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  1. #16
    Avatar von Willy_Wonka
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    Zitat Zitat von Travis
    Der größte Fehler Finchers war es, sich zu sehr auf die Sachbuchvorlage von Robert Graysmith zu velassen. Jener Figuar, die von Jake Gyllenhaal verkörpert wurde.
    Doch gerade der erste Teil, des Films konzentriert sich auf die Polizisten und Jake Gyllenhaal war erst recht wenig zu sehen, erst später macht der Film eine Wendung und konzentriert sich mehr auf Mr. Graysmith und seine privaten Ermittlungen.

    Natürlich hätte man die Geschichte um die Polizisten erweitern können, aber meiner Meinung sorgt die Plotänderung für Abwechslung. Doch das andere hätte natürlich auch funktionieren können.

    Zitat Zitat von Travis
    So konzentriert sich fast alles auf den aus der Sicht von Graysmith Hauptverdächtigen Arthur Leigh Allen, der am Ende des Films quasi auch als lediglich nicht überführter Täter abgestempelt wird. Von den beiden weiteren stark Tatverdächtigen, Lawrence Kane und David Marshall, ist in dem Film allerdings kaum oder überhaupt nicht die Rede.
    Also für mich hat Fincher den Täter unbekannt gelassen und immer die Möglichkeit gelassen, dass es Täter A oder Täter B war, da ich mich nicht so gut mit den richtigen Ermittlungen auskenne als du kann ich nicht viel dazu sagen. Aber Fincher hat defintiv nicht am Ende das Resultat preisgegeben, wer denn jetzt der wahre Täter war. Also bei mir gab es genug Diskussionsstoff zwischen meinen Bruder und mir, wer der Täter war.

  2. #17
    Avatar von FGTH1308
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    Zitat Zitat von Willy_Wonka Beitrag anzeigen
    Also für mich hat Fincher den Täter unbekannt gelassen und immer die Möglichkeit gelassen, dass es Täter A oder Täter B war, da ich mich nicht so gut mit den richtigen Ermittlungen auskenne als du kann ich nicht viel dazu sagen. Aber Fincher hat defintiv nicht am Ende das Resultat preisgegeben, wer denn jetzt der wahre Täter war. Also bei mir gab es genug Diskussionsstoff zwischen meinen Bruder und mir, wer der Täter war.
    Also für mich, und vor allem meiner Frau gab es nach den Film kaum Gesprächsstoff wer denn der Täter war. Dazu wurde meiner Meinung nach ein fiel zu klares Täterbild, gerade zum Ende hin abgeliefert.


    Zitat Zitat von Travis Bickle Beitrag anzeigen
    Von den beiden weiteren stark Tatverdächtigen, Lawrence Kane und David Marshall, ist in dem Film allerdings kaum oder überhaupt nicht die Rede. Logisch, da die Sache für Graysmith ja eindeutig ist.
    Gerade das hat mir gefehlt. Immer wieder hatte ich die Hoffnung das auch stärker auf die anderen Verdächtigen eingegangen wird. Und immer dann wenn es in die Richtung lief, fiel der Film wieder ab und lies einen bei Arthur Leigh Allen landen. Da ich direkt vor dem Film, in einen sehr guten Buch (Gruß an den Autor), extra noch mal das Zodiac Kapitel durchgelesen habe, vermisste ich doch eine ganze Menge. Die einseitige Darstellung, und der Focus auf Graysmith haben den Film mehr geschadet als genutzt. Keine Frage, die Stimmung der Zeit wird toll eingefangen und gezeigt, aber ich war dann doch ein wenig enttäuscht. Ich hatte mir einfach mehr von den Film versprochen. Über eine 7,5 kommt er nicht hinaus. Und Nein, ich habe kein "Acht" erwartet. Die Umstände und der Ausgang des Falles waren mir im Vorfeld bekannt.

  3. #18
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    Avatar von Travis Bickle
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    Zitat Zitat von FGTH1308 Beitrag anzeigen
    Dazu wurde meiner Meinung nach ein fiel zu klares Täterbild, gerade zum Ende hin abgeliefert.
    Völlig richtig. Da wird die Graysmith-Variante viel zu deutlich favorisiert und einem eigentlich schon fast auf's Auge gedrückt. Hätte niemals so einseitig abgehandelt werden dürfen. Da bestand auch zwischen meiner Frau und mir hinterher Einigkeit, die sich ebenfalls vorher in einem Buch kundig machte...

    Da ich direkt vor dem Film, in einen sehr guten Buch (Gruß an den Autor), extra noch mal das Zodiac Kapitel durchgelesen habe, vermisste ich doch eine ganze Menge.
    ...was wieder einmal beweist: Wer liest ist klar im Vorteil.

    Die einseitige Darstellung, und der Focus auf Graysmith haben den Film mehr geschadet als genutzt.
    Auch das ist völlig richtig. Das ist eben immer das Problem, wenn man eine wahre Begebenheit verfilmt und sich dabei zu einseitig auf eine Quelle stützt. Graysmith war zu den aktuellen Zeiten bestenfalls eine kleine Randfigur. Das änderte sich erst mit seinem Buch, dss nicht überall in hohem Maße geschätzt wird. Wieso dann ausgerechnet ein Mann wie Fincher diesen Kardinalsfehler begeht und sich zu sehr auf dessen Sichtweise einläßt, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Einen Gefallen hat er damit jedenfalls weder sich selbst, noch den Filmfreunden gemacht.

    Und Nein, ich habe kein "Acht" erwartet. Die Umstände und der Ausgang des Falles waren mir im Vorfeld bekannt.
    Das ist mir bei dir natürlich völlig klar. Weshalb wir uns in unserer gegenseitigen Enttäuschung über das verschenkte Potential unzweifelhaft einig sind. Je länger ich jetzt durch meine hier kommentierten Ansichten nachdenke, desto mehr nähere ich mich deiner Wertung von 7,5 an. 10/10 für die von der Handlung losgelöste inszenatorische Leistung Finchers, aber bestenfalls 5/10 für den inhaltlichen Wert des Films. Macht in der Durchschnittswertung exakt deine 7,5/10, auf die ich mich jetzt zumindest für's Erste auch mal festlege. Kann nach Ansicht des DC noch etwas variieren.
    Geändert von Travis Bickle (21.02.2008 um 19:05 Uhr)

  4. #19
    Avatar von FGTH1308
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    Zitat Zitat von Travis Bickle Beitrag anzeigen
    VWieso dann ausgerechnet ein Mann wie Fincher diesen Kardinalsfehler begeht und sich zu sehr auf dessen Sichtweise einläßt, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Einen Gefallen hat er damit jedenfalls weder sich selbst, noch den Filmfreunden gemacht.
    Den gleichen Fehler hat vorher ja schon Steven Spielberg mit München gemacht. Deswegen ist es IMO umso mehr verwunderlich das ein weiterer Top-Regisseur in die gleiche "Falle" tappt.
    Macht in der Durchschnittswertung exakt deine 7,5/10, auf die ich mich jetzt zumindest für's Erste auch mal festlege. Kann nach Ansicht des DC noch etwas variieren.
    Ja, ist den schon Weihnachten? Wir sind mal fast einer Meinung. Da sieht man mal das unser unterschidlicher Filmgeschmack doch ein paar Schnittpunkte hat. Freut mich.
    Dem DC sehe ich nicht so positiv entgegen. Die vorhergesagten 5 min längere Laufzeit werden den Film wohl nicht so stark verändern das es einen erweiterten Handlungsstrang oder ähnliches gibt. Dazu ist das wohl zu wenig. Um ein für mich vollends befriedigendes Ergebnis zu erzielen müsste die Laufzeit wohl um die 3 Std liegen, gerne auch länger. Der Stoff gibt es allemal her. Aber das wäre dann wohl auch das pure Kassengift.

  5. #20
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    Avatar von Travis Bickle
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    Zitat Zitat von FGTH1308 Beitrag anzeigen
    Den gleichen Fehler hat vorher ja schon Steven Spielberg mit München gemacht.
    Stimmt. Nur das Spielberg nicht nur auf eine völlig unbrauchbare Sensationsvorlage zurückgriff, sondern diese auch noch so naiv umsetzte, daß dabei nicht einmal eine wirklich brauchbare Agentenfilm-Parodie herauskam. Fincher hingegen griff nur zur falschen Vorlage, machte daraus dann aber wenigstens das Bestmögliche - auch wenn bei besserer Recherche so unendlich viel mehr drin gewesen wäre.

    Ja, ist den schon Weihnachten? Wir sind mal fast einer Meinung. Da sieht man mal das unser unterschidlicher Filmgeschmack doch ein paar Schnittpunkte hat. Freut mich.
    Ist doch schön. Freut mich auch. Ich stelle mir nur die Frage, ob dies auch der Fall gewesen wäre, wenn du vorher nicht in deinem Buch nachlesen hättest können, wie sehr der Film von der Realität im Endeffekt dennoch entfernt ist und deshalb vom fertigen Produkt aus den gleichen Gründen wie ich enttäuscht gewesen wärst.

    Dem DC sehe ich nicht so positiv entgegen.
    Sehe ich doch auch so. Mit den paar Minuten, die vermutlich erneut Graysmith zugute kommen werden, wird sich an der Gesamttendenz nichts ändern.

    Um ein für mich vollends befriedigendes Ergebnis zu erzielen müsste die Laufzeit wohl um die 3 Std liegen, gerne auch länger.
    Auch da bin ich deiner Meinung. Dabei würde ich sogar so weit gehen, daß die Rolle von Graysmith gern etwas verkürzt werden könnte und dafür all die Ereignisse rund um das Verhältnis Avery/Zodiac einen wesentlich größeren Rahmen bekommen sollten. Gleiches gilt auch für Toschi und dessen Ermittlungsarbeit. Aber das wäre dann wohl kein DC mehr, sondern schon eine alternative Filmfassung.

  6. #21
    Avatar von FGTH1308
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    Zitat Zitat von Travis Bickle Beitrag anzeigen
    Ich stelle mir nur die Frage, ob dies auch der Fall gewesen wäre, wenn du vorher nicht in deinem Buch nachlesen hättest können, wie sehr der Film von der Realität im Endeffekt dennoch entfernt ist und deshalb vom fertigen Produkt aus den gleichen Gründen wie ich enttäuscht gewesen wärst.
    Natürlich wäre das nicht der Fall gewesen, aber das ist ja immer so wenn man sich mit den Stoff auskennt der verfilmt wird. Ist bei dir ja derselbe Fall. Ist schon immer gut wenn man sich vieler Informationsquellen bedienen kann, so bekommt man dann ein viel besseres Bild als es ein Film je bieten könnte.

  7. #22
    Avatar von deadlyfriend
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    Wenigstens bei diesem Film bin ich mal ein Nutznießer aus Unkenntnis. Das was mir "München" und auch "Der letzte König von Schottland" etwas vermiest hat, konnte Zodiac mir nicht antun. Ich kannte den Fall nämlich nicht bzw. nicht gerade detailiert. Insofern hat er mir sehr sehr gut gefallen. Im Gegensatz zu den anderen beiden genannten finde ich das hier aber nicht so tragisch. Zumindest lese ich bei euch jetzt nicht heraus das Fincher sehr viele fiktive Handlungsstränge eingebaut hat was ich an den anderen beiden so falsch fand. Er hat den Film dann wohl nur aus einer Perspektive gedreht was ich eben ohne Kenntnisse des Falls nicht so schlimm sehe.

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