1. #1
    Avatar von mrbauer
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    Standard Mann unter Feuer

    Gesamtübersicht aller Kritiken zu Mann unter Feuer:

    #2 05.04.08 mrbauer
    Geändert von FGTH1308 (06.04.2008 um 16:16 Uhr)

  2. #2
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    Avatar von mrbauer
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    Mann unter Feuer

    habe ich nun auch endlich geschafft nach langer zeit den mal komplett am stück zu schauen.
    kurz zur story: denzel washington spielt einen ehemaligen, an der flasche hängenden ex-soldaten, der den job des bodyguards bei einer sehr wohlhabenden familie in mexiko annimmt. von nun an darf er täglich die tochter zur schule kutschieren. hört sich vielleicht nicht so spektakulär an jedoch sollte man wissen dass entführungen dort an der tagesordnung sind. natürlich tauchen dann irgendwann die bösen schurken auf, die die kleine entführen wollen und dann fängt der spaß auch schon an.
    muss eingestehen dass ich nach wie vor mit solch einer kameraführung wenig anfangen kann. einfach zu sehr mtv-style! ein ruhiges händchen hätte dem kameramann sicher gut getan.
    mit denzel washington werde ich auch nicht so richtig warm. es gibt ein paar rollen (training day + he got game), in denen er mir ganz gut gefällt, aber im großen und ganzen markiert er mir meist zu sehr den klugscheißer. liegt das womöglich an seiner synchronstimme? keine ahnung! gerade in den ruhigen momenten in denen man sieht wie sich der bodyguard mit der kleinen anfreundet, ist er mir teilweise echt zu cool!
    was mir auch sehr entgegen gekommen wäre, wäre eine ausarbeitung von mickey rourkes rolle als anwalt der familie. sehe ihn nach wie vor sehr gerne.
    ein wort noch zur filmmusik. hat mich immer an gladiator erinnert! ich denke mal ihr wisst welche stellen ich meine.
    zusammenfassend komme ich zu dem urteil dass er ein ganz anständiger action-thriller mit passablen darstellern ist.

    note: 3-
    Geändert von FGTH1308 (06.04.2008 um 16:17 Uhr) Grund: ofdb Link eingefügt

  3. #3
    Avatar von Neocortex
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    Standard Man on Fire

    Als Fan von Denzel Washingtons Filmschaffen habe ich mir natürlich auch diesen Film zu Gemüte geführt - und war wirklich schockiert.
    Denzel spielt seine Rolle routiniert und glaubwürdig, auch Dakota Fanning ist perfekt besetzt (und hat wenig später in Spielbergs Krieg der Welten abermals ein großes Talent erkennen lassen).
    Dass man bei Ridley Scotts kleinem Bruder Tony mit grausigen Wackelkameras, sinnfreien Farbspielereien und abgeschmackter obercooler Schnitttechnik rechnen muss, lässt sich ja noch verkraften. Aber die Grundthese des Films ist wirklich erschreckend.
    Eingelullt in eine zutiefst emontionale Story wird hier Selbstjustiz und brutalste Folter als eine selbstvertändliche und legetimierte Form der Verbrechensbekämpfung glorifiziert. In keinem anderen Film aus der gehobeneren Actionfilm-Liga Hollywoods waren solch eindeutig faschistoide Tendenzen ein derart zentraler Bestandteil der Story.

    Sicher gibt es Filme, die grausamere Folterszenarien zeigen, nur dienen sie da weder vordergründiger Action noch einer heimlichen Befriedigung emotionalisierter Rachegelüste, sondern eher der Abschreckung und der Darstellung diktatorischer Gesellschaftsstrukturen. Abgesehen von Billigst-Action aus der untersten Schublade à la Chuck Norris und Konsorten.
    Die Frage, "Was würde ich machen, wenn meiner Tochter so etwas zustieße?" kann immer nur rethorisch und theoretisch bleiben. Natürlich habe ich Vertändnis für Eltern, denen solche Rachefantasien durch den Kopf gehen. Aber es ist ein Unterschied, ob solche Fantasien im Kopf bleiben, oder ob sie, vielleicht unterstützt und gerechtfertigt durch solche Filme, auch in die Tat umgesetzt werden.

    Gerade in Zeiten, in denen die Nation der selbsternannten Verteidiger der Demokratie und Heilsbringer für die Welt durch weltweite Menschenrechtsverletzungen und schlimmste Folter eben jene Demokratie und Menschenrechte ad absurdum führen und sie mit Füßen treten, sind solche Filme doppelt gefährlich. Durch den emotionalen Perfektionismus der Hollywood-Maschinerie ist die Gefahr in der Tat sehr groß, dass man als Zuschauer genau diesen ganz gezielt inszenierten Emotionen erliegt und dabei die Sensibiltät dafür verliert, was eine "zivilisierte" Gesellschaft von einer "un-zivilisierten" unterscheidet.

    Was Bilder und Filme für eine Macht haben, gesellschaftliche Umstände zu rechtfertigen oder auch in Ansätzen zu erzeugen, wissen wir spätestens seit Leni Riefenstahl. Und an der Macht der Bilder hat sich wenig geändert - gerade weil sie immer perfekter werden.
    Bleibt nur die Hoffnung, dass das Gros der Zuschauer in der Lage ist, zwischen Realität und Film eine wichtige und erkennbare Grenze zu ziehen. Gerade und vor allem bei Filmen wie diesem.
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  4. #4
    Gelöscht

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    Also ich fand den Film sehr gut. Auch der einzige neuere Tony-Scott-Film, den ich mir angeschaut habe, die anderen haben mich aufgrund dieser Reizüberflutung nicht interessiert.

    8 von 10 Punkten

  5. #5
    Gelöscht
    Avatar von kelte
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    Tony Scott hat die Gabe Actioner Filme mit seinem Stil kaputt zu machen. Man on Fire wie auch Domino sind im Grunde astreine Actioner,- die man sich aber nicht oft angucken kann ohne irre zu werden in den Augen.
    Man on Fire hat aber noch damit zu kämpfen, das die Vorgeschichte nen Tick zu sehr in die Länge gezogen wird. Dafür wird man nach einer Stunde mit guten Szenen entschädigt...wenn nur die Kamera nicht wäre
    6/10

  6. #6
    Gelöscht

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    Warum hat der imo härtere Film eigentlich eine Freigabe ab 16 bekommen während man bei The Punisher die Version mit dem Schriftzug "SPIO JK geprüft" suchen muss?

  7. #7
    Avatar von deadlyfriend
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    Obwohl ich Actionfilme nicht sonderlich mag habe ich mir "Man on Fire" angeschaut. Für mich zählt er zum besten der letzten Jahre. Warum? Die Action steht nicht im Vordergrund sondern die emotionale Welt von Denzel Washington. Und die ist der Hammer und wird von ihm perfekt verkörpert. Der Aufbau war keineswegs zu lange sondern genau richtig. Tony Scotts Wackelkamera war diesmal erträglich und nur aufgrund derer gibt es einen halben Punkt Abzug.
    Ansonsten gefiel mir das der Film weitab vom üblichen Hollywood-Dunstkreis lief und keine 08/15 Heldenstory bot. Gerade das Thema Selbstjustiz wird in der Traumfabrik gegen Ende gerne beschönigt (Falling Down). In "Man on Fire" nicht. Der Film bleibt dreckig und will keinen Hochglanz!
    Ein fast perfekter Film über den man hinterher wenigstens nachdenken kann.

    @Neocortex:

    Kannst du mir bitte kurz erklären wo du faschistoide Tendenzen ausgemacht hast?

  8. #8
    dax
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    Avatar von dax
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    Wieder einer dieser Filme an die ich mich bei bestem Willen kaum erinnern kann.
    Hängengeblieben ist bei mir nur die nervige Wackelkamera, allerdings ohne irgendwelche Szenen dazu.
    Nichts, aber auch wirklich nichts von diesem Film hat sich in meinem Gedächtnis festgesetzt.
    Wahrscheinlich ein Grund, warum ich mir diesen Film auch nicht gekauft habe.

  9. #9
    Avatar von Willy_Wonka
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    Ich schließe mich deadlyfriend an, denn als ich ihn damals sah, wurde mir bewusst, dass es kein reiner Action Film ist. Und dieses raue Vorgehen wurde sehr gut unterstützt von den Wackelkameras. Auch wenn ich eine ruhige Kameraführung weiterhin vorziehe, wirken manche Filme mit Wackelkamera einfach besser. Doch bei vielen ist dieses Gewackel auch nonsens.

    Tony Scott untermauert mit diesem Film weitherin sein eigenwillige Optik, welche hier auch ins Geschehen reinpasste. Trotzdem muss ich mir den Film mal wieder ansehen, da es doch schon ein Zeitchen her ist und an viele Stellen erinnere ich mich nicht mehr.

    Edit:
    Vielleicht sollte man den Threadtitel umbennen in Mann unter Feuer, da er damals auch unter diesen Titel in den Kinos anlief.

  10. #10
    Avatar von FGTH1308
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    Zitat Zitat von Willy_Wonka Beitrag anzeigen
    Edit:
    Vielleicht sollte man den Threadtitel umbennen in Mann unter Feuer, da er damals auch unter diesen Titel in den Kinos anlief.
    Nicht nur vielleicht, sondern sogar auf jeden Fall. Ich habe den Thread umbenannt in Mann unter Feuer, den so ist er auch bei der ofdb eingetragen. Deswegen die Änderung, sonst kriege ich nachher noch mecker mit den Taxifahrer.

    Den Film selber fand ich ganz gut, soweit ich mich erinnern kann. Zwar kein Meisterwerk, aber ein guter solider Film.

  11. #11
    Avatar von Neocortex
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    Zitat Zitat von deadlyfriend Beitrag anzeigen
    @Neocortex:

    Kannst du mir bitte kurz erklären wo du faschistoide Tendenzen ausgemacht hast?
    Hab ich doch ausführlich geschrieben: Das Rechtfertigen von Selbstjustiz und Folter ist dem dem Wesen und der Idiologie nach faschistoid und reaktionär. Der Film unternimmt noch nicht einmal den Versuch, kritische Untertöne über das Handeln des Protagonisten aufkommen zu lassen, wie es zum Beispiel in Neil Jordans "Die Fremde in Dir" zumindest in Ansätzen der Fall war.
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  12. #12
    Avatar von deadlyfriend
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    Zitat Zitat von Neocortex Beitrag anzeigen
    Hab ich doch ausführlich geschrieben: Das Rechtfertigen von Selbstjustiz und Folter ist dem dem Wesen und der Idiologie nach faschistoid und reaktionär. Der Film unternimmt noch nicht einmal den Versuch, kritische Untertöne über das Handeln des Protagonisten aufkommen zu lassen, wie es zum Beispiel in Neil Jordans "Die Fremde in Dir" zumindest in Ansätzen der Fall war.

    Das ist doch gerade das Gute an dem Film das man nicht wieder auf weich gespülte Moralapelle ausufert, sondern konsequent seinen Weg weitergeht. Jeder kritische Unterton hätte einfach nur gestört. Da durfte einfach kein erhobener Zeigefinger rein. Das macht den Film so brillant!

    Ich sehe da keine faschistoiden Tendenzen. Die Rechtfertigung von Selbstjustiz und Folter findet nicht unbedingt im Faschismus seinen Ursprung sondern mehrere tausend Jahre zuvor.

  13. #13
    Avatar von Neocortex
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    Zitat Zitat von deadlyfriend Beitrag anzeigen
    Das ist doch gerade das Gute an dem Film das man nicht wieder auf weich gespülte Moralapelle ausufert, sondern konsequent seinen Weg weitergeht. Jeder kritische Unterton hätte einfach nur gestört. Da durfte einfach kein erhobener Zeigefinger rein. Das macht den Film so brillant!
    Auch ich verabscheue Political Correctness zutiefst, aber wenn es um die Glorifizierung und Vermittlung von menschverachtenden Methoden geht, da hört der Spass bei mir ganz sicher auf. Folter darf niemals Mittel zum Zweck sein und sollte niemals vordergründiger Unterhaltung dienen. Genau das führt zu der von mir beschriebenen Abstumpfung.

    Zitat Zitat von deadlyfriend Beitrag anzeigen
    Ich sehe da keine faschistoiden Tendenzen. Die Rechtfertigung von Selbstjustiz und Folter findet nicht unbedingt im Faschismus seinen Ursprung sondern mehrere tausend Jahre zuvor.
    Ja nun, Faschismus gibt es ja auch nicht erst seit 1933 (bzw. seit 1922 in Italien). Das Wort ist vielleicht neuzeitlich, sicher nicht die Methoden.
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  14. #14
    Avatar von Despair
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    Zitat Zitat von Neocortex Beitrag anzeigen
    Auch ich verabscheue Political Correctness zutiefst, aber wenn es um die Glorifizierung und Vermittlung von menschverachtenden Methoden geht, da hört der Spass bei mir ganz sicher auf. Folter darf niemals Mittel zum Zweck sein und sollte niemals vordergründiger Unterhaltung dienen. Genau das führt zu der von mir beschriebenen Abstumpfung.
    Sehe ich genauso. Und der Film hat einige Szenen, die hart an der Grenze sind.

    Was mich noch stört, ist das unglaublich pathetische und kitschige Finale. Das war für mich Hollywood at its worst...

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