Vergiftet und unheilbar? Blick auf toxische Gaming-Communitys

motzerator

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Ich bin eigentlich ein klassischer Singleplayer Spieler, der sich aber seit etwa 500 Stunden in Fallout 76 vergnügt. Die Community dort hat ja den Ruf, nicht so toxisch zu sein und das kann ich auch bestätigen. Aber ein paar Ausnahmen gibt es natürlich auch dort...

Im Gegensatz zum Artikel bin ich aber durchaus der Meinung, das ein Spiel sehr wohl ganz entscheidend daran beteiligt ist, wie sich die eigene Community verhält. Fallout 76 macht hier einfach einiges richtig, aber noch lange nicht alles.

Grundsätzlich sind die meisten Spielelemente dort so ausgelegt, das man den Mitspieler eher als nützliche Hilfe empfindet, etwa weil man alle vom eigenen Team gekillten Gegner looten kann und auch für die Kills der anderen anteilig Erfahrungspunkte bekommt, so das man diese mit wenigen Ausnahmen kaum als Konkurrenz wahrnimmt.

Darüber hinaus ist PvP im Spiel nur mit gegenseitigem Einvernehmen möglich, mal abgesehen von den Werkstätten, die einem andere Spieler wegnehmen können und die man dann nur mit PvP verteidigen kann. Das könnte genauso wie der Pazifistenmodus noch verbessert werden: Die Spieler sollten die Möglichkeit haben, PvP per Einstellung grundsätzlich komplett zu vermeiden, was dann dazu führen würde, das auch noch die letzten paar Nervensägen das Game verlassen würden, weil sie niemanden mehr ärgern können.

In Fallout 76 merkt man aber auch sehr gut die Folgen der im Artikel beschrieben Verpetz und Reportkultur: Die meisten Spieler haben ihr Mikrofon komplett abgeschaltet. Ich mache das auch präventiv so, schon in den Einstellungen der PS4, weil ich als Singleplayer Gamer durchaus gewohnt bin, auch mal meinen Frust im Spiel mit vielen Kraftausdrücken zu äußern und dafür im Multiplayer Spiel nicht meinen Account riskieren will.

Das ist aber auch ärgerlich, weil man zugleich gerne mal dem einen oder anderen Spieler etwas mitteilen würde, was aber eben nicht so schnell möglich ist, weil man erst ins Systemmenü der PS4 gehen und dort das Micro aktivieren müsste.

Die Kommunikation beschränkt sich aufgrund dieser freiwilligen Selbstkontrolle vieler Gamer auf die Emoticons, mit denen man aber taktische Fragen kaum klären kann. Ich kann zwar einem Spieler, der ein Event zu früh gestartet hat den Daumen runter zeigen, ihm aber nicht schnell dazu sagen, das er dadurch verhindert hat, das sich genug Spieler für das Event eingefunden haben, was danach auch recht schnell gescheitert war, weil die Verstärkungen letztendlich zu spät kamen.

Hier fehlt wiederum eine bequem zu nutzende Technik, etwa einen "Push to talk" Button am Controller mit Kontrolllampe, mit dem man das Mikro schnell ein- und ausschalten kann und auch jederzeit sieht, ob man "on Air" ist.

Die Folge währen sinnvolle Kommunikation im Spiel und nicht das große Schweigen einerseits und das Geschmatze oder Familiengeräusche oder nervige Musik andererseits bei den Kandidaten, die ihr Mikro dauerhaft an haben.

Ich bin grundsätzlich der Ansicht, das man schon durch die Gestaltung des Spiels und der Funktionen dafür sorgen kann, das sich Trolle nicht so wohl fühlen und toxischer Verhalten die Ausnahme bleibt. Was in Fallout 76 schon recht gut funktioniert, weil man Nervensägen zumindest für eine Session stummschalten oder blockieren kann. Es wäre schön, wenn man das auch dauerhaft oder für 30 Tage machen könnte.
 
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