1. #1
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    Standard Im Schatten des Zweifels

    Gesamtübersicht aller Kritiken zu Im Schatten des Zweifels (1943):

    http://www.ofdb.de/images/film/10/10423.jpg

    #02 04.02.08 deadlyfriend


    Gesamtübersicht aller Kritiken zu Im Schatten des Zweifels (1991):

    http://www.ofdb.de/images/film/25/25801.jpg
    Geändert von crizzo silverblue (04.02.2008 um 20:25 Uhr)

  2. #2
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    Im Schatten des Zweifels

    Die Familie Newton wohnt in einer idyllischen Kleinstadt die als Paradebeispiel für den amerikanischen Durchschnitt fungiert. Der jungen Charlie ist es langweilig und sie hofft das bald mal etwas spannendes passiert. Diesen Gefallen tut ihr der Onkel Charlie, nachdem sie benannt wurde, und kommt unverhofft zu Besuch. Noch ist er der Liebling der Familie und die Wiedersehensfreude ist groß. Allerdings weiß niemand was in dem lieben Onkel wirklich steckt.

    Schon bei der Ankunft des Zuges überzieht die Szenerie ein dunkler Schatten der andeutet das das "Böse" in die verschlafene Stadt Santa Rosa Einzug erhählt. Mit solch visuellen Schmankerln untehält der "Master of Suspense" das Publikum über die gesamte Spieldauer. Auch die Kamerafahrt rückwärts in der Bibliothek paßt hevorragend zu dem was sich gerade in der Handlung ereignet.
    Hitchcock setzt wieder einmal auf das "Mann auf der Flucht" Thema nur diesmal wissen wir von Anfang an das er nicht unschuldig ist. Dieses verkörpert Joseph Cotton grandios. Man will ihn als Zuschauer eigentlich richtig gut leiden können, aber man weiß das an ihm etwas seltsames ist. Genau dieses Gefühl spielt der weibliche Gegenwart, Teresa Wright, vortrefflich.
    "Im Schatten des Zweifels" wurde übrigens von Alfred Hitchcock zum Favorit in seinem Gesamtwerk erkoren. Ich finde zwar einige noch bessere darunter, aber wer wagt ihm zu wiedersprechen.

    Zuschauer die nur an heutigen Sehgewohnheiten Interesse haben, sollten natürlich von dem Film Abstand halten.
    Geändert von crizzo silverblue (04.02.2008 um 20:17 Uhr)

  3. #3
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    Feine Kritik, deadly! Jaja, die Hitchcocks...

    Alle sind sie Klassiker, aber mir sind sie auch einfach etwas zu altbacken. Ich weiß, dass da viele Cineasten hier nur verständnislos den Kopf schütteln können, aber ich kann mich meistens nicht durchringen, solche alten Klassiker nachzuholen. In Form von Kritiken lasse ich mich aber gerne über die Streifen informieren...

  4. #4
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    Hast du dann etwa solche Filme wie Psycho, Vertigo oder Marnie nie gesehen? Auch solche Filme wie "Papillon", die "12 Geschworenen" oder "Der Tag an dem die Erde stillstand" nicht?

  5. #5
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    Zitat Zitat von deadlyfriend Beitrag anzeigen
    Hast du dann etwa solche Filme wie Psycho, Vertigo oder Marnie nie gesehen? Auch solche Filme wie "Papillon", die "12 Geschworenen" oder "Der Tag an dem die Erde stillstand" nicht?
    "Psycho" kenne ich als Original und als Remake... und beide fand ich ganz gut.
    Und bei "Papillon" schlafe ich immer nach einer Stunden ein...

  6. #6
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    Man, würde ich gerne mit Dir tauschen. Was ich da noch alles für unentdeckte Perlen zu sehen bekommen würde. Einige der besten Filme der Geschichte noch nie gesehen zu haben, mit dem Wissen sie mir bald ansehen zu können. Ein geradezu traumhafter Gedanke.

  7. #7
    Avatar von Willy_Wonka
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    Zitat Zitat von deadlyfriend Beitrag anzeigen
    Man, würde ich gerne mit Dir tauschen. Was ich da noch alles für unentdeckte Perlen zu sehen bekommen würde. Einige der besten Filme der Geschichte noch nie gesehen zu haben, mit dem Wissen sie mir bald ansehen zu können. Ein geradezu traumhafter Gedanke.
    Ich habe bei den Klassikern auch noch viel aufzuholen, aber die Vorstellung, dass ich irgendwann fast alle großen Klassiker kenne und mir dann nur noch die neuen Filme bleiben ist ein zu schreckliches Szenario um es sich wirklich vorzustellen.
    Doch es wird für mich noch eine lange Zeit "neue" alte Filme geben, welche ich noch nicht kenne und wenn nicht gibt es immer noch genug Geheimtipps.

