1. #1
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    Standard Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

    Gesamtübersicht aller Kritiken zu: Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

    #02 27.02.08 Willy_Wonka
    Geändert von Travis Bickle (27.02.2008 um 19:39 Uhr)

  2. #2
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    Sweeney Todd

    Johnny Depp verkörpert den teuflischen Barbier von der Fleet Street und es ist ein Genuss diesem beizuwohnen. Das neue Werk von Tim Burton könnte man als Rachefilm bezeichnen, dieses wird dem Film aber nicht gerechnet, denn die Inszenierung und der Stil des Films ist einfach famos. Sweeney Todd ist nach London zurückkehrt um sich an dem Richter Turpin zu rächen, da dieser ihn unschuldig verbannt hat. Er musste seine Frau und sein Kind verlassen, welche in die Obhut des Richters kamen.
    Wieder in der Stadt eröffnet Mr. Todd ein Barbiergeschäft über eine Fleischpastetenbäckerei, mit deren Besitzerin er zusammen arbeitet. Denn in seinem Geschäft werden nicht nur die Bärte geschnitten.

    Der Film besitzt ein sehr dunklen schwarz/grauen Stil, welchen man schon auf den Kinoplakaten erahnen konnte. Generell bleibt Tim Burton seinem leicht verrückten Stil treu, was er in diesem Film auch ein wenig parodiert.
    Außerdem ist der Film an vielen Stellen sehr brutal und hat auch einen derben Humor. Doch Tim Burton vereint diesen Stil mit einem gänzlich anderen Stil und zwar dem des Musicals. Doch sind die Inhalte der Lieder weder fröhlich noch hell, sondern dunkel und rachsüchtig. Die Lieder sind komplett auf Englisch und mit deutschen Untertitel versehen, was soweit nicht sehr schlimm ist, aber da die Lieder oft von deutschen Wortfetzen unterbrochen werden schadet es der Rhythmik und somit den Gesamteindruck. Aus diesem Grunde sollte man sich diesen Film lieber komplett auf englisch anschauen. Die Lieder sind exzellent geschrieben und auch die instrumentale Musik passt kongenial zum Film, obwohl sie nicht von Danny Elfmann stammt.

    Der Stil des Films erinnert an Corpse Bride oder Nightmare Before Chrismas, doch da es bei Sweeney Todd um einen Realfilm handelt, gibt es doch gravierende Unterschiede, denn in den beiden Stop Motion Filmen ist der sogenannte „Tim Burton“ exzessiver vorhanden.

    Doch der Film wird es schwer haben ein Publikum zu finden, denn Pauschal gesagt mögen Frauen keine exzessive Gewalt in Filmen und Männer keine Filme mit viel Gesang (Ausnahmen bestätigen die Regel) hinzu kommt noch der typische Burton Stil.
    Wer aber keine Angst hat die verschiedene Komponenten zu verbinden oder sowieso ein großer Burton Fan ist muss diesen Film sehen.

  3. #3
    SAB
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    Zitat Zitat von Willy_Wonka Beitrag anzeigen
    Doch der Film wird es schwer haben ein Publikum zu finden, denn Pauschal gesagt mögen Frauen keine exzessive Gewalt in Filmen und Männer keine Filme mit viel Gesang...

    Erstmal mein Lob für diese sehr schöne Kritik!
    In dem von mir zitierten Satz hast du auch den Nagel auf den Kopf getroffen! Genau so wird das Massenpublikum auf den Film reagieren, weshalb dem Film wohl auch kein allzu großer Erfolg beschieden sein wird! Leider!

    Ich jedenfalls freue mich sehr auf den Film und bin echt gespannt, wie Depp sich so als Sänger macht!
    Aber du schreibst es auch schon in deiner Kritik, das der Film wegen des Stimmungsbruchs zwischen Englisch/gesungen und Deutsch/gesprochen an Atmosphäre verliert! Deshalb werde ich auch auf die DVD warten!
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  4. #4
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    Avatar von Willy_Wonka
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    Zitat Zitat von SAB
    Erstmal mein Lob für diese sehr schöne Kritik!
    Danke

    Zitat Zitat von SAB
    Ich jedenfalls freue mich sehr auf den Film und bin echt gespannt, wie Depp sich so als Sänger macht!
    Nachdem ich den Film gesehen habe, las ich mir erst mal dern Bericht in der Widescreen Vision durch. Und die sagen´, dass Johnny Depp und Co. nicht singen können, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.

  5. #5
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    Avatar von Travis Bickle
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    Sehr schöne Kritik Willy, die genau meine vorab gefaßte Meinung zu dem Film bestätigt. Daher werde ich mir den Film auch nicht ansehen, denn...
    Zitat Zitat von Willy_Wonka Beitrag anzeigen
    (...) und Männer keine Filme mit viel Gesang (Ausnahmen bestätigen die Regel)
    ... ich bilde hier keineswegs die Ausnahme der Regel. Ganz im Gegenteil, bin ich bei Singspielen wahrscheinlich sogar ein Ultra-Blocker. Ich mag keine Musicals! Diese ewige Singerei verleidet mir den Filmgenuß entscheidend und über diesen persönlichen Schatten kann ich nicht springen, obwohl mich der Film vom Thema her durchaus stark interessieren würde. Das ist auch der Grund, weshalb ich mit Animationsfilmen schon in der Kindheit gebrochen habe. Anime = Disney, war in meiner Kindheit die unumstößliche Gleichung. Und die ewige Singerei war es, die eine bis heute greifende Antipathie zum Genre in mir pflanzte. Dies nur als hier ganz gut passende Antwort auf deine kürzlich an mich gestellte Frage, weshalb ich keine Animes mag.

