1. #1
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    Standard Die Fremde in dir

    Gesamtübersicht aller Kritiken zu Die Fremde in dir

    http://www.ofdb.de/images/film/131/131384.jpg

    #02 06.02.08 Travis Bickle
    Geändert von Travis Bickle (06.02.2008 um 12:21 Uhr)

  2. #2
    Gelöscht
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    Die Fremde in dir

    Regisseur Neil Jordan (Interview mit einem Vampir, The Crying Game) ist normalerweise eher ein Mann der ruhigen Zwischentöne und feinen Nuancen. Mit „Die Fremde in dir“ katapultiert er sich allerdings schnörkellos in die ausgehenden 70er- / beginnenden 80er-Jahre zurück und nimmt sein Publikum auf eine Reise mit, die geradewegs in die Rächer- und Selbstjustiz-Thriller der damaligen Zeit mündet. Als wären die letzten rund 30 Jahre Filmgeschichte mit all ihrer politischen Korrektheit niemals gewesen, schließt er nahtlos an Werke wie „Ein Mann sieht rot“ an und zitiert unter anderem auch fleißig aus Scorseses „Taxi Driver“. Perfektes Bindeglied stellt hier Jodie Foster dar, aus deren Augen mit zunehmender Dauer immer mehr eine Iris blinzelt, die augenscheinlich viel Zeit mit ihrem „Retter“ Travis Bickle verbracht zu haben scheint. Passenderweise verliert sie ihre „Unschuld“, indem sie ihre ersten Schüsse in einer fast identischen Situation abfeuert, wie einst Travis Bickle in „Taxi Driver“. Die nächste Aktion ist dann eine überdeutliche Hommage an den rotsehenden Paul Kersey. Und genau in diesem Stil geht es den restlichen Film weiter. Zuseher, die hier einen differenziert-kritischen Umgang mit dem Thema Selbstjustiz oder gar eine Verteufelung dieser Handlungsweise erwarten, werden den Film mit zunehmender Dauer immer intensiver hassen. Denn die zumindest Anfangs noch selbstkritischen und ihre Handlungen und Emotionen hinterfragenden Monologe der Protagonisten erweisen sich sehr rasch als arg dünnes Deckmäntelchen, welches diese auch rasch abstreift und auch optisch visualisiert gegen eine rauhe Lederjacke eintauscht. Wer jedoch die angesprochenen Vorbilder mochte und diese auch nicht weiter hinterfragen wollte, der sitzt hier ganz eindeutig in der ersten Reihe und wird voll auf seine Kosten kommen. Was ganz besonders für das Finale gilt, in dem Neil Jordan noch einen entschiedenen Schritt weitergeht, als es sich beispielsweise Michael Winner in „Ein Mann sieht rot“ traute. Ein Film, der die Gemüter spaltet und jenen, die mit derartigen Werken etwas anfangen können, bestens unterhält.

    7 / 10

  3. #3
    dax
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    Hier bin ich tatsächlich mal nicht so ganz Deiner Meinung Travis.

    Vielleicht bin ich auch nur durch Death Sentence zu sehr in die andere Richtung angefixt worden.
    Die Fremde in Dir ist quasie die weibliche Variante von Death Sentence.
    Für mich ein Film der Widersprüche. Ließ Death Sentence noch keine Zweifel daran ein schlichtes aber rauhes Revival der 70er und 80er Selbstjustizfilme zu sein, ist Die Fremde in Dir doch ein unentschlossener, manchmal sogar langweiliger Vertreter dieses Genres.
    Ständig diese Fragen aus dem Off: "Wieso zittern meine Hände nicht, Wieso hält mich keiner auf..."
    Hier wird versucht dem Film eine kritische Note zum Thema Selbstjustiz zu geben, welches aber am Ende durch das Verhalten des Cops völlig in Rauch aufgelöst wird.
    Waren manche Szenen auch nett inszeniert, haben die Darsteller auch gut gespielt, kann der Film bei mir einfach nicht punkten.
    Was entweder an meiner simplen Abneigung gegen Jodie Foster, oder aber am weichgespülten Rachethema des Film liegen könnte.

    5/10

  4. #4
    Gelöscht
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    Avatar von Travis Bickle
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    Zitat Zitat von dax Beitrag anzeigen
    Hier bin ich tatsächlich mal nicht so ganz Deiner Meinung Travis.
    Vielleicht bin ich auch nur durch Death Sentence zu sehr in die andere Richtung angefixt worden.
    Nachdem ich mir deine Kritikpunkte durchgelesen habe, denke ich, daß wir mit unserer Sicht der Dinge nur marginal auseinanderliegen. Wir sprechen beide sehr ähnliche Defizite an, nur das wir die jeweils anders gewichten. Mag sein, daß dies tatsächlich mit "Death Sentence" zusammenhängt. Deshalb habe ich mir "Die Fremde in dir" jetzt extra vor dem baldigen Kauf von "Death Sentence" angesehen, um diesen unbeeinflußt vom direkten Konkurrenten bewerten zu können.

