La-La-La Lasst euch nicht verarschen !

Goemon

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Nehmen wir mal an, EA entwickelt ein neues FIFA. Mit flüssigerem Spielablauf, besserer Ballphysik und vor allem flüssigerem Spielablauf. Stellen wir uns weiter vor, das Management würde die Programmierer hierzu bei Wasser und Brot in ein Computerkabinett der neunziger Jahre stecken, damit die Arbeit motivierter abläuft. Nach drei Monaten wäre FIFA 10 fertig und der geneigte Zocker zufrieden. Das Experiment würde, da erfolgreich erprobt, von Konami übernommen und folgerichtig auf ProEvoSoccer angewandt.

Jedoch stellte sich schnell heraus, dass das Programmier-Modell sehr Störanfällig ist, denn im zweiten Experimentjahr steckten sich die Entwickler gegenseitig mit Grippe, Malaria, Keuchhusten, Syphilis, Mumps und Masern an, was zu einer stark reduzierten Anzahl von Neuerungen gegenüber der Vorjahresversion führte. Da diese Neuerungsarmut gleichzeitig FIFA 2011 und PES 2011 beträfe, gingen dennoch reichlich Exemplare beider Titel über die Ladentheke. EA und Konami könnten das Projekt daher beliebig fortsetzen, schließlich sind die Produktionskosten wesentlich stärker verringert als die Käuferanzahl, wodurch die Gewinnspanne wiederum erhöht wäre. Und Konkurrenz gibt es eh nicht zu befürchten.

Schweinerei
Ähnliches geschieht seit über vierzig Jahren auf dem Gebiet der Nahrungsmittel. Bauernverbände und Großagrargenossenschaften "produzieren" jedes Jahr Millionen von Schweinen auf viel zu geringem Raum, wodurch Seuchen gefördert werden und regelmäßig ganze "Produktionslinien" ausfallen. Das Resultat besteht aus Millionen Tonnen Fleisch aus Notschlachtungen, die von der EU aufgekauft und vernichtet werden. Da die Agro-Unternehmen auf jeden Fall profitieren, werden sie von dieser Methode natürlich nicht absehen, was in einer stagnierenden Qualität des "Produkts" und sich auftürmenden Kosten im EU-Agrarministerium resultiert. Der Kunde bekommt, da das Angebot durch Notschlachtungen bei gleich bleibender Nachfrage verknappt wird, einen höheren Preis für die konstante Menge und Qualität aufgebrummt, was er aus naivem Trotz heraus sogar bezahlt. Jeder Realschüler ab der neunten Klasse kann sich problemlos ausrechnen, dass es keinerlei Anreiz gibt, dieses System zu regulieren. Denn auch wenn FIFA 2013 stinkt wie Gammelfleisch aus den Neunzigern, sind uns doch ein paar Neuerungen lieber als das Schwein vom letzten Jahr.

Der clevere Vorteil unserer Agrar-Unternehmer ist indes, dass man ihnen nicht nur das minderwertige Ergebnis für einen erhöhten Preis abkauft, sondern auch Verluste die durch nicht erbrachten Nachbesserungen entstehen durch die EU übernommen werden. Ob die Schweine nun an den Verbraucher oder die Dachorganisation verkauft werden, der finanzielle Gewinn für den Unternehmer wird jedes Jahr größer. Im Schweinepest-Jahr 1997 steigerten die Schweine-Industriellen ihren Gewinn um 15%, im großen BSE-Jahr 2001 sogar um 17,7%. Totalausfall oder nicht, die Fleischfabrikanten gewinnen immer.

Lasst euch nicht verarschen
Wer Fleisch vom Großhändler erwirbt, macht sich selbst zum Deppen, denn die industriell provozierten Massentötungen bezahlt die EU aus dem Agrar-Topf und den füllt bekanntlich der Steuerzahler. Der scheinbare Preisnachlass wird über europarlamentarische Umwege teuer erkauft, das Plus landet daher immer beim Produzenten. Der Käufer bekommt lediglich eine Steuererhöhung aufgebrummt, weil die Staatskasse wieder einmal nicht ausgeglichen ist.
Auf das zuerst genannte Beispiel angewandt erhielten EA und Konami stetig steigende Einkünfte für stetig minderwertige Fußballspiele. Aber Halt! Spieleentwickler bekommen gar keine EU-Beihilfen, da sie in unserer Gesellschaft weniger Anerkennung erfahren als Tierquäler und Lebensmittel-Vergifter. Noch so ein Faktum über das man sich beinahe aufregen könnte.

Wenn die Spieleindustrie mit ähnlich riskanten bis verbrecherischen Machenschaften paktieren würde wie ihre Kollegen aus der Nahrungsmittel-Branche, würden wir nicht nur ständig Zweiter-Weltkriegs-Shooter spielen, wir bekämen wohl auch ausschließlich Normandie vorgesetzt. Ein wöchentlicher kostenpflichtiger Patch für Call of Duty.

Wir haben uns am vergangenen Wochenende Gedanken über die Nahrungsmittelversorgung der Welt gesorgt und um Kriterien für eine bessere, gerechtere Weltorganisation. Na gut, ich habe mich gesorgt und ihr habt hoffentlich mitgelesen. Die beiden Hauptprobleme heißen "handlungsunfähige Regierung" und "passiver Konsument". Als Wähler und Konsument habt ihr beide Übel in der Hand und jeder kann seinen Beitrag leisten, um die sozialpolitische Situation zu retten.
 

JeanPS

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Ich wusste von dem prob ja gar net....

Dass EA & konami zu solchen mitteln greifen... ^^

mal im ernst: in welchen ländern wird eig. so skrupellos produziert?
@G.Benn: das war voll daneben.......
 
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Goemon

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auch EA und Konami werden irgendwann merken, wie man Gelder sinnlos einspart. Das EU-Landwirtschaftskonzept stinkt jedenfalls an jeder Ecke. Man kann kein Stück Käse kaufen ohne den EU-Prollos ein paar Cent zu opfern.

@ Onkel Benn: Der Titel ist eine Homage an den MediaMarkt-Werbegott Olli Pocher. Den älteren Lesern dürfte er vielleicht noch bekannt sein. Mit dem Tee haste allerdings recht.
 
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Goemon

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schließlich kostet alles Geld und wenn man eine halbe Milliarde für Geld-schaufelnde Agrarökonomen ausgiebt, bleibt nicht viel für die Bedürftigen übrig.
 
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