Wobei Lost ja angeblich auch durchgeplant wurde. Das ist aber generell ein Problem von Mysteryserien - gibt es keine Antworten auf die Fragen, dann sind die Zuschauer enttäuscht. Gibt es Antworten aber eben nicht die, die sich die Zuschauer wünschen, dann sind diese ebenfalls enttäuscht.
Lost fand ich eigentlich durchweg gelungen, nur das Ende wirkte aufgesetzt und die Erzählweise der letzten Staffel passte irgendwie nicht.
Grundsätzlich sage ich bei Serien immer: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Das heißt: Gute Serien unterhalten, selbst wenn am Ende die Auflösung enttäuscht. Der Weg zum Ziel ist genauso wichtig wie das Ziel selbst. Schlechte Serien fallen im Laufe ihres Daseins qualitativ stark ab und werden trotzdem zu Tode gemolken. 24 ist für mich so ein Paradebeispiel: Die ersten drei Staffeln waren absolut top und extrem spannend, dann kam die schwache 4. Staffel und noch eine einigermaßen unterhaltsame 5. Staffel. Die späteren Staffeln machten Jack Bauer dann zu einer Karikatur. Ich konnte die Serie zum Ende einfach nicht mehr ernst nehmen. Unterm Strich ist 24 unterhaltsamer Trash aber eben nicht mehr. Dexter ist aktuell ebenfalls auf dem besten Weg dahin. Die Autoren scheinen ihre Zuschauer für dämlich zu halten. Die Logiklöcher und Fehler sind wie ein Schlag in die Kauleiste und trotzdem wird das Elend bis in die 8 Staffel am Leben gehalten. Nur wegen toller Quoten.
Die Weeds-Macherin wollte ihre Serie schon nach der 5. Staffel beenden, der Sender bestellte jedoch immer mehr. Die Kreativen der Serie haben dann halt die Wahl: Entweder sie ziehen mit der Entscheidung des Senders mit oder sie werden ersetzt.
Nur wenigen Serien ist es vergönnt, unter den Bedingungen ihrer Schöpfer zu enden. Six Feet Under, Lost, Buffy, The OC, Battlestar Galactica wurden im Einverständnis zwischen Cast/Crew der Serie und des jeweiligen Senders beendet. Aktuellstes Beispiel: Breaking Bad wird weltweit immer mehr zum Hit, die aktuelle Staffel hat die besten Quoten und dennoch endet die Serie nach dieser Season. Weil es, wenn auch sehr selten, immer noch ein paar Senderbosse gibt, welche kreative Entscheidungen verteidigen.
Serien die vom Sender einfach abgesäbelt wurden: Ghost Whisperer, Angel, Dark Angel und tausende andere...
(Das kann gut oder schlecht sein. Angel hatte ein super Ende, andere Serien wie das letzte Stargate haben gar keins.)
Nach meinem persönlichen Empfinden sind 5 Staffeln genug, manchmal auch 6 oder 7 - wenn es kurze Staffeln sind.
Zur Eingangsfrage:
Alternative zu 24: Claire Danes ist hier diejenige die gegen Terroristen ermittelt.
http://www.youtube.com/watch?v=q4-KYAWPKzY
Krimi/Tatortserien und Krankenhausdramen gibt es wie Sand am Meer. Schon mal in der Vergangenheit geschaut? emergency room ist für mich immer noch das absolute Nonplusultra unter den Medical Dramas. Großartige Serie - zumindest bis zum nahezu kompletten Darstellerwechsel (Ende Staffel 8). Die Serie hat 15 Staffeln also gehen die Folgen da nicht so schnell aus.
Bzgl. Scrubs: Zwar nicht Krankenhaus aber von der Comedy sehr ähnlich: Ally McBeal. Sehr verrückte Anwaltsserie.
BTW: Immer dann wenn Kinofilme versprochen werden, dann sollte man davon ausgehen, dass diese nie ins Kino kommen. Mir fallen spontan nur zwei Serien ein, die das in jüngerer Vergangenheit geschafft haben: Sex and the City und Firefly mit Serenity. Viele andere Serien sollten im Kino fortgesetzt werden, darunter auch Entourage und Veronica Mars. Wird meist nichts weil die Darsteller andere Verpflichtungen haben. Bereits seit 2005 gibt es Gerüchte über einen 24-Film, der - wenn er kommen würde - ohnehin das Echtzeitkonzept über Bord werfen würde. Als guten Echtzeit-Film würde ich Nick of Time (Gegen die Zeit) mit Johnny Depp empfehlen.