1. #1
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    Standard Smokin' Aces

    Übersicht aller Kritiken zu Smokin' Aces

    http://www.ofdb.de/images/film/107/107347.jpg

    #2 25.10.2007FGTH1308
    Geändert von FGTH1308 (25.10.2007 um 13:50 Uhr)

  2. #2
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    Smokin' Aces

    Ein Film für die heutigen Sehgewohnheiten,völlig auf Kult getrimmt.So mein erster Eindruck.
    Leider ist auch nicht viel mehr dahinter.Keine Frage,der Film hat mir gut gefallen,aber doch stört
    dieses "Jetzt-schaut-euch meinen-Film-an,Quentin-hätte-es-nicht-besser-machen-können"Gefühl,
    was mich von der ersten Minute beschleicht.Zu offentsichtlich ist der Versuch,"Ich mache jetzt einen
    Kultfilm".Das sich Regisseur & Drehbuchautor Joe Carnahan dabei noch ein wenig verzettelt und den
    Film ein wenig in die Länge zieht,ist mehr als unnötig.Die Nebenhandlung mit der Oma und den Enkel ist weder besonders lustig,noch irgendwie nötig.Das hier die durchweg gut agierenden Darsteller teilweise schon früh das zeitliche segnen hat mir wiederrum gut gefallen,das macht die den Film ein wenig unberechenbar.Die Story selber ist noch vor der Hälfte der Laufzeit fast völlig offentsichtlich,und der endgültige Schluss ist nicht besonders gelungen & glaubwürdig.
    Mein Schlussfazit lautet - Einfach mal anschauen,die Erwartungshaltung etwas zurückdrehen,dann wird man wirklich gut unterhalten.

    7,5/10

  3. #3
    Avatar von Farman
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    Zitat Zitat von FGTH1308
    Ein Film für die heutigen Sehgewohnheiten,völlig auf Kult getrimmt.So mein erster Eindruck.
    Leider ist auch nicht viel mehr dahinter.Keine Frage,der Film hat mir gut gefallen,aber doch stört
    dieses "Jetzt-schaut-euch meinen-Film-an,Quentin-hätte-es-nicht-besser-machen-können"Gefühl,
    was mich von der ersten Minute beschleicht.Zu offentsichtlich ist der Versuch,"Ich mache jetzt einen
    Kultfilm".
    rofl. Absolut treffend beschrieben dieses "wir sind cool"-Gefühl bei einigen sog. "Nicht-Mainstream"-Mainstreamfilmen. Exakt das hab ich erwartet, thx für die treffende Beschreibung. Ich zähl wohl zu den wenigen, die diesen Streifen noch nicht gesehen haben, aber da ich auch nicht mit mehr rechne als ne nette Unterhaltung, kann ich das auch in Jahren noch nachholen. Zumal man meiner Ansicht nach auch "Narc" getrost vergessen kann. Aber das ist ja auch nur meine Ansicht.

  4. #4
    Avatar von Vince
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    Zitat Zitat von Farman
    Zumal man meiner Ansicht nach auch "Narc" getrost vergessen kann. Aber das ist ja auch nur meine Ansicht.
    "Narc" ist aber auch ein ganz anderes Kaliber. "Smokin' Aces" schlägt eher in die Guy Ritchie-Sparte.

    Mit der Kritik geh ich auch durch und durch konform, nur nicht mit der Note; deine Argumentation hört sich nicht gerade nach eine Beinahe-8/10 an, eher nach einer Gerade-Noch-6/10. Letztere würde ich zumindest von der gleichen Position aus zücken.

    Smokin' Aces ist halt durch und durch ziellos. Mein damaliger Kommentar (für eine Kurzkritik zu lang ):

    Letzten Endes doch noch ein erstaunlich solider Streifen, auch wenn er freilich nie und nimmer an die Genre-Glanztaten eines Guy Ritchie oder Paul McGuigan heranreicht. Was allerdings in "Smokin' Aces" alle bejammern (ich auch), war beim hochgelobten McGuigan-DVD-Erfolg "Lucky Slevin" in abgeschwächter Form auch schon der Fall: Ein stimmungstechnisches Ungleichgewicht trübt die Stringenz und löst sich in Orientierungslosigkeit auf: Will hier wirklich seriös und dramatisch eine coole Geschichte erzählt werden oder soll alles nur Klamauk sein? Das kann sich der "Narc"-Macher selbst nie so recht beantworten und so kommt es dazu, dass bis zum Anschlag selbstzweckhaft kuriose Gestalten sich plötzlich aus ihrer Parodie einer Gangstercomedy herausbewegen und sich den Mustern eines ernsthaften Italowesterns nähern. Wie das zusammenpassen soll, weiß nur Joe Carnahan selbst.

    Zum Glück ist da das über weite Strecken saustark aufspielende Darstellerensemble, bei dem die Älteren / Erfahreneren (Ray Liotta) ebenso funktionieren wie die aufstrebenden Jungen (Ryan Reynolds), die viel Gescholtenen (Ben Affleck) und die Newcomer (Alicia Keys) - weil man wusste, wie man sie einsetzen soll. So verlangt von der R'n'B-Sängerin Keys zum Beispiel niemand, sich in schauspielerischen Extremsituationen zu bewähren. Der Shootout ist gerade für unsere Zwecke hier (eine Actionfilmseite, Anm.d.V.) eine absolute Sahneschnitte und auch sonst ist der ganze Film ein visuelles Fest, das zwar an Tony Scott erinnert, es aber bei weitem nicht so mit dem Schnitt übertreibt. So lasse ich mir die stylishe Optik auch gerne gefallen.

    Ich bin also gar nicht mal so unzufrieden, wie ich vorab befürchtet hatte. Ein wirklicher Knaller ist es nicht, aber auf DVD erfüllt er seinen Zweck schon mal ganz ordentlich. 6/10

  5. #5
    Avatar von Farman
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    Ich erwähnte Narc einfach wegen dem Regisseur. Obwohl ich "Smokin' Aces" nicht gesehen habe, ists klar, dass sich die Filme nicht ähnlich sehen. Für mich war Narc aber auch im Kern Massenware, mit hippen Kamerabewegungen und durchgestyltem "Realismus". Von daher nehme ich mal vorsichtig an, dass es sich bei Joe Carnahan eher um einen vergleichsweise oberflächlichen Stilisten handelt, ob nun bei hartem Neo-Noir oder hipper Gangsterkomödie. Genres sind da oft austauschbar.

  6. #6
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    Avatar von Travis Bickle
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    Schließe mich da der Meinung von Vince an und gehe mit der Note sogar noch ein Stück weiter runter auf 5/10.
    Bezeichnend für mich ist, daß ich den Film vor nicht allzu langer Zeit gesehen habe und mich nicht mehr wirklich daran erinnern kann. Banales Geplapper mit aufgeblasener Luftstory. Ganz nett anzusehen, aber ohne jeglichen filmischen Nährwert. Gerade wegen "Narc" hatte ich ja auch eine gewisse Erwartungshaltung an den Film und war dann so enttäuscht. Denn "Narc" war bei seinem Erscheinen vor 5 Jahren tatsächlich ein Wegweiser. Zu diesem Zeitpunkt waren die verwackelten Handkameraaufnahmen und der scheibar ausweglose Realismus tatsächlich so etwas wie eine Rückbesinnung auf das Kino der 70er. Was vor allem für die Story und deren Umsetzung galt. Es war ein kleiner Film, der aber zu seiner Zeit eine Trendwende ankündigte. Was ja auch deutlich geschehen ist.

    @ Farman: Kann es vielleicht sein, daß du "Narc" erst vor kurzem gesehen hast und daher dein eher negatives Urteil herrührt? Könnte ich mir gut vorstellen. Denn so sensationell er damals war, so hat er binnen weniger Jahre doch einen Teil seiner damaligen Faszination verloren. Was imo an den vielen Nachahmern liegt, die aber im Laufe der Zeit ganz andere Budgets zur Verfügung haben.

  7. #7
    Avatar von Farman
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    @Travis: Jep, ist kurz her. Ob ich ihn gemocht hätte, wenn ich ihn früher gesehen hätte, ist jetzt natürlich schwer zu beantworten. Wie einflussreich er war, kann ich persönlich nicht beurteilen, da ich es nicht weiß. Für mich ist er bloß ein Low-Budget-Film mit einer kleinen Ansammlung von filmischen Tricks, die ich persönlich nicht sonderlich innovativ finde (Traffic, Amores Perros). Und ein guter Film bleibt ja gut: "Mean Streets" und "Taxi Driver" sind die vielleicht stilbildendsten amerikanischen Filme der Siebziger, und ihre Innovation verblasst nicht, vielmehr lässt sie sich noch besser erkennen (natürlich, nur wenn man bereit ist zu kucken. Ist auch zum Verzweifeln schwer, heutigen bis zur Bewusstlosigkeit berieselten Zuschauern den Blick auf die Größe eines so intensiven Films wie "Mean Streets" zu öffnen). Ein Film muss imo schon ne eigene Sprache sprechen, und Narc ist für mich im Kern Massenware. Wäre nen nettes Thema für ne Diskussion, wie und wo wir persönlich Innovationen ausmachen und definieren.
    Geändert von Farman (26.10.2007 um 00:58 Uhr)

  8. #8
    Avatar von LivingDead
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    Uff... den Film muss ich mir demnächst auch noch mal ansehen. Trotzdem konnte ich mir schon ein recht guten Eindruck davon machen, wie Joe Carnahan`s Film auf mich wirken wird. Dein Review, FGTH1308, bestätigt diese Vermutung noch zusätzlich und auch Vince's Vergleich zu "Lucky # Slevin" macht mich äußerst stutzig; denn diese Stimmungsschwankungen sind mir da auch schon negativ aufgefallen.
    "Narc" hingegen fand ich damals äußerst gelungen. Den müsste ich mir allerdings auch mal wieder ansehen, denn die Erinnerungen daran sind schon weitestgehend verblasst.
    Mit freundlichem Gruß, LivingDead
    Meine DVDs / Das Kurzkritiken-Forum

  9. #9
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    Avatar von FGTH1308
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    Also mir hat der Film trotz der angesprochenen schwächen eigentlich ganz gut gefallen.Ich habe aber auch völlig unvorbelastet die DVD in den Player gelegt.Ich kannte nicht mal den Trailer.
    Was mich wirklich stört ist dieses auf Zwang einen Kultfilm hinlegen zu müssen.Einige Dialoge sind wirklich völlig überflüssig.Ansonsten sind der Stil und die Story schon mein Ding.
    btw - Wer mir aber in den Film richtig gut gefallen hat - Ryan Reynolds
    Ausserdem bin ich ja der berühmte Allesgutfinder

  10. #10
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    Zitat Zitat von Farman
    Ich erwähnte Narc einfach wegen dem Regisseur.
    Schon klar, ich wollte nur sagen: man schmeckt halt nicht unbedingt die Marke Carnahan heraus, falls es eine solche überhaupt gibt. Und das ist zurückgeführt natürlich kein großes Kompliment für "Narc", den ich auch ein bisschen überschätzt finde insofern, als dass man ihn als stilbildend für die "Serpico"-Nachfolgegeneration bezeichnet. Ich fand "Narc" zwar immer gut gemacht und spannend und gut gespielt und unterhaltsam und was weiß ich, wollte ihm aber nie irgendeine Sonderstellung zubilligen; dafür war er mir dann auch zu "gewöhnlich".

    Und "Smokin' Aces" beweist das eben auch ein Stück weit. Zu allem Überfluss gelangen da auch noch extreme äußere Einflüsse rein. Man spürt geradezu, wie die Produzenten dem Regisseur auf den Finger schauten und die skurrilen Charaktere und Tarantino-Wannabe-Dialoge aufdrängten. Carnahan wollte aber wohl auch ein bisschen seinem Stil treu bleiben und heraus kam eine merkwürdige Mischung aus Gangsterkomödie und knallhartem Copthriller, mit einem dramatischen Finale, das in seiner Ernsthaftigkeit kein Stück zum restlichen Ton passt. Bei dem Film stimmt es irgendwie vorne und hinten nicht - und dennoch muss ich sagen, dass er gar nicht mal so schlecht unterhält. Inwiefern er das beim zweiten Durchgang noch macht, bleibt abzuwarten.

  11. #11
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    Zitat Zitat von Vince
    Und das ist zurückgeführt natürlich kein großes Kompliment für "Narc", den ich auch ein bisschen überschätzt finde insofern, als dass man ihn als stilbildend für die "Serpico"-Nachfolgegeneration bezeichnet.
    Find ich sehr krass, dass man ihn so bezeichnet. Ich fand Pacinos Gesicht allein, untermalt mit Mikis Theodorakis' traurigen Klängen zehnmal expressiver als nervöse Wackelkameras, die als Symbol für Realismus im Zeitalter von MTV eher ausgedient haben. Die Anfangssequenz war zweifelsohne gut gefilmt - für mich ist das aber ne neutrale Aussage, sprich: Ich lobe die technische Realisierung des Ganzen, nicht die künstlerische Kreativität. Mich hat der Film kalt gelassen und die Geschichte fand ich vorhersehbar. Man möge mir mal wieder verzeihen.

    Was "Smokin' Aces" betrifft, so werd ich mit dem Film wahrscheinlich die selben Probleme haben wie mit "Sin City" - ich kann dem modernen "Kultfilm" als Nachfolger des Tarantinomodells in den Neunzigern nichts mehr abgewinnen. Das moderne Hollywood ergötzt sich am endlosen, reinen Genre-Zurschaustellen, ein großes Schwarzes Loch, wohingegen das klassische Hollywood noch in der Lage war, anhand des Genres wirklich etwas zu kreieren. Ein paar Geister dieser lebendigen Zeit wandeln noch unter uns, Lynch, die Coens, Michael Mann, Tarantino, aber der Blick auf die Regisseur-Jugend von Heute ist getrübt.

  12. #12
    Avatar von Vince
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    Zitat Zitat von Farman
    Was "Smokin' Aces" betrifft, so werd ich mit dem Film wahrscheinlich die selben Probleme haben wie mit "Sin City" - ich kann dem modernen "Kultfilm" als Nachfolger des Tarantinomodells in den Neunzigern nichts mehr abgewinnen. Das moderne Hollywood ergötzt sich am endlosen, reinen Genre-Zurschaustellen, ein großes Schwarzes Loch, wohingegen das klassische Hollywood noch in der Lage war, anhand des Genres wirklich etwas zu kreieren. Ein paar Geister dieser lebendigen Zeit wandeln noch unter uns, Lynch, die Coens, Michael Mann, Tarantino, aber der Blick auf die Regisseur-Jugend von Heute ist getrübt.
    Ah doch, auch beim Nachwuchs ist es nicht ganz so schwarz wie es auf den ersten Blick vielleicht scheinen mag. Spontan fällt mir da zB. David Gordon Green ein, der in deine Beschreibung des "schaffenden" Hollywoods ganz gut reinpasst. Sein "Undertow" fand ich zB. recht erstaunlich (wenn auch ein bisschen sehr unterkühlt) und von ihm ist wohl noch einiges zu erwarten.

    Gilt wohl auch für einige andere aufstrebende, nur hat der Mainstream die halt mal wieder alle nicht so im Fokus. Da helfen dann auch die "Searchlights" von Fox & Konsorten nicht viel, im Mittelpunkt stehen halt nun mal leider die Videoclipästheten...

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