    Deshalb nochmal besten Dank für deine Kritik. Wirklich ein Jammer, daß Burton den Film nicht auch in einer alternativen (gesprochenen!) Version veröffentlicht. Wäre doch mal ein sehr interessantes Experiment, einen derartigen Film in zwei annäherend identschen Versionen zu drehen, in denen eine gesungen und eine gesprochen wird.

  6. #6
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    Avatar von crizzo silverblue
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    Feine Kritik, Willy! Werde mir den Film auch noch reinziehen... bin sehr gespannt auf das Teil! Besonders nachdem der Streifen bei filmstarts.de (ebenso wie "There will be Blood") ganze 10/10 Punkte bekommen hat. Diese Seite trifft meinen Filmgeschmack meistens sehr präzise, bin daher optimistisch.

    Und wenn das Singen gut integriert ist und Burton sonst alles richtig macht, wovon ich einfach mal ausgehe, dann wird mir das Teil gefallen.

  7. #7
    Avatar von Despair
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    Wie hoch ist denn der Gesangsanteil ausgefallen? Wenn nicht nonstop geträllert wird, werde ich mir den Film garantiert mal ansehen.

  8. #8
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    Avatar von Willy_Wonka
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    Also wenn ich es jetzt mal schätze, würde ich sagen, dass ca. 80% im Film gesungen wird.

  9. #9
    Avatar von Despair
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    Zitat Zitat von Willy_Wonka Beitrag anzeigen
    Also wenn ich es jetzt mal schätze, würde ich sagen, dass ca. 80% im Film gesungen wird.
    Oha, das ist viel. Naja, ausgeliehen wird der Film auf jeden Fall mal. Bei Tim Burton in Verbindung mit Johnny Depp kann ich einfach nicht widerstehen.

  10. #10
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    Avatar von crizzo silverblue
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    Zitat Zitat von Willy_Wonka Beitrag anzeigen
    Also wenn ich es jetzt mal schätze, würde ich sagen, dass ca. 80% im Film gesungen wird.
    Oha, das ist wirklich fast zu viel des Guten... erinnert mich jetzt fast ein bißchen an "Nightmare before Christmas", der meines Erachtens auch unter dem Gesinge leidet. Mal sehen, nächste Woche setze ich meine Meinung dazu hier rein. Bin aber nach wie vor gespannt!

  11. #11
    Avatar von King-Of-Leon
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    Zitat Zitat von Willy_Wonka Beitrag anzeigen
    Also wenn ich es jetzt mal schätze, würde ich sagen, dass ca. 80% im Film gesungen wird.
    Und damit ist der Film dann für mich, zumindest im Kino, gestorben. Ich kann zwar durchaus mal über meinen Schatten springen und mir so ein Geträller anhören, aber bei 80% muss ich dann doch passen.
    Auf DVD kriegt er aber auf jeden Fall eine Chance, denn gespannt bin ich schon. Denke aber mal eher, dass er mir nicht zusagen wird, was wohl auch daran liegt, dass ich Burton noch nie besonders viel abgewinnen konnte, auch wenn ichs mehrmals versucht habe. Mars Attacks, Big Fish, Charlie und Ed Wood haben mir zwar durchaus gefallen, aber trotzdem fällt es mir oft schwer, mich für seinen Stil zu begeistern.

  12. #12
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    Schöne Kritik. Ich wünschte ich hätte den Film auch sehen können, aber er lief nirgendwo in meiner Nähe (dafür so Langweiler wie 10000 B.C.).

  13. #13
    Gelöscht

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    Mich hat der Gesang nicht gestört (auch nicht die deutschen Wortfetzen zwischen den Liedern). Imo ein weiterer genialer Burton-Streifen.

    10 von 10 Punkten

  14. #14
    Avatar von LivingDead
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    Den Film habe ich auch im Kino gesehen. Zum einen bin ich ein großer Fan von Burton, und zum anderen interessierte es mich ungemein, wie dieses "Grusical" nun in Natura aussehen würde.
    Auch wenn ich kein allzu großer Fan von Musicals bin, empfand ich die Gesangseinlagen - die doch mindestens 80% der Dialogszenen ausmachen - als überraschend ansehnlich. Teils merkt man natürlich, dass die Schauspieler keine ausgebildeten Sänger sind, doch trägt dieses Laienhafte ziemlich zur morbiden Stimmung bei. Vor allem die plötzlich auf den Zuschauer einschlagenden Gewaltszenen, und das meisterhafte Spiel Depps erzeugen eine wohlige Gruselatmosphäre. Insgesamt ein durchaus sehenswertes Experiment, welches es beim gemeinen Publikum aufgrund seiner Eigenwilligkeit ziemlich schwer haben wird. Und trotzdem zumindest einmal gesehen werden muss.
    8/10
    Mit freundlichem Gruß, LivingDead
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  15. #15
    Gelöscht

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    Kennt einer von euch zufällig die anderen Verfilmungen von dem Thema?
    Da scheint es auch Verfilmungen aus den 30ern zu geben.

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