    Ständig diese Fragen aus dem Off: "Wieso zittern meine Hände nicht, Wieso hält mich keiner auf..."
    Hier wird versucht dem Film eine kritische Note zum Thema Selbstjustiz zu geben, welches aber am Ende durch das Verhalten des Cops völlig in Rauch aufgelöst wird.
    Genau das meinte ich mit meinem dünnen Deckmäntelchen in meiner Kritik, das im weiteren Verlauf eben immer mehr ad absurdum geführt wird. Der Übergang von der Selbstzweifelerin zur Überzeugungstäterin wird eben mit der Lederjacke schön visualisiert, unterstrichen vom Kommentar des Cops: "Coole Lederjacke, die sie da tragen." In dem Moment war mir relativ klar, wie der Film enden wird. Und was eben die kritische Note zum Thema Selbstjustiz anbetrifft, hatte ich die bei einem Regisseur wie Neil Jordan wesentlich aufdringlicher erwartet. Was mich dann letzten Endes positiv überraschte, daß dem nicht ganz so war.

    Was entweder an meiner simplen Abneigung gegen Jodie Foster, oder aber am weichgespülten Rachethema des Film liegen könnte.
    Ja, Jodie Foster wird für mich auch immer mehr zum Problem. Meine Antipathie gegenüber ihr mußte ich mir auch erst schönreden, ehe ich den Film objektiv sehen konnte. Auch hat mir bei der Inszenierung so einiges auch nicht gefallen. War weniger das weichgespülte Rachethema, daß ich eben als nicht so weichgespült wie im Vorfeld befürchtet empfand. Es waren eher einige doch extrem konstruierte Szenarien im Umfeld der Morde und der teilweise doch etwas behäbige Handlungsverlauf zwischen den "Highlights". Das war nicht wirklich rund, weshalb meine 7 auch eine sehr knappe 7 ist. Jetzt bin ich erst einmal auf "Death Sentence" gespannt, da wir danach wohl wieder auf identischen Kurs liegen werden.

  5. #5
    Avatar von stanleydobson
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    ich vergebe 7,5/10..und das trotz jodie foster antisympathie

    mir hat der film ganz gut gefallen,ich mag filme über selbstjustiz und/oder cops die das gesetz auf eigene weise in die hand nehmen

    ich kann nicht viel über den film sagen was nicht schon genannt wurde...mir hat die einleitung zum film nicht zugesagt..klar man brauch nen grund für das alles,aber der kitsch am anfang hätte nicht sein müssen... man hätte auch direkt im krankenhaus anfangen können finde ich

  6. #6
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    Avatar von crizzo silverblue
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    Jodie Foster war mir eigentlich recht egal... die sieht sowieso in jedem Film gleich aus. Beeindruckend war aber einmal mehr Terrence Howard, der den verletzten, aber immer wachsamen Cop geradezu genial spielt. Allein wegen ihm kann man den Film empfehlen.
    Der Film ist aber an sich auch sehr fein gemacht. Ruhigere Töne wechseln sich mit derberen ab. Das passt alles sehr gut. Außerdem hat mir das Ende sehr gefallen...

    Ich würde wohl 8 von 10 Rachemorden vergeben.

  7. #7
    Avatar von Jefferson
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    hab den Film eben gesehen gehabt
    hatte eine Zeit gebraucht bis ich mich richtig mit dem Film anfreunden konnte, am Ende wurde fuer meinen Geschmack aber doch ein recht unterhaltsamer Streifen abgeliefert, nichts besonderes, aber auch nicht schlecht.
    6 1/2 von 10 wuerde ich daher sagen
    haette irgendwie spannender Erzaehlt werden koennen und die Racheakte an sich haetten durchaus mehr Haerte verdient, irgendwie ging das alles immer so schnell das sich sowas wie Schockmomente bei mir gar nicht mehr einstellen wollten nach dem alles ins Rollen bringenden aufeinandertreffen in der Unterfuehrung (oder wie man das nennen mag wo der Hund kurz durchgebrannt war). Hab schon besseres von Frau Foster gesehen...
    Antisympathien? Dachte gar nicht das diese Dame so polarisierend ist
    Gruss
    Jefferson

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