Ich geb dir ja recht, insofern, dass eine Kolonie die Wirtschaft ankurbelt. Aber die Zeit des Imperialismus' ist eine des Nationalismus'. Und Nationalismus ist, dass sich Staaten darum bemühen der Stärkste zu sein und gegenüber allen anderen Nationen die einzig wahre.
die stärke einer nation äußerst sich aber nunmal in ihrer wirtschaftlichen stärke. nationalismus IST ein ideologisches gerüst, was (wer hätte das gedacht), der wirtschaft dient. soviel dazu.
Na ja, was gibt es denn in Afghanistan, was so wertvoll sein sollte? Kapital kann man dort (bis auf die Waffenindustrie) nicht vorfinden.
opium und whatever, was noch alles

und natürlich markt. ;D
Ich glaube das hat sich mit der Zeit geändert. Heutzutage hat die WIrtschaft stellenweise mehr Sagen als die Regierung. Damals gab die Regierung allerdings den Ton vor und die Wirtschaft ist dann darauf eingegangen.
die regierung hat damals wie heute die aufgabe, die wirtschaft zu überwachen und ggf eben anzukurbeln.
Da meinst, es sei ein "praktischer Nebeneffekt".
achso, ich dachte, du meintest, ich würde bestreiten, dass öl überhaupt eine rolle spielen würde. denn das tu ich natürlich nicht. und "praktischer nebeneffekt" ist vllt tatsächlich ein wenig zu relativierend... sagen wir lieber "praktisches, aber nebensächliches mit dem grundmotiv verwandtes nebenmotiv". perfekt.
Wobei die Gründe für Interventionen auch gefaked sein können, um das Musterbeispiel Irakkrieg zu nennen, oder eben Vietnam/rus. Afghanistankrieg, hinsichtlich des Kalten Krieges.
jou, da kämen wir natürlich zum nächsten problem: dass die einheimischen einen nutzen aus kriegen ziehen ist immer nur nebensächlicher effekt, damit im grunde glückssache. länder werden ja nicht angegriffen, um die menschen dort vom elend zu befreien, sondern um profit zu machen. das heißt, dass die einheimischen nur dann eine emanzipation erleben, wenn dies mit den interessen der besatzer einhergeht. dass das nie komplett aufgehen kann ist klar. ganz zu schweigen von jenen menschen, die in für den westen uninteressanten gebieten leben.
Könnte man sich vielleicht erstmal festlegen über was man spricht? Kolonialsimus, klassischer Imperialismus oder moderner Imperialismus?
ersteres hängt ja miteinander zusammen, letzteres beziehen wir teilweise darauf.
Mittel des neuen Imp. sind aber Großkonzerne, die sich in anderen Ländern ansiedeln und eine wirtschaftliche Abhängkeit schaffen und den Einflussbereich der jeweiligen Imperialmacht ausdehnen und nicht kriegerische Handlungen.
das funktioniert aber oft nicht ohne krieg.
Oder es wurde schlicht soviel produziert, dass die vorhanden Rohstoffreserven nicht ausgereicht haben und man sich nach neuen Bezugsquellen umsehen musste.
sicher, das wohl auch.
Was haben denn England, Frankreich, Deutschland und Co in Afrika, Lateinamerika und Asien abgesetzt? Was verkauft denn die USA im Irak und in Afghanistan?
konkrete beispiele kann ich da nicht nennen, aber ich vermute mal, so das zeug, was man damals so hergestellt hat.
doch, eines viele mir ein: siemens in afghanistan.
Hätte man durch wechselseitige Wirtshaftsbeziehungen bspw Afrika damals am westlichen Wohlstand teilhaben lassen, wäre doch ein Teil dieses Wohstandes auf sie über gegangen und wir hätten dieses extreme dritte-Welt-Problem in der Form nicht. Es handelte sich doch um einen rein ausbeuterischen Vorgang.
nein, eben nicht. gerade dank der ganzen europäischen produkte, die den afrikansichen markt überschwemmen gehen die einheimischen doch alle kaputt. türlich ist das ausbeutung, aber das heißt ja nicht, dass es deshalb keine wirtschaft ist. ganz im gegenteil.
Das Öl als "praktischen Nebeneffekt" für die USA zu bezeichnen, halte ich für blauäugig. Ich unterstelle, dass die USA in erster Linie etwas haben wollen und erst in zweiter etwas loswerden wollen.
wieso wäre das blauäugig? also jetzt mal ganz davon abgesehen ob richtig oder falsch.. ich sage ja nicht, dass die kriege geführt werden, um die einheimsichen zu befreien. zumindest ist das selten der fall.
Ob ich nun schreibe: "mal will den status quo beibehalten, weils einem dadurch verhältnismäßig gut geht." oder "Man will das Wohlstandsgefälle gar nicht zurechtrücken, aus Angst den Status Quo (aus Sicht der Industrieländer) zu gefährden." (vielleicht mit einem Zusatz, den man sich dazudenken kann: "durch den es einem verhältnismässig gut geht"), ist einfach gehuppt wie gesprungen. Bei beiden Formulierungen ist einfach die Aussage, dass die Wirtschaftsnationen den Status Quo beibehalten wollen, da er ihren Wohlstand ausmacht.
rein faktisch ist es natürlich beides eine richtige aussage. aber bei der zweiten aussage wird der fokus falsch gesetzt, so finde ich. hier wird eben als intention für das handeln der industrienationen der wille, den status quo beizubehalten genannt. aber wie du ja mit deinem nebensatz schon ausdrückst, geht es ja eigentlich um den eigenen wohlstand (der status quo bedeutet halt diesen wohlstand, aber die reichen nationen sagen ja nicht "jo, wir brauchen einen status quo", sondern "jo, wir brauchen wohlstand!"). und das wird damit deutlich, dass man sagt "um den wohlstand beizubehalten, will man den status quo beibehalten".
ich hoffe, du verstehst so ungefähr meinen gedankengang.^^
Warum so einen Versuch einer wirtschaftswissenschaftlichen Definition immer gleich in eine marxsche (unterstell ich dir jetzt mal) Ideologieecke stellen? Auf irgendeine Begriffserklärung und -eingrenzung musste man sich aus wiwi Sicht nunmal einigen.
die berücksichtigung der marxschen sicht der dinge ist doch aber gerade in dieser diskussion durchaus entscheidendes moment.
Wenn menschlicher Egoismus mit dem Gedanken der fairen Um-/Gleichverteilung unter einen Hut gebracht werden muss, dann ist das für mich leider Utopie. Es gibt dahingehend nunmal gewisse Erfahrungswerte. Ich wünschte es wäre nicht so, aber eine grosse Chance auf Änderung seh ich nicht.
es gibt absolut keine erfahrungswerte dahingehend. und du solltest, wie schon gesagt, echt mal vom naturalismus wegkommen.
Es werden vereinfachte Modelle bemüht um aufzuzeigen, wie internationale Handelsbeziehungen zustande kommen, wie internationale Handelskreisläufe funktionieren, wie sich Volkswirtschaften wechselseitig beeinflussen und was es für nationalpolitische und globalpolitische Steuerungsmöglichkeiten gibt.
ok^^
deinem bisherigen gesagten entnehme ich mal, dass du wirtschaftswissenschaften studierst, oder?
edit: igitt, den kassler friedensratschlag kannste einfach nur sowas von inne tonne kloppen! xD scheiß antisemitisches pack.
du hast aber nix mit denen zu tun, oder? :'D