    Doch zurück zum Thema:

    Im Schatten des Zweifels gehört zweifelsohne zu den großen Werken Hitchcocks, doch ich sehe ihn nicht als besten.
    Es ist immer wieder zu bestaunen, wie Hitchcock es schafft eine spannende Atmosphäre aufzubauen, mit eigentlich so wenigen Mitteln. Und die Geschichte von einer heilen Vorstadt, welche vom "Bösen" heimgesucht wird, wurde schon oft auf verschiedene Weise inszeniert. Als Beispiel wäre hier Hallween zu nennen, wobei beide Filme die Idee ganz anders auffassen, da es sich bei Carpenters Werk eher um ein Horrorfilm handelt und bei Im Schatten des Zweifels um einen sehr guten Thriller. Mich würde, aber gerne interessieren, ob die Thematik mit der heilen Vorstadt erstmals in Im Schatten des Zweifels zu sehen war, oder ob Hitchcock sich auch irgendwo anders orientiert hat.

  8. #8
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    Avatar von deadlyfriend
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    Zitat Zitat von Willy_Wonka Beitrag anzeigen
    Ich habe bei den Klassikern auch noch viel aufzuholen, aber die Vorstellung, dass ich irgendwann fast alle großen Klassiker kenne und mir dann nur noch die neuen Filme bleiben ist ein zu schreckliches Szenario um es sich wirklich vorzustellen.
    Doch es wird für mich noch eine lange Zeit "neue" alte Filme geben, welche ich noch nicht kenne und wenn nicht gibt es immer noch genug Geheimtipps.

    Ein Szenario auf das ich mich immer weiter drauf zu bewege. Dadurch ist es halt schwieriger sich mit neuen Filmen anzufreunden weil man oftmals Plagiate, Kopien oder Remakes sieht. Richtige Innovation findet man nur noch selten und dann meist in kleineren Produktionen. Die Blockbuster sind thematisch teilweise dermaßen ausgelutscht weshalb ich oftmals nicht verstehe weshalb der ein oder andere so gehypt wird. Klar, wenn man den Ursprung nicht kennt geht auch der dritte Aufguß noch als Neu durch. Gerade Hitchcock hat sich durch Schwierigkeiten nicht abhalten lassen eine Einstellung zu drehen. Wenn es wirklich schwer wurde hat er sich eben was einfallen lassen um es zu vermitteln. Heute wird halt dann einfach der PC angeschmissen weshalb ich heute die größere Kunst bei den Programmieren sehe und nicht mehr bei den Filmemachern. Eine traurige Entwicklung.

  9. #9
    Avatar von Vince
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    Aaaah, ein Hitchcock. Mein Einstieg in die Welt der Klassiker. Und heute gibts höchstens noch drei, vier oder fünf noch nicht verschollene oder nicht erreichbare Hitchcocks, die ich noch nicht gesehen habe. Der Mann hat es mich gelehrt, alte Filme schätzen zu lernen.Dabei ist Hitchcock ja im Grunde nichts anderes als der heutige Mainstream auf einem hohen Niveau, sozusagen so etwas wie ein besserer Spielberg.

    "Im Schatten des Zweifels" ist kein Film, den ich lieben würde, aber vielleicht habe ich ihn dazu auch einfach nur zu selten gesehen. Meisterhaft an ihm ist seine Latenz im Aufbau des absolut gleichmäßig ansteigenden Suspense, bis dann alles mit einem Knalleffekt platzt. Raffinierte Symbolik wie der von deadlyfriend erwähnte Zug lassen den Zuschauer das Unheil schon von Beginn an vorhersehen und die Hinweise werden mit der Zeit immer konkreter. In gewisser Weise ist der Film in formeller Hinsicht ein absolutes Meisterstück und eine von Hitchcocks souveränsten Arbeiten, aber die inhaltliche Raffinesse als Gesamtwerk fehlt ihm ein wenig und das schlägt ihn gegenüber Meisterwerken wie "Die Vögel", "Vertigo" oder "Das Fenster zum Hof" doch zurück. Eine gute 7/10 ist aber hundertprozentig drin.

  10. #10
    Avatar von Willy_Wonka
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    Zitat Zitat von Vince Beitrag anzeigen
    Aaaah, ein Hitchcock. Mein Einstieg in die Welt der Klassiker.
    Ja durch Hitchcock bin ich auch in die Welt der Klassiker eingestigen, vielleicht habe ich davor eine Handvoll Schwarzweiß Filme gesehen ala Night of the Living Dead, aber mit Hitchcock ging es erst richtig los und zwar als ich mir die große Hitchcock Collection von Universal ins Haus geholt habe. Und ich kannte bis dato nur Psycho aus der Box.

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