit die Kritik an mich entkräftigt. Von daher danke für den Eingriff. Ist ja jetzt ne runde Sache geworden, wir sind alle letztendlich doch auf einen gemeinsamen Nenner in unseren Motiven gekommen und können dementsprechend beherzt an die Sache rangehen. Freu mich natürlich auch auf zukünftige Debatten, die wir aber natürlich auch in einem sehr unaufdringlichen und dezenten Rahmen halten können, keine Sorge, ich kann mich auch zurückhalten

    Aber gerade diese Disziplin ist es, die einen auch für die oft wichtige Stationen im Leben entscheidenden Psychoduelle fit macht. Denn diese laufen meist Face to Face ab, sind kurz aber extrem intensiv und nicht selten explosiv
    Kenne ich und bin da psychisch etwas zu inkonsistent und manchmal leichtsinnig... aber auch da (vor allem deswegen) durchaus aktiv und bekannt

    Aber damit komme ich wieder in die Bereiche, denen ich mich weitestgehend entziehen konnte und nur mehr höchst ungern hinmöchte. Deshalb....
    Pas de Problemes, ich hab kein Problem mit Details und langen Texten, obwohl wir natürlich vom Thema abweichen würden. Für Diskussionen über Diskussionen bin ich grundsätzlich immer zu haben.
    Jedenfalls ist das gut, dass wir das geklärt haben und in die Zukunft blicken.

    ... machen wir es auf genau deine Art und werden damit alle zufrieden auf der Gewinnerseite sein. Denn eine eine gute, nette und faire Diskussion ist immer ein Gewinn für alle Beteiligten.
    dito.

    @deadlyfriend: Find ich klasse, dass du das so siehst. Immer schön, das ganze auch von der optimistischen Seite zu betrachten.

  4. #34
    Gelöscht
    Avatar von Travis Bickle
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    Zitat Zitat von Farman
    Freu mich natürlich auch auf zukünftige Debatten, die wir aber natürlich auch in einem sehr unaufdringlichen und dezenten Rahmen halten können, keine Sorge, ich kann mich auch zurückhalten
    Freut mich sehr, daß du dies alles so siehst und ich dich somit völlig richtig eingeschätzt zu haben scheine. Das macht jetzt schon umso größeren Appetit auf die zukünftigen Diskussionen. Besonders gefällt mir dabei deine oben zitierte Meinung. Denn wir können und dürfen auf keinen Fall damit beginnen zu häufig Debatten an den oberen Kanten der Skalen zu führen, da ich sonst eventuell anderweitig negative Auswirkungen auf andere Bereiche befürchte. Ich denke, du weißt was ich damit sagen möchte. Also auch hier mal ruhig öfter kurze, knackige Debatten, auf eher populären Niveau.

    Für Diskussionen über Diskussionen bin ich grundsätzlich immer zu haben.
    Jedenfalls ist das gut, dass wir das geklärt haben und in die Zukunft blicken.
    Unterschreib ich beides. Wir werden für den ersten Punkt sicher mal eine Nische finden. Auf diese Diskussion über die Diskussion freue ich mich jetzt schon. Was meine Kritik und teilweise wirklichen Befürchtungen bzgl. des teilweise schon krankhaften Starkultes anbetrifft und so vieler damit zusammenhängender gesellschaftlich Schieflagen, werde ich zum gegebenen Zeitpunkt bestimmt noch aktiv.

    Nun möchte ich, bevor wir hier endgültig OT bleiben, den Bogen zum eigentlichen Thema zurückschlagen. Um was ging es hier gleich wieder? Ach ja - Departed !
    Wir hatten hier ja bisher über alle möglichen Darsteller diskutiert, dabei vergaß ich ganz zu erwähnen, welcher Darsteller für mich der persönliche Gewinner war. Ray Winstone, der Darsteller von Nicholsons rechter Hand Mr. French. Obwohl der Mann schon eine erkleckliche Filmografie aufweist, fiel er mir erst in jüngster Zei auf. Erst wenige Tage zuvor habe ich THE PROPOSITION gesehen, in dem mir der Schauspieler aufgrund seiner so beeindruckenden Leistung erstmals wirklich aufgefallen ist. Und in Departed zählt er für mich definitiv zu den Gewinnern. Hoffe von ihm in Zukunft noch wesentlich mehr zu sehen.

  5. #35
    Gelöscht

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    Departed

    Also ich fand den Film schlecht. Ich gebe aber zu, dass ich das Original gesehen habe und es genial fand.
    Für mich war ein Problem, dass sich Departed einfach nicht wie ein Scorsese-Film anfühlt, sondern eher wie von einem Regisseur, der Scorsese schlecht imitiert.
    Jack Nicholson fand ich deplatziert und nervend. Mit Bill the Butcher aus GoNY würde ich aber nicht vergleichen, weil Bill viel interessantere Charakterzüge hatte und kein reiner Bad-Guy war. Außerdem wirkte Nicholsons Performance ziemlich lustlos während Daniel Day Lewis eine große Intensität zeigte.
    Dass Matt Damon schwach ist, könnte an seiner Rolle liegen. Im Original gab es immer die Frage, ob Lau ein Guter oder ein Böser sein will, dadurch wurde er mir sympathisch. Im Remake fehlt dieser Konflikt, wodurch die Figur einiges an Ausstrahlung verliert.
    Di Caprios Leistung ist ganz ok. Dass sein Charakter und der Charakter aus IA unterschiedlich sind, könnte daran liegen, dass bei Departed nur ein paar Monate zwischen Einschleußung und Ende liegen, während bei IA gut 10 Jahre dazwischen liegen (obwohl mir imo die 10 Jahre glaubwürdiger erscheinen).
    Problematisch sind imo die Nebendarsteller. Mark Wahlberg läuft den ganzen Film mit nur einem Gesichtsausdruck in der Gegend herum und labert Schwachsinn (und sowas kriegt eine Oscar-Nominierung ). Dazu kommt noch unlogische Handlungen der Figur, aber dazu später.
    Alec Baldwin schlägt in die gleiche Kerbe wie Wahlberg.
    Martin Sheen schlägt sich wacker, kann aber nicht die gleiche Sympathie erwecken wie Anthony Wong (sagt Bescheid, wenn ich einen falschen Namen nenne).
    Schade ist, dass Sheen und Nicholson keine ebenbürtigen Gegner sind wie es bei IA der Fall war.
    Das andere Problem ist die Story. Dadurch, dass einige Handlungselemente aus dem Original übernommen wurden, entsteht teilweise ein Logik-Problem.
    Ein paar Beispiele

    Spoiler:


    Genauso hat der Film zu viele Charaktere. Wahlbergs Charakter ist total nutzlos. Baldwins und Sheens Charaktere wurde im Original von einem Charakter gespielt und sind ziemlich eindimensional.
    Weiterer Schwachpunkt ist, dass dem Remake die Emotionalität fehlt. Beispiele:

    Spoiler:


    Den wirklich Todesstoß sind dann die dümmlichen Dialoge und das viele Gefluche. Das wirkt dermaßen aufgesetzt, kein Vergleich zu Scorseses früheren Werken.

    Von mir kriegt der Film nur 4 von 10 Punkten.
    PS: Blöde Frage: Gab es in diesem Film eigentlich einen Score?
    Geändert von The Count (20.05.2007 um 17:16 Uhr)

  6. #36
    Avatar von bluie
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    Ich fand den Film richtig gut.
    Von mir bekommt er 9/10.

    Ich kenne das Original nicht. Jack Nicholson und Di Caprio haben ihre Rollen überzeugend gespielt, wie ich finde.
    Gerade Nicholson hat mir in der Rolle des Mafiaboss wirklich gefallen.
    Und mit einigen Logikfehlern kann ich locker leben, das stört mich nicht.

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