Filmreview - The Expendables

Benito

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Titel: The Expendables

Genre: Action
Land, Jahr: USA, 2010
Freigabe: FSK 18
Regie: Sylvester Stallone
Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Billy Couture, Eric Roberts, Steve Austin, Gary Daniels, Terry Crews, Mickey Rourke, Charisma Carpenter,


Vorspann

Da ist er also endlich - der Film, auf denen alle Fans des gepflegten 80er-Jahre-Actionkinos gewartet haben. Bei dem Cast bekommen alle feuchte Augen, die wehmütig an "Predator", "Phantom Kommando", "Rambo", "Braddock" und Co. zurückdenken. Kann der Film diese Erwartungen überhaupt erfüllen?

Einführung - Die Story

Fangen wir mal mit der Geschichte an. Ja, die gibt es wirklich, ist aber völlig sinnfrei und nur dazu da Actionszenen und Oneliner aneinander zu reihen. Die Söldnertruppe um Barney Ross (Stallone) bekommt vom mysteriösen Church (Bruce Willis) den Auftrag, in einer fiktiven Bananenrepublik namens Vilena einen skrupellosen Diktator samt einen übergelaufenen CIA-Agenten (Julia Roberts Bruder Eric) zu Fall zu bringen. Das ist alles. Wirklich? Ja! Und das reicht auch, denn in den 80ern reichte sowas ebenfalls schon.

Hauptteil - Meine Meinung

Was nun folgt sind Muskeln, dumme Sprüche und bloß keine zwischenmenschlichen Beziehungen, schon gar nicht mit dem schwachen Geschlecht. Das gehört sich einfach nicht. Frauen sind überbewertet im Testestoronkino. Und wenn man doch mal eine parat hat, ist die blond, trägt Hotpants, hat einen Namen, den man eh nicht behält und ist generell nur zum Bier holen gut. Alles wie früher, also.

Die Charaktere des Films sind eigentlich gar keine Rollen, sondern lediglich eine Art Best-of eines jeden Darstellers. Stallone ist ein bisschen Rambo, Statham eine Kopie von Chev Chelios und Frank Martin, Dolph Lundgren ein UniSol und Jet Li der typische Kung-Fu-Zappelphillip. Dazu nimmt sich keiner ernst und jeder macht sich über sich selbst lustig. Bestes Beispiel: Jet Li's Charakter Yin Yang (!) beschwert sich darüber, dass er in der Gruppe die meiste Arbeit hätte, weil er ja der Kleinste sei. Fünf Minuten später darf Dolph nochmal genau in dieselbe Kerbe hauen.

Apropos hauen: Ich habe lange nicht mehr so ein Actionfeuerwerk gesehen. Es wird geschossen, (erfreulicherweise sehr viel) geprügelt und gebombt, bis die Schwarte kracht. Das alles - wie von Sly versprochen - handgemacht. Allerdings muss sich wohl auch ein Stallone den aktuellen Regeln des Actionsfilms unterwerfen, denn ganz ohne CGI kommt der Film nicht aus. Und das sieht man dann nahezu in jeder Szene. Die Qualität reicht von gut (zusätzliche Bluteffekte) bis schlecht (brennende Menschen, besonders zum Ende hin... (wollte nicht spoilern!)).
Hinzu kommt, dass auch "The Expendables" unheimlich viele schnelle Schnitte und verwackelte Nahaufnahmen bietet, was eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre. Wenn Austin gegen Stallone fightet oder Li gegen Lundgren, dann weiß man, dass die es drauf haben und man das eigentlich nicht vertuschen muss. Dass es auch anders geht, beweist zum Beispiel die Direct-To-DVD-Produktion "The Marine 2".

Euch fällt vielleicht auf, dass ich oben im Cast nicht explizit Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger aufgeführt habe. Nun ja, tauchen die Namen auf dem deutschen Kinoposter noch sehr groß auf, sind ihre Rollen im fertigen Film nicht mehr als Cameos - aber was für welche. Wenn sich Sly, Arnie und Bruce in der Kirche treffen zur Auftragsvergabe, ist das einfach nur saulustig. Sly und Arnie dissen sich mit jedem Satz (es gibt reale und fiktive Anspielungen) und Willis schaut amüsiert zu. Herrlich. Die Szene - die übrigens nachgedreht wurde - hätte gerne noch fünf Minuten länger gehen dürfen.

Was die Gewalt angeht, so erreicht der Film nicht ganz "John Rambo"-Niveau, was aber a) auch nur schwer zu toppen ist und b) auch nicht sein muss. Der Film geizt nicht mit roter Farbe und ist wohl knapp über den "Crank"-Filmen anzusiedeln. Die kJ-Freigabe ist somit absolut berechtigt. Im Gegensatz zu Stallones Birma-Einsatz ist der Film auch absolut nicht ernstzunehmen. Wenn Terry Crews mit seinem "Baby", der AA-12, durch die Ruinen rennt, gibt's kein Halten mehr vor Lachen. Ähnliches gilt schon zu Beginn bei einem "Warnschuss".

Abspann - Fazit

Der Film hat mich trotz immenser Erwartungen die volle Spielzeit über blendend unterhalten. Es gab viel zu lachen und viel zu sehen. Der Film ist eine fast perfekte Hommage (CGI und Schnitte ziehen's ein wenig runter) an das Männerkino der 80er. Bei den bisherigen Einspielergebnissen und durchweg posiviten Kritiken würde es mich wundern, wenn nicht schon an einer Fortsetzung geschrieben wird. Vielleicht mit den Herren Seagal, van Damme und Norris aus der alten Ära und aus der Neuzeit John Cena, Ted DiBiase, Dwayne "The Rock" Johnson und Bill Goldberg. Somit bleibt festzuhalten: Großes Actionkino, das man sich tatsächlich auch im Kino geben sollte. 8/10
 
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