Ja. Weil wirklich jeder die Spiele bei funktionierenden Kopierschutzmechanismen auch kaufen würde. Die Zahle der illegalen Downloads ist nicht gleichzusetzen mit der Anzahl entgangener Spielkäufe.
Weder die eine noch die andere Aussage ist wirklich bewiesen bzw. vermutlich überhaupt beweisbar. Man kann mit genau so großer Sicherheit sagen, dass es sich bei jedem Download um tatsächlichen Schaden handelt wie man es auch verneinen kann.
Ein Geschäftsmodell umzustellen oder komplett neu zu entwickeln, weil es "einfachere illegale Wege gibt" halte ich immer noch für eine ziemlich seltsame Ansicht, wie sie ja hier auch wieder aufkam. Denn Leute, die etwas illegal herunterladen, generieren keine echte, zuverlässige Nachfrage, auf die man mit einem Angebot zukommen kann. Es sind nämlich bereits jede Menge alternative Angebote vorhanden, die aber von den illegalen Downloadern nicht genutzt werden.
Statt den Konsum total zu verweigern und auf Probleme mit dem Angebot hinzuweisen, einfach den illegalen Weg zu beschreiten, macht diese Leute als Kunden absolut uninteressant. Denn egal welches Angebot danach kommt: Früher oder später wird ihnen wieder etwas missfallen und sofort sind sie wieder beim illegalen Weg. Beispielsweise die Begründung "Es dauert viel zu lange, bis ich das legal bekommen kann!" ist nicht haltbar, da doch jeder Mensch in der Lage sein sollte zu warten.
Kritik und Konsumverweigerung wären SEHR viel bessere Signale für die Hersteller. Denn auf die Kauflust von Leuten zu setzen, die problemlos darüber hin weg sehen können, ist unternehmerisch gesehen zum Scheitern verurteilt. Für bestimmte Angebote aber konstruktiv kritisiert oder offen gemieden zu werden, wäre sehr viel wirksamer.
Aber mal zurück zum eigentlichen Thema, ob wirklich so viel Schaden entstanden ist wie hier vorgerechnet wird, wenn man jeden Download als Schadensfall betrachtet:
Wird man von einem deutschen Gericht verurteilt, wird der vom Kläger erlittene Schaden zur Orientierung oder sogar als Grundlage für die Höhe von Schadensersatz- oder Strafzahlungen benutzt. Welche andere Grundlage könnte die geschädigte Firma in so einem Fall angeben als die entgangenen Einnahmen, wenn der Angeklagte die Filme (oder was auch immer) legal erworben hätte?
Es mag zwar unrealistisch oder gar unmöglich sein, dass jemand sich beispielsweise 1.000 Filme in kürzester Zeit gekauft hätte. Aber wenn jemand etwas stiehlt, was er sich normalerweise nicht kaufen würde, muss er trotzdem für die komplette gestohlene Ware gerade stehen, egal ob er sich die auf legalem Wege hätte kaufen können oder nicht. Entführe ich zum Beispiel einen LKW voll Gold werde ich für das gesamte gestohlene Gold verknackt/bestraft und nicht nur für die etwa 20 Barren, die ich mir sonst hätte kaufen können

Im Endeffekt ist zumindest im Auge der Justiz bereits der volle Schaden entstanden.