Wow, was geht hier ab. Ich hab kein Bock, mir das alles durchzulesen, aber zumindest die Reaktionen auf meine letzte Aktivität werde ich mal kommentieren
naaaaja, das erklärt das ganze eigentlich ebenfalls höchst unzureichend. der drang nach der totalen vernichtung kam vielmehr daher, dass die juden mit den eher abstrakten sphären des kapitalismus in verbindung gebracht wurden, weshalb sie allen übels als sündenbock dienten. und das war auch keine erfindung hitlers, sondern ebenfalls teil der deutschen ideologie. dazu siehe hier:
Zum Gegenstand antideutscher Kritik. Oder: Was ist deutsch? (Teil 1) bonjour tristesse
und (fortsetzung) hier:
Zum Gegenstand antideutscher Kritik. Oder: Was ist deutsch? (Teil 2) bonjour tristesse
Hui, neue Links, thx. Wenn ich Zeit hab, lese ich sie mir durch. Diese Vater-Mutter-Geschichte bezog sich ja mehr auf den Größenwahn Hitlers. Ist sozusagen eine psychologische Sache. Und dass Juden das Feindbild der Deutschen waren, hab ich ja nicht bestritten. Mir ging es nur darum, das Argument oder die Wirkung des Arguments Hitler hätte quasi entschieden, die Juden wären böse, falsch ist. Nicht Hitler hat dies entschieden, überhaupt hatte er nichts entschieden, das war ein gesellschaftliches Ding. Durch den Größenwahn hat sich die Geschichte in Hitler nur hochgesteigert. Aber naja, ich lieg vllt. falsch.
Hierzu möchte ich auch noch gerne etwas sagen. Balthi hat mir per PN geschrieben, dass eine moderne Gesellschaft (Stichwort Demokratie) einzig und alleine auf rationalen Denkansätzen basieren kann. Dies hatte er auf meine Aussage zu emotionalen Reaktionen bezogen.
Ich denke, dass diese Meinung schwer zu kritisieren ist. Denn eine Demokratie kann keinesfalls lediglich auf Basis rationallem Handelns aufgebaut werden. (wenn auch so in etwa unsere Judikative verfährt - was meiner Meinung nach jedoch ebenfalls falsch ist.) Wäre es so, würde unsere Gesellschaft schon sehr bald mit einer Demokratie nichts mehr gemeinsam haben. Das kommende Bsp erscheint im ersten Augenblick vielleicht anfangs bizarr, ist aber garnicht so wei hergenommen. Und zwar denke ich jetzt an diverse Zukunftsszenarios aus einigen Animes, in denen abstrakte Gesellschaftsformen vorherschen. Wenn die Emotionen zugunsten der rat. Handlungsweise in vollem Umfang weichen müssen, dann geht es letztendlich nur noch um das Überleben der Rasse und der Aufrechterhaltung der Ordnung (Stichwort Führungsideologie) und der bestehenden Wirtschaft auf Kosten der Menschlichkeit.
Zusammengefasst: Ich hab dir in dem Moment natürlich etwas ohne entsprechenden Zusammenhang gesagt. Um es vielleicht noch mal zu erklären:
Es gibt drei Kommunikations/Lebenswelten: Die rationale Wissenschaft (hier geht es um Wahrheiten), die soziale Gesellschaft (hier geht es um Richtigkeit) und die subjektive Persönlichkeit (Meinung). So sieht die Gesellschaft aus. Beim Rationalen fallen die Wissenschaften unter. Alles, was die Wissenschaft ausgibt, ist wahr. Also ist es klar: Die Rationalität hat in Diskussionen quasi dogmatischen Charakter. Das hat aber noch nichts zu heißen. Da kommen wir zum nächsten Punkt: Der Sozialen Gesellschaft. Diese manifestiert sich in Normen, Moral und Ethik. Innerhalb von Diskussionen wird geklärt, was moralisch richtig ist. Und ja: Indem man den Rückschritt zur Rationalität wagt, kann man zu einem Konsens kommen. Vorraussetzung ist, dass der Diskurs eben herrschaftsfrei abläuft und Argumente wirklich gegen Argumente ausdiskutiert werden (das Objekt der Diskussion ist zentral). Und so weiter. Also es müssen verschiedene intersubjektive Voraussetzungen geschaffen werden, dann klappt das auch.
Da Wissenschaft dogmatischen Charakter hat und der Konsens der Gesellschaft nun mal wichtig ist, da der Mensch nunmal von anderen Menschen abhängig ist, man also sie braucht, sind Normen ebenso wichtig. Am Ende kommt dann die subjektive Ansicht (vertreten durch die Kunst), die man keinem absprechen kann.
Diese subjektiven Ansichten treten bei einem gesellschaftlichen System wie der Demokratie eher in den Hintergrund, viel wichtiger sind hier Normen und rationale Geschichten^^
[So, und diesen ganzen Frumms merkt sich mal die d.night, damit ich das im anderen Thread nicht nochmal schreiben muss – baut nämlich darauf auf, was ich da sage.]
Die Normen werden heute durch die Justiz vertreten. Diese entscheidet nach gesellschaftlicher Moral – wie auch die Gesetzgebung eher moralisch denn rational ist (rein rational gesehen ist ein Mord beispielsweise gar nicht böse^^ ^^). Das, was du hier also als Emotion darlegst, ist nicht etwa Emotion (eher ein Instinkt), sondern Moral und Ethik.
Emotionen sind subjektive Eigenschaften. Die spielen in den ersten Lebenswelten kaum eine Rolle, da Emotionen wie gesagt subjektiv, also für das Subjekt wichtig sind, nicht für die Mehrheit. Da jeder Mensch individuell geschaffen ist, ist es quasi unmöglich, eine Gesellschaft aufzubauen, die auf jede Emotion Rücksicht nimmt. Da kann jeder tun, was er will. Nein, die Gesellschaft muss durch Wahrheit und Richtigkeit geformt werden, der Rest bleibt dem Subjekt überlassen.
So, hoffe das war jetzt irgendwie verständlich. xD
Mein Gott, macht doch einen "Ist der Mensch ein Viech" Thread auf.^^
Biologisch ist er eins. philosophisch, soziologisch oder was weiß ich noch ist der Mensch Mensch...
Ja, hab auch schon überlegt.^^
Ja anders verstehen sies ja net.^^
Anscheinend verstehst du nicht, dass wir immer noch diskutieren und nicht dogmatisch sind. Wenn die Argumente denn richtig sind, würden wir uns auch dem beugen. Das ist zumindest mein Hintergedanke und ich dachte, dies sei jetzt auch mit meinen Fazit-Posts endlich zu jedem durchgedrungen. Im Prinzip ist das nichts anderes, was ich mit dem Konsens und dem moralischen Diskurs beschrieben hab.
btw, warum postest du eig einfach so hier?! Ich frag so frech, weil ich es irgendwo auch frech finde. xDDD