1. #1
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    Standard Cloverfield

    Gesamtübersicht aller Kritiken zu Cloverfield:

    http://www.ofdb.de/images/film/141/141118.jpg

    #02 02.02.08 crizzo silverblue
    Geändert von crizzo silverblue (02.02.2008 um 13:00 Uhr)

  2. #2
    Gelöscht
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    Cloverfield

    So, es ist raus! Das Geheimprojekt von J.J. Abrams ist nicht mehr geheim. Endlich kann man das Werk von Regisseur Matt Reeves im Kino begutachten und sich selbst ein Bild von der Katastrophe machen, von welcher New York heimgesucht wird. Wobei das so nicht ganz richtig ist, denn das Bild macht hierbei eher der jeweilige HomeCam-Filmer...

    Die wackelige Handkamera nimmt den Zuschauer mit auf einen nervenstrapazierenden Trip durch Lower Manhattan, wo die ortsansässigen Zivilisten panisch vor einem gigantischen, extraterrestrisch anmutendem Monster zu fliehen versuchen. Gefilmt wird das Ganze von einem Partygast, der mit seinen Freunden - obwohl ganz Manhattan von der Army evakuiert und der Notstand ausgerufen wird - unbedingt noch die in ihrer Wohnung verletzt festsitzende Beth holen und in Sicherheit bringen will. Von wo alle anderen wegrennen, zieht es - wie könnte es auch anders sein - die Protagonisten also hin.

    "Cloverfield" ist als Monsterfilm recht innovativ und reizt die Vorzüge der Handkamera gründlich aus. Sicherlich wird dem ein oder anderen Zuschauer hier auch schwindelig werden, aber so sieht das nunmal auch aus, wenn man mit einer Kamera in der Hand vor etwas wegrennt. Das Geschehen wirkt - so abstrus die Vorstellung eines haushohen Riesenaliens in Manhattan auch sein mag - recht authentisch und erzeugt einen interessanten Bilderstrudel, der zwar weder so atmosphärisch erdrückend wie in "The Blair Witch Project", noch so dramatisch konsequent wie in "Flug 93" aufbereitet ist, aber dennoch seinen Zweck erfüllt. Man starrt gebannt auf das hastige Geschehen und lässt sich fesseln. Das Monster selbst wird zudem sehr sparsam und kurzschnittig eingeblendet. So befürchtet man andauernd, in einem unachtsamen Moment einen Blick auf das sonderbare Wesen verpassen zu können, was die Aufmerksamkeit des Zuschauers merklich erhöht. Und das ist neben der realistischen Darstellung die Stärke des Films: Man hat keine Ahnung, was in der nächsten Sekunde(!) passieren könnte.

    "Cloverfield" ist ein gelungener Monsterfilm mit einer durchaus panischen Terror-Atmosphäre, die für hartgesottene Horrorfans zwar insgesamt etwas mehr Intensität nötig gehabt hätte, aber auch so hier und da einige Spannungsbögen aufzubauen versteht. Die unbekannte, aber durchaus gelungen aufspielende Darstellerriege trägt hierzu natürlich auch entscheidend bei. Durch die Kameratechnik ist man den Ereignissen zudem in einer gewissen Unabwendbarkeit ausgeliefert, was dem Film einige Pluspunkte beschert. Neugierige dürfen also durchaus einen Blick auf das Manhattan ramponierende Monster riskieren, falls sie denn einen erhaschen können.

    7/10
    Geändert von crizzo silverblue (02.02.2008 um 13:10 Uhr)

  3. #3
    Avatar von Schimschi
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    Sehr schöner Bericht, crizzo!

    Der Trailer zum Film hat mir richtig gut gefallen. Es wirkt wirklich alles sehr, sehr authentisch und mitreißend, allerdings habe ich Angst, dass mir der Film etwas zu ruckelig sein könnte ...


  4. #4
    Gelöscht
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    Avatar von crizzo silverblue
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    Zitat Zitat von Schimschi Beitrag anzeigen
    Es wirkt wirklich alles sehr, sehr authentisch und mitreißend, allerdings habe ich Angst, dass mir der Film etwas zu ruckelig sein könnte ...
    Ja, davor kann man wahrlich Angst haben. Für Leute, die beispielsweise an "Motion Sickness" leiden und solche schnellen Bildwechsel nicht abkönnen, ist der Film garantiert nichts. Dann kann man den Film erst gar nicht aushalten...

  5. #5
    Avatar von deadlyfriend
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    Mich interessierte der Film in jedem Fall aber die Wackelkamera schreckt mich schon wieder ein wenig ab. Dieses Stilmittel ist inzwischen kein Segen mehr sondern ein Fluch.

  6. #6
    Avatar von FGTH1308
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    Zitat Zitat von deadlyfriend Beitrag anzeigen
    Mich interessierte der Film in jedem Fall aber die Wackelkamera schreckt mich schon wieder ein wenig ab. Dieses Stilmittel ist inzwischen kein Segen mehr sondern ein Fluch.
    Geht mir genauso. Bei Bourne fand ich das ja klasse, aber einen ganzen Film mit Wackelkamera ist nichts für mich. Ich fand Blair Witch Projekt unerträglich, der Film war toll. Aber das mit der Wackelkamera war zuviel für mich. Man, war mir schlecht. Und genau aus deswegen habe ich den vor 2 Jahren verwichtelt.
    Geändert von FGTH1308 (05.02.2008 um 19:37 Uhr)

  7. #7
    Avatar von Willy_Wonka
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    J.J. Abrams hat uns alle neugierig gemacht auf dieses Projekt und zwar dadurch, dass man nicht viel wusste, aber leider hat er dieses nicht durchgezogen, da einer der letzten Trailer eigentlich alles verraten hat, so empfinde ich es auf jeden Fall. Denn ich konnte mir den Film genau vorstellen wie er ist und zum Schluss war er dann auch so. Deswegen war ich dann als der Vorhang des Kinos aufging, dann doch nicht mehr so gespannt. Doch der Film ist auf jeden Fall mal was anderes, auch wenn man mit Handkameras gefilmte Filme schon kennt. Dieses mal war es aber ein klassischer Monsterfilm, welcher mit der Kameratechnik doch als innovativ bezeichnet werden kann. Ein weiter Pluspunkt ist der Realismusgrad, welcher auch mal ganz angenehm ist neben den ganzen Klischeeparaden. Wie crizzo es schon in seiner tollen Kritik schrieb ist man als Zuschauer gebannt wie es weitergeht. Doch wie sieht es aus, wenn man sich den Film ein zweites Mal angucken will, denn dann ist das Verlangen des Zuschauers nicht so groß weiterzugucken, da man einfach nicht mehr so gebannt ist wie beim ersten Mal sehen. Das gleiche Brach auch schon The Blair Witch Project, das Genick, denn dieser wirkt beim zweiten Mal gucken überhaupt nicht mehr so spannend wie beim ersten Mal. Doch dafür werden beide Filme ihre Atmosphäre beibehalten, welche auch ziemlich wichtig für einen Film ist.

    Zu der Wackelkamera muss ich sagen, dass sie mich damals viel mehr gestört hat also heute, denn ich habe mich wirklich daran gewöhnt und schlecht wurde mir auch noch nicht. Trotzdem ziehe ich ruhige und lange Kamerafahrten, wie die von Stanley Kubrick, weiterhin vor. Doch die Wackelkamera ist ein sehr gutes Stilmittel und stört mich nicht mehr.

  8. #8
    Gelöscht
    Avatar von Travis Bickle
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    Sehr schöne und aussagekräftige Review, crizzo, zu einem Film, der mich im Vorfeld sehr interessiert hat und je mehr ich darüber erfahre immer mehr abschreckt. Liegt vor allem an der Wackelkamera-Geschichte. Das kann ich überhaupt nicht haben. Hat mir schon zahlreiche moderne Actioner mächtig verdorben, da ich durch dieses unstete Gewackel tierisch Kopfschmerzen bekomme. Kein Witz! Deshalb besten Dank für eine derartige Warnung...

    Zitat Zitat von crizzo silverblue Beitrag anzeigen
    Für Leute, die beispielsweise an "Motion Sickness" leiden und solche schnellen Bildwechsel nicht abkönnen, ist der Film garantiert nichts.
    ... da ich nun ernsthaft überlege, ob ich mir den überhaupt in der Videothek ausleihen soll. Ich schaue meine Filme auf einem 50" (127 cm-Diagonale) Plasma aus rund drei Meter Entfernung. Da hat man schon ein schön großes Bild vor sich und ich frage mich nun ernsthaft, ob ich das meinem Kopf zumuten kann.

  9. #9
    Avatar von LivingDead
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    Ja, sehr schöne Kritik crizzo, der ich eigentlich in fast allen Belangen zustimmen kann. Die Inszenierung ist extrem fesselnd, vor allem eben durch die Idee den ganzen Film als Amateur-Video zu inszenieren. Das gibt dem ganzen einen geradezu gesellschaftssatirischen Touch, in einer Zeit, in der die Sensationsgier der heutigen Generation durch unzählige Videos auf youtube und Co. befriedigt wird. Jeder umfallende Sack Reis wird auf Handy festgehalten und im Netz veröffentlicht. Das treibt "Cloverfield" im Bette eines klassisch-originären Monsterfilms auf die Spitze.
    7/10
    Mit freundlichem Gruß, LivingDead
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  10. #10
    Avatar von Vince
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    Ich schließe mich dann mal an: feines Ding. Ich denke auch, er wird mir gefallen - auf DVD. Denn:

    Zitat Zitat von crizzo silverblue Beitrag anzeigen
    Ja, davor kann man wahrlich Angst haben. Für Leute, die beispielsweise an "Motion Sickness" leiden und solche schnellen Bildwechsel nicht abkönnen, ist der Film garantiert nichts. Dann kann man den Film erst gar nicht aushalten...
    Ich hab da eine gewisse Tendenz, mich dabei übel zu fühlen... wobei das eher Spiele wie Egoshooter betrifft als Filme. Bei "Time Splitters" hatte ich zum Beispiel ganz üble Motion Sickness, teilweise sogar bei "Tony Hawks Underground". "Bourne" hab ich auf DVD ganz gut ausgehalten, aber ich denke, auf der Großleinwand muss ich das nicht unbedingt sehen.

    Das Konzept des Films finde ich im Übrigen ziemlich interessant, wesentlich interessanter als bei Blair Witch. Schon bei "Godzilla" mit seiner cineastischen Optik hab ich mich immer gefragt, wie ein Monsterfilm wohl in Egoperspektive aussehen würde und dass das eigentlich viel interessanter wäre als die distanzierte Emmerich-Optik.

  11. #11
    Avatar von JoK3r
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    So, jetzt muss ich auch mal meinen Senf dazu geben.

    Cloverfield gefiel mir leider nicht so gut wie zuerst erwartet. Die Wackelkamera verleiht zwar ein "Mittendrin, statt nur dabei"-Gefühl aber andererseits nervt sie auch ein bisschen, wenn unnötige Sachen wie zum Beispiel der Boden gefilmt werden. Was mich auch stört ist die Unwissenheit, die sich durch den ganzen Film zieht. Ich hätte gerne gewusst woher das Monster kommt, wie es entstand und ob es schlussendlich getötet wird. Über all das kann man leider nur spekulieren. Manchen hat das vielleicht gefallen, aber mir nicht. Kommt ganz auf den Geschmack an.
    Bei Cloverfield gehen die Geschmäcker wohl sehr weit voneinander. Manchen wird er sehr gut gefallen und anderen überhaupt nicht..

    5/10

  12. #12
    Avatar von Willy_Wonka
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    Zitat Zitat von JoK3r Beitrag anzeigen
    Ich hätte gerne gewusst woher das Monster kommt, wie es entstand und ob es schlussendlich getötet wird. Über all das kann man leider nur spekulieren.
    5/10
    Genau das fand ich gut, da sie nicht einfach eine billige Erklärung abgegeben haben, was oft üblich ist in vielen Filmen. Am besten hat das mal South Park verarscht und zwar in der Folge mit Towelie dem Handtuch. Und genau wie das Militär es mit Towelie erklären wollte, wäre es auch bei Cloverfield geworden, der einzige Unterschied wäre gewesen, dass es kein Sarkasmus bei Cloverfield gewesen wäre.

  13. #13
    Gelöscht
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    Avatar von crizzo silverblue
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    Zitat Zitat von Willy_Wonka Beitrag anzeigen
    Und genau wie das Militär es mit Towelie erklären wollte, wäre es auch bei Cloverfield geworden, der einzige Unterschied wäre gewesen, dass es kein Sarkasmus bei Cloverfield gewesen wäre.
    Ist bei "Der Nebel" übrigens auch selten dämlich gelöst...
    Spoiler:
    Sicher... is klar.

    Anstatt fadenscheiniger Erklärungen und dem eben so blödsinnigen Auslassen selbiger, werde ich lieber durch das Plot auf die Hintergründe aufmerksam gemacht. Warum zeigt man nicht, was woher kam und warum es da ist? Ich sag's euch... weil die Köpfe hinter dem Projekt nicht schlau genug für eine sinnvolle Beantwortung dieser Fragen sind. Ich finde die Lösungen bei "Cloverfield" und "Der Nebel" in diesen Fragen jedenfalls ziemlich armselig.
    Geändert von crizzo silverblue (08.02.2008 um 13:31 Uhr)

  14. #14
    SAB
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    Zitat Zitat von crizzo silverblue Beitrag anzeigen
    ]Anstatt fadenscheiniger Erklärungen und dem eben so blödsinnigen Auslassen selbiger, werde ich lieber durch das Plot auf die Hintergründe aufmerksam gemacht. Warum zeigt man nicht, was woher kam und warum es da ist? Ich sag's euch... weil die Köpfe hinter dem Projekt nicht schlau genug für eine sinnvolle Beantwortung dieser Fragen sind. Ich finde die Lösungen bei "Cloverfield" und "Der Nebel" in diesen Fragen jedenfalls ziemlich armselig.
    Eine interessante Diskussion! Bevor ich eine unlogische offensichtlich fadenscheinige Erklärung für das Geschehen in einem Film bekomme, verzichte ich lieber auch darauf, bleibe im Ungewissen und kann mir selbst meine Gedanken dazu machen! Wäre bei so manchem Film spannender gewesen! Obwohl es auch sehr viele Filme gibt, wo eine Erklärung absolut wasserfest war (Blöd nur, das mir für beide Varianten gerade keine Beispiele einfallen)!
    "Lache und die ganze Welt lacht mit Dir. Weine und Du weinst allein."
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  15. #15
    Gelöscht

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    Zitat Zitat von JoK3r Beitrag anzeigen
    aber andererseits nervt sie auch ein bisschen, wenn unnötige Sachen wie zum Beispiel der Boden gefilmt werden. Was mich auch stört ist die Unwissenheit, die sich durch den ganzen Film zieht. Ich hätte gerne gewusst woher das Monster kommt, wie es entstand und ob es schlussendlich getötet wird.
    Das ist doch gerade der realistische Knackpunkt, wer schonmal ein Videokamera in der Hand hatte wird mit sicherheit nicht immer durch das Display geguckt haben, und wenn man dann auf einmal ein Monster vor sich hat oder die Meute die vällig ausrastet achtet man nicht daruaf wohin man filmt.
    Das nichts geklärt wurde ist doch klar gewesen, wenn der Film aus der Sicht der Menschen spielt dann eben aus der Sicht der unwissenden deren ihr Leben lieb ist.

    @crizzo:
    Ich glaube nicht das die Köpfe nicht schlaugenug sind um eine Erklärung finde, es ist J.J. Abrams der sich diesen Film ausgedacht hat, der hat bestimmt nicht einfach drauf losgedreht, Wenn man LOST betrachtet kann man unerklärliche Fragen gut und spannend lösen